Weniger Unfälle, aber mehr Verletzte

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Tödlicher Unfall am 30.09.2010 am Antoniberg.

Bad Reichenhall - Die Unfallbilanz der Bad Reichenhaller Polizei fällt zwiespältig aus: Zwar gab es im Jahr 2010 weniger Unfälle, die Anzahl der Verletzten nahm aber zu.

Deutlich gesunkene Unfallzahlen stellte die Reichenhaller Polizei im vergangenen Jahr fest. Gegenüber 2009 waren in den vier Gemeinden Anger, Bayerisch Gmain, Piding, Schneizlreuth und der Großen Kreisstadt 83 Unfälle weniger aufzunehmen. Bei den insgesamt 839 (Jahr 2009: 922) Unfällen im Jahr 2010 wurden allerdings 3 (3) Personen getötet und 261 (231) Personen verletzt.

Häufigste Unfallursache war das unachtsame Rückwärtsfahren. Dies war für 191 Unfälle verantwortlich. Da dieser Fehler allerdings oft bei niedrigen Geschwindigkeiten beim Ein- oder Ausparken passiert, gab es nur 6 Verletzte. 160 mal krachte es, da der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wurde. Hierbei verletzten sich 43 Personen leicht und 3 schwer. Die Unfallursache mit den größten Folgen ist jedoch die nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit: Bei 124 Kollisionen waren 3 Tote, 21 Schwer- und 48 Leichtverletzte zu beklagen. Bei den 85 Vorfahrtsunfällen verletzten sich 40 Personen.

Rückläufig ist auch die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss. Bei 17 Karambolagen gab es 13 Verletzte. 11 Verursacher hatten über 1,1 Promille, 4 über 2,0 Promille Alkohol im Blut; der höchste Alkoholpegel wurde bei einem Unfall auf der B 21 im Gemeindebereich Schneizlreuth festgestellt. Der 26-jährige Unfallfahrer hatte 2,82 Promille Alkohol im Blut.

Als erfreulich kann festgestellt werden, dass es nur zwei Schulwegunfälle gab, bei denen sich zwei Schüler leicht verletzten, als sie auf dem Nachhauseweg waren.

Bei 77 von 184 Unfallfluchten konnte der Verursacher ermittelt werden. Gerade bei geringeren Schäden ist hier die Polizei auf Zeugenmeldungen angewiesen, um den Geschädigten zu ihrem Recht zu verhelfen.

Bei den registrierten 34 Wildunfällen kamen 4 Personen zu Schaden. Es wurden 1 Fahrzeugführer schwer und 3 leicht verletzt.

Unfälle in den fünf Gemeinden des Dienstbereiches

Die starke Verkehrsbelastung in der Großen Kreisstadt Bad Reichenhall schlägt sich auch in hohen Unfallzahlen nieder. Bei 535 Verkehrsunfällen wurden 160 Personen verletzt und eine getötet. Es war dies eine 65-jährige Frau, die mit ihrem Pkw am Antoniberg die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlor und in den Gegenverkehr kam.

Tödlicher Unfall am Antoniberg:

Tödlicher Unfall auf Thumseestraße

Tödlicher Unfall auf der Thumseestraße

In den Kurven im dortigen Bereich wurde im vergangenen Jahr wiederum eine Unfallhäufung festgestellt. Außer dem tödlichen Unfall wurden noch 17 weitere Unfälle mit 9 Verletzten festgestellt. Die Unfallkommission der Großen Kreisstadt hat schon kleinere Maßnahmen beschlossen, wird sich aber weiterhin mit dem Problem beschäftigen müssen. Unfallhäufungen wurden auch im Bereich der Umgehungsstraße festgestellt, darunter allein 17 Unfälle im Bereich der Einmündung der Traunfeldstraße bis Tankstelle. Mit dem vor kurzem beschlossenen Bau der Linksabbiegespuren dürften zumindest die Auffahr- und Abbiegeunfälle vermindert werden können. Die Zahl der Unfallfluchten ging erfreulicherweise um fast ein Fünftel auf nunmehr 127 Fälle zurück. 53 Mal konnten die Verursacher ermittelt und zur Anzeige gebracht werden.

In der Gemeinde Piding wurden 17 Unfälle weniger gemeldet als im Vorjahr. Bei 125 Unfällen wurden 46 Verkehrsteilnehmer verletzt. Fast die Hälfte der Unfälle entfällt auf die B20, wo sich 60 Unfälle ereigneten. Die hohe Belastung und zeitweilige Überlastung der Straße dürfte hier ausschlaggebend sein. Als Unfallschwerpunkte zeichneten sich der Kreisverkehr mit 14 Unfällen und die nördliche Autobahnzufahrt mit 10 Unfällen ab.

Auch in der Gemeinde Schneizlreuth wurden der Polizei 17 Unfälle weniger gemeldet. Jedoch waren 2 Verkehrstote und 24 Verletzte die traurige Bilanz bei 79 Unfälle. Fast zwei Drittel der Unfälle entfielen dabei auf die B21. Auffällig ist wieder einmal der sogenannte Bodenberg, sowie die Einmündung der B305 (Queralpenstraße) in die B21 in Schneizlreuth. Bei den Getöteten handelt es sich um einen Leichtkraftradfahrer und die Mitfahrerin auf einem Motorrad, die auf der B305 ihr Leben lassen mussten.

B305: 16-Jähriger stirbt bei Unfall

Unfall auf B305

Schwerer Motorradunfall fordert Menschenleben

Tödlicher Motorradunfall auf B305

Relativ sicher ist man in Bayerisch Gmain unterwegs, wo bei 50 Unfällen 17 Personen verletzt wurden. Sehr positiv fällt hier auf, dass sich im Bereich des früheren Unfallschwerpunktes am Hallthurmer Berg nur noch 4 Unfälle ereignet haben. Vor etwas mehr als 3 Jahren wurde von der Unfallkommission des Landkreises Berchtesgadener Land eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h angeordnet, die bei vielen Kraftfahrern auf Unverständnis stieß. Durch die konsequente Geschwindigkeitsüberwachung konnten hier allerdings die Unfallzahlen überzeugend gesenkt werden.

Die genau gleiche Anzahl an Unfällen wie in Bayerisch Gmain wurde auch in der Gemeinde Anger registriert. Hier verletzten sich allerdings nur 14 Personen. Besondere Unfallhäufungen sich nicht erkennbar.

Verkehrsüberwachung

Bei allgemeinen Verkehrskontrollen im Jahr 2010 wurde festgestellt, dass 105 Kraftfahrern deutlich unter Alkoholeinfluss standen, als sie mit ihrem Kraftfahrzeug unterwegs waren. Neben empfindlichen Geldstrafen müssen sie teilweise länger auf ihren Führerschein verzichten. 26 Verkehrsteilnehmer hatten mehr Glück: Sie konnten davon abgehalten werden sich alkoholisiert ans Steuer zu setzen. Da Alkohol im Straßenverkehr nach wie vor ein Problem darstellt und bei vielen schweren Unfällen Alkohol im Spiel ist, wurden vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd für das Jahr 2011 Alkohol-Sonderkontrollen auf Landkreisebene angeordnet.

Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der PI Bad Reichenhall 158 Radar- und 97 Lasermessungen durchgeführt, um die Unfallursache Geschwindigkeit und ihre fatalen Folgen zu bekämpfen. Dabei wurden insgesamt 104 461 Kraftfahrer kontrolliert. 3691 wurden mit einem Verwarnungsgeld bis 35 Euro belegt. 1033 weitere kamen allerdings nicht mehr so glimpflich davon: Sie erhielten mindestens 1 Punkt in Flensburg in der Verkehrsünderkartei, ein Bußgeld von 50 - 600 Euro und teilweise Fahrverbote von 1 – 3 Monaten. Der schlimmste Raser war mehr als dreimal so schnell unterwegs, wie erlaubt. Bei zulässigen 50 km/h zeigte das Messgerät 153 km/h an.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Bad Reichenhall

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