Türke schleust Landsleute

Freilassing/Piding - Auf der A8 in Richtung München hat die Reise eines türkischen Staatsangehörigen an der Anschlussstelle Piding Nord ein unvermitteltes Ende gefunden.

Fahnder der Bundespolizei kontrollierten ihn und seine vier Mitfahrer Samstagnacht (6. November). Die Überprüfung ihrer Ausweise brachte für die Freilassinger Bundespolizisten „interessante Details“ ans Licht:

Einer der Männer hat wegen früheren Drogenhandels eine Restfreiheitsstrafe von 729 Tagen zu verbüßen und wurde von der Staatsanwaltschaft in Hamburg gesucht. Das Hamburger Ausländeramt hatte gegen ihn außerdem wegen Unterschlagungs- und Betrugsfällen einen Abschiebehaftbeschluss erlassen. Der 36-Jährige ist in Italien als Asylant gemeldet. Für die Reise nach Deutschland konnte er allerdings kein Visum vorweisen. Sein 23-jähriger Begleiter genießt aus „humanitären Gründen“ ebenfalls in Italien Schutz. Doch auch er hatte keine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland dabei. Die beiden anderen Mitfahrer im Auto, 22 und 36 Jahre alt, waren in der Vergangenheit bereits aus Deutschland abgeschoben worden und verstießen mit ihrem erneuten Auftauchen in der Bundesrepublik gegen ein bestehendes Einreiseverbot.

Den Fahrer nahmen die Beamten wegen des Verdachts der Einschleusung von Ausländern fest. Auf richterliche Anordnung hin wurde der mutmaßliche Schleuser in Untersuchungshaft genommen. Die vier Männer, die er nach Deutschland gefahren hatte, erhielten jeweils eine Strafanzeige wegen unerlaubter Einreise. Drei von ihnen erwartet nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen die baldige Zurückschiebung nach Italien. Auch der verurteilte Drogenhändler wird das Land wieder verlassen müssen – aber nicht bevor er seine knapp zweijährige Haftstrafe abgesessen hat.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © pa

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