Gefälschter Ausweis und ohne Führerschein!

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Traunstein - Wegen Körperverletzung gesucht, mit gefälschtem Personalausweis und ohne Führerschein erwischt: Der Schleierfahndung ging ein als Rumäne ausgewiesener Serbe ins Netz.

Die Durchreise über das „Große deutsche Eck“ hätte sich ein 31-jähriger Serbe besser erspart.

Mit gefälschtem rumänischen Personalausweis und Führerschein war der in Nürnberg geborene Serbe bei einer Kontrolle durch die Schleierfahnder aufgeflogen. Unter seinen echten Personalien - die mittels Fingerabdruckschnellabgleich ermittelt wurden - bestand zudem ein Vollstreckungshaftbefehl wegen Körperverletzung über 159 Tage Restfreiheitsstrafe sowie zwei ausländerrechtlich wirksame Einreiseverbote.

Da der Mann auch noch hinter dem Steuer eines VW Polo saß, muss er sich darüber hinaus wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten. Einerseits besaß er keinen gültigen Führerschein, andererseits war ihm die deutsche Fahrerlaubnis der Klasse B bereits vor Jahren behördlichen entzogen worden.

Unter Berücksichtigung des offenen Haftbefehls und der massiven umfangreichen Tatvorwürfen droht dem Ex-Jugoslawen im Falle einer Verurteilung ein langer Aufenthalt hinter Gittern. Der vorläufig Festgenommene wurde am Donnerstagvormittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt und anschließend in die nächste Haftanstalt eingeliefert.

Am Mittwochabend gegen 21 Uhr stoppten Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein einen mit drei Erwachsenen und einem Kind besetzten österreichischen Kleinwagen auf der Autobahn auf Höhe der Anschlussstelle Piding-Nord.

Nachdem sich der Fahrer mit rumänischen Falschdokumenten auswies, klickten auch schon die Handschellen. In Österreich hatte sich der „falsche Rumäne“ erst Anfang des Monats bei einer Gemeindeverwaltung in Tirol angemeldet. Mit dem Status eines EU-Bürgers konnte er sich zudem innerhalb Europas frei bewegen.

Nachdem der Beschuldigte seine wahre Identität einräumte, waren selbst die erfahrenen Beamten überrascht, was da alles in straf- und ausländerrechtlicher Hinsicht zum Vorschein kam.

Unter anderem hatte die Ausländerbehörde in Nürnberg den wegen erheblicher Vorstrafen - diverse Eigentums- und Sexualdelikte sowie Bedrohungen und Körperverletzungen - vor rund drei Jahren in seine Heimat abgeschoben und ein Einreiseverbot erteilt. Im Anschluss wechselte der Serbe durch Heirat zunächst ganz legal seinen Vor- und Familiennamen. Um aber auch in den Genuss des EU-Freizügigkeitsrechts zu kommen, besorgte er sich auch noch die rumänischen Falsifikate.

Wegen Urkundenfälschung in zwei Fällen, illegaler Einreise trotz Aufenthaltssperre und der Verkehrsstraftat wanderte der Mann nach erkennungsdienstlicher Behandlung und Anzeigeaufnahme durch die Schleierfahnder in die Arrestzelle. Die falsche Identitätskarte sowie der Kartenführerschein wurden sichergestellt. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe kann der Serbe mit seiner erneuten Abschiebung rechnen.

Damit nicht genug, fanden die Beamte anlässlich der routinemäßigen Durchsuchung des Autos in einer Einkaufstüte noch verbotene Würgehölzer. Dafür musste sich allerdings ein gleichaltriger mitreisender Landsmann verantworten. Die „Nunchaku“ samt kompletter Karateausrüstung hatte der Vater eines 6-Jährigen als Geschenk für seinen Junior - angeblich ein großer Bruce Lee-Fan - zuvor in Wien gekauft.

Hier mussten sich die Fahnder jedoch als Spielverderber zeigen und die für Kinder absolut ungeeignete Waffe konfiszieren. Diesem 31-jährigen in Tirol wohnhaften Serben wurde nach Anzeigenaufnahme die Weitereise mit Frau und Tochter in Richtung Innsbruck gestattet.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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