Wie sicher ist die Region Traunstein?

Traunstein - Wie sicher lebt man im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Traunstein? Einblicke gibt die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2011, die die Polizei jetzt veröffentlichte:

Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Traunstein umfasst die Große Kreisstadt Traunstein sowie die Gemeinden Siegsdorf, Surberg, Bergen, Grabenstätt, Vachendorf, Nußdorf und Chieming mit einer Fläche von 268 qkm und fast 48.000 Einwohnern.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Zuständigkeitsbereich der PI Traunstein insgesamt 2410 Straftaten registriert. Darin beinhaltet sind allerdings auch die von der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein und der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität vorwiegend auf der Autobahn festgestellten Delikte. Im Vergleich zum Jahr 2010 stellt dies einen Rückgang von 118 Fällen bzw. 4,7 Prozent dar.

Die Aufklärungsquote liegt mit 65,3 % nur minimal unter der von 2010 (65,4 %). Von den 2410 erfassten Straftaten konnten somit 1575 geklärt werden. Dabei wurden 1420 Tatverdächtige ermittelt.

Erfreulicherweise hat sich die Anzahl der von Kindern und Jugendlichen begangenen Straftaten von 196 im Jahr 2010 auf 183 im Jahr verringert und hält sich damit auf einem niedrigen Niveau. Von unter 14-jährigen wurden insgesamt 44 Straftaten und von den 14 - 18 jährigen insgesamt 139 Straftaten begangen. Bei beiden Alterklassen handelte es sich dabei vor allem um Delikte wie Diebstahl, Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Rund ein Viertel aller registrierten Straftaten (24 %) betrifft den Deliktsbereich Diebstahl. Ein deutlicher Rückgang ist dabei bei den Ladendiebstählen festzustellen. Während im Jahr 2010 noch 117 Fälle festgestellt wurden, waren es im Jahr 2011 noch 80, was einem Rückgang von 31,6 % entspricht. Ein weiterer deutlicher Rückgang ist bei den für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders bedeutenden Wohnungseinbruchsdiebstählen festzustellen. Mussten im Jahr 2010 noch 13 Einbrüche in Wohnungen verzeichnet werden, so waren es 2011 noch 7 (minus 46,2 %). Die Anzahl der registrierten Fahrraddiebstähle erhöhte sich von 67 im Jahr 2010 auf 77 im Jahr 2011. Die Polizei möchte in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit der Fahrradregistrierung hinweisen. Durch diese wird die Wahrscheinlichkeit im Falle eines Diebstahls sein Fahrrad wiederzubekommen deutlich erhöht, da aufgefundene oder sichergestellte Fahrräder dem rechtmäßigen Besitzer besser zugeordnet werden können.

Einen großen Anteil von 22,9 % bzw. 552 Fällen haben Vermögens- und Fälschungsdelikte an der Gesamtkriminalität. Eine immer größere Rolle spielen dabei Betrugsdelikte (Warenbetrug/Computerbetrug) im Zusammenhang mit dem Internet. So wurden 2011 insgesamt 199 solcher Delikte registriert. In die Kriminalitätsstatistik fließen Delikte dieser Art allerdings nur bedingt ein, da der Sitz des Täters und somit der Tatort oftmals im gesamten Bundesgebiet oder aber im Ausland liegt.

Ein deutlicher Rückgang ist bei den Körperverletzungsdelikten zu verzeichnen. Diese gingen von 324 Fällen im Jahr 2010 auf 254 Fälle im Jahr 2011 zurück, was einem Rückgang von 21,6 % entspricht. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang auch die hohe Aufklärungsquote von 90,6 % bei diesen Delikten.

Ein Ärgernis sind immer wieder die zahlreichen Sachbeschädigungen, bei denen fremdes Eigentum zumeist aus Übermut oder Aggressivität wahllos beschädigt oder zerstört wird. Zwar ist mit 181 Taten auch hier ein Rückgang im Vergleich zu 2010 (202 Taten) zu verzeichnen, die Anzahl kann aber immer noch als viel zu hoch bezeichnet werden. Da sich diese Taten zumeist im Schutz der Dunkelheit ereignen und oftmals erst am nächsten Tag bei Tageslicht festgestellt werden, ist die Aufklärungsquote mit 21 % leider sehr gering. Bei der Aufklärung von Sachbeschädigungen ist die Polizei dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Es wird gebeten entsprechende Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei mitzuteilen.

Die Anzahl der festgestellten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz hat sich im Vergleich zu 2010 fast halbiert. Wurden im Jahr 2010 noch 197 solcher Straftaten festgestellt, so waren es 2011 nur noch 103 Straftaten, was einem Rückgang von 47,7 % entspricht. Da die festgestellten Straftaten im Bereich der Rauschgiftkriminalität in hohem Maße von polizeilichen Kontrollen abhängen, spiegelt sich in dem Rückgang die angespannte Personallage der Dienststellen im Raum Traunstein wieder.

Dem bayernweiten Trend folgend erhöhten sich Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte leider deutlich. Unter diesem Delikt versteht man, dass Polizeibeamte bei der Ausübung ihrer Tätigkeit angegriffen oder behindert werden. Die Fälle erhöhten sich von 8 im Jahr 2010 auf 15 im Jahr 2011, was einem Zuwachs von 87,5 % entspricht. In den allermeisten Fällen handelte es sich dabei um männliche Täter, die zur Tatzeit alkoholisiert waren.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die Bevölkerung im Dienstbereich der Polizeiinspektion Traunstein bei einem Rückgang der Kriminalitätszahlen und einer gleichbleibend hohen Aufklärungsquote sicher fühlen kann. Die Kriminalitätsbelastung liegt mit 50 Straftaten pro 1000 Einwohner auf einem niedrigen Niveau.

Pressemeldung Polizeiinspektion Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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