Kriminalstatistik für den Raum Traunstein

Traunstein - Die Polizeiinspektion Traunstein hat einen Anstieg von Sachbeschädigungen und schweren Delikten wie Körperverletzung registriert. Das sagt die Statistik:

Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Traunstein umfasst die Große Kreisstadt Traunstein sowie die Gemeinden Siegsdorf, Surberg, Bergen, Grabenstätt, Vachendorf, Nußdorf und Chieming mit einer Fläche von 268 qkm und fast 48.000 Einwohnern.

2.900 Straftaten

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Traunstein im Jahr 2012 insgesamt 2.900 Straftaten registriert. Darin beinhaltet sind allerdings auch die von der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein und der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität vorwiegend auf der Autobahn festgestellten Delikte.

Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Anstieg von 490 Fällen bzw. 20,3 Prozent dar. Die Aufklärungsquote liegt mit 67,4 % deutlich über der des Vorjahres (65,3 %) und um 4,2 % über dem Landessschnitt Bayerns (63,2 %). Von den 2900 erfassten Straftaten konnten somit 1955 geklärt werden.

Im Jahr 2012 wurden insgesamt 1.638 Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 1.252 Täter männlich und 386 weiblich.

Es musste im Jahr 2012 gegen 179 Personen unter 18 Jahren ermittelt werden. Dabei waren 40 tatverdächtige Kinder unter 14 Jahren und 139 tatverdächtige Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Von diesen Alterklassen werden vorwiegend Straftaten wie Diebstahl (56 Tatverdächtige), Körperverletzung (29 Tatverdächtige) und Sachbeschädigung (35 Tatverdächtige) begangen.

Zahlreiche Diebstähle

Rund ein Fünftel aller registrierten Straftaten (22,7 % oder 658 Fälle) betrifft den Deliktsbereich Diebstahl. Dabei handelt es aber mehrheitlich um einfache Diebstähle (506 Fälle). Darin enthalten sind auch 107 Fälle von Ladendiebstahl. Bei den Ladendiebstählen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (80 Fälle) eine Steigerung von 33,8 % zu verzeichnen.

Die Anzahl der für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders bedeutenden Wohnungseinbruchsdiebstählen blieb mit 9 Fällen auf einem erfreulich niedrigem Niveau.

Die Anzahl der registrierten Fahrraddiebstähle erhöhte sich von 77 im Jahr 2011 auf 84 im Jahr 2012. Die Aufklärungsquote ist dabei mit 9,5 % äußerst gering. Die Polizei möchte in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit der Fahrradregistrierung hinweisen. Durch diese wird die Wahrscheinlichkeit, im Falle eines Diebstahls sein Fahrrad wiederzubekommen, deutlich erhöht, da aufgefundene oder sichergestellte Fahrräder dem rechtmäßigen Besitzer besser zugeordnet werden können.

Einen weiteren großen Anteil von 670 Fällen bzw. 23,1 % haben Vermögens- und Fälschungsdelikte an der Gesamtkriminalität. Dabei handelt es sich zu einem hohen Prozentsatz (48 % oder 324 Fälle) um die Delikte Warenbetrug oder Warenkreditbetrug, die hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Internet begangen werden. In die Kriminalitätsstatistik fließen Delikte dieser Art allerdings nur bedingt ein, da der Sitz des Täters und somit der Tatort oftmals im gesamten Bundesgebiet oder aber im Ausland liegt.

Mehr Körperverletzungen und ähnliche Fälle

Unter dem Begriff Rohheitsdelikte werden in der Kriminalstatistik Straftaten wie Raub, Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Nachstellung geführt. Im Jahr 2012 mussten insgesamt 429 solcher Straftaten verzeichnet werden. Dies entspricht einem Anstieg um 70 Fälle oder 19,5 % im Vergleich zum Vorjahr.

Den größten Teil nehmen dabei die Körperverletzungen mit 298 Fällen ein. Im Vergleich zum Vorjahr (254 Fälle) entspricht dies einer Steigerung von 17,3 %. Erfreulich ist dabei die hohe Aufklärungsquote von 91,3 %.

Sachbeschädigungen massiv angestiegen

Eine massive Steigerung ist bei den Sachbeschädigungen zu verzeichnen. Im Jahr 2012 mussten insgesamt 298 Sachbeschädigungen registriert werden, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 117 Fällen oder 64,6 % entspricht. Da sich diese Taten zumeist im Schutz der Dunkelheit ereignen und oftmals erst am nächsten Tag bei Tageslicht festgestellt werden, ist die Aufklärungsquote mit 21,5 % leider sehr gering. Bei der Aufklärung von Sachbeschädigungen ist die Polizei dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Es wird gebeten, entsprechende Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei mitzuteilen.

Die Anzahl der festgestellten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz hat sich im Vergleich zu 2011 (103 Fälle) auf 141 Fälle erhöht. Dies entspricht einem Zuwachs von 36,9 % und lässt sich hauptsächlich mit einer zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität durchgeführten Schwerpunktaktion und dem daraus resultierenden erhöhtem Verfolgungsdruck erklären.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die deutliche Steigerung der Gesamtzahlen hauptsächlich auf die gestiegenen Fallzahlen in den Bereichen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Betrug zurückzuführen ist.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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