Noch nie Gedanken über Ladungssicherung gemacht?

Verkehrspolizei Traunstein stellt erhebliche Mängel bei Gefahrguttransport fest

Traunstein - Am Dienstag, den 5. November, hat die Verkehrspolizei Traunstein einen LKW mit Gefahrgut genauer unter die Lupe genommen und dabei erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt. 

Polizeimeldung im Wortlaut:

Am heutigen Dienstag wurden von Beamten der Schwerverkehrsgruppe der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein im Gemeindebereich Fridolfing an der B 20 Verkehrskontrollen durchgeführt.

Beamte kontrollieren LKW mit Gefahrgut

Während die Beamten gerade einen Lkw mit Gefahrgut kontrollierten, hielt direkt neben ihnen am Parkplatz ein Gespann eines örtlichen Straßenbauunternehmens das im Umkreis der Kontrollstelle Teerarbeiten durchführt. Da sich der 42-jährige offensichtlich noch nie Gedanken über Ladungssicherung gemacht hatte, wurde das Fahrzeug einer näheren Kontrolle unterzogen.

Dilettantische Sicherheitsvorkehrungen

Auf dem offenen Anhänger stand vollkommen ungesichert ein IBC aus Metall mit einem Fassungsvermögen von 1000 Liter, aktuell gefüllt mit circa 400 Liter Diesel, welcher als mobile Tankstelle für die Baufahrzeuge genutzt wurde. Damit noch nicht genug, lag vor dem „Tank“ ungesichert eine Autobatterie, mit losen Klemmen mit der Pumpe für den Kraftstoff verbunden. Angeblich, so gab der Fahrer an, sei er nur circa 200m damit gefahren.

Fahrer belog Polizeibeamte über zurückgelegte Fahrstrecke

Zusätzlich wurde festgestellt, dass der Fahrer das Fahrzeug ohne eingesteckte Fahrerkarte geführt hatte. Da die Summe der beiden zulässigen Gesamtgewichte von Lkw und Anhänger höher als 7,5 Tonnen ist, trifft hier die so genannte „Handwerkerregelung“ als Ausnahme von den Fahrpersonalvorschriften nicht zu. 

Der Fahrer hätte in diesem Fall seine Fahrerkarte in das Kontrollgerät stecken und alle Fahrpersonalvorschriften beachten müssen. Durch Auslesen der Daten des digitalen Kontrollgerätes konnten dem Fahrzeugführer seine angeblichen „200 Meter“ widerlegt werden. Er war mit dem Gespann 4,5 km mit einer unzulässigen Spitzengeschwindigkeit von 82 km/h unterwegs.

Es wird eine Anzeige nach dem Gefahrgutrecht, dem Fahrpersonalrecht und der StVO erstellt. Alleine für das ungesicherte Gefahrgut ist ein Bußgeld von 500 Euro vorgesehen, für das Fahrpersonalrecht nochmals mehrere hundert Euro.

Verkehrspolizeiinspektion Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa (Symbolbild)

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