Internetkriminalität

"Cybercops" legen Betrüger das Handwerk

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Traunstein - Mit gehackten Daten kaufte ein 29-Jähriger 40 Mal in Onlineshops ein. Die Ware ließ er sich an Packstationen schicken - zu denen er ebenfalls durch gehackte Daten Zugriff hatte.

Am 1. November klickten die Handschellen bei der Festnahme eines 29-Jährigen aus dem Landkreis Dingolfing-Landau an seinem Wohnort. Der Mann steht in dringendem Tatverdacht, für eine Vielzahl betrügerischer Onlinebestellungen verantwortlich zu sein. Die Betrügereien gelangen ihm mit den gehackten Daten zahlreicher Privatpersonen.

Mit den erlangten Daten aus den „Identitätsdiebstählen“ soll er in mindestens 40 Fällen bei Onlineshops eingekauft haben - alles zu Lasten der ahnungslosen Geschädigten oder auf Kosten einer Vielzahl von Onlineshops. Zuschicken ließ der Betrüger sich die Waren wohl ausnahmslos an Packstationen in den Landkreisen Traunstein, Mühldorf am Inn, Ingolstadt, Regensburg und weitere. Mit wiederum gehackten Daten von Kunden, die zusammen mit gefälschten Magnetstreifenkarten - sogenannten „white plastics“ - eingesetzt wurden, erfolgte dann schließlich die Entnahme an den Packstationen.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des 29-Jährigen fand die Polizei zahlreiches Beweismaterial und auch Tatbeute im Wert von mehreren Tausend Euro. Der Mann wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs, dem Ausspähen von Daten, der Datenveränderung und anderen Delikten dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Gegen den 29-Jährigen erging Haftbefehl, er kam in Untersuchungshaft.   

Auf die gleiche Idee wie der Mann aus Niederbayern kam ein erst 16-Jähriger aus dem Landkreis Berchtesgadener Land. Er besorgte sich in diversen Internetforen („Undergroundforen“) die gehackten Datensätze von Privatpersonen und die notwendigen Utensilien. Bezahlt wurden die geklauten Daten von ihm mit Bitcoins, also virtuellem Geld, das in einem weltweit verfügbaren, dezentralen Zahlungssystem gehandelt wird. Nach den jeweiligen betrügerischen Onlinebestellungen ließ er sich die Ware an eine Packstation in Freilassing schicken. Die Bezahlung bei der Bestellung erfolgte meist über gehackte Konten eines bekannten Online-Bezahlsystems.

Aber auch seine Freude währte nicht allzu lang. Denn er konnte bereits einige Tage nach Ermittlungsbeginn bei der Abholung eines Pakets an der Packstation in Freilassing vorläufig festgenommen werden. Auch bei ihm fand man bei der Wohnungsdurchsuchung reichlich Beweismaterial und Tatbeute. Ein Haftantrag wurde in seinem Fall zwar nicht gestellt, den 16-Jährigen erwartet aber ein nicht unerhebliches Strafverfahren.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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