Verätzte Finger und falsche Angaben

Teisendorf/Freilassing – Mit verätzten Fingerkuppen und falschen Angaben hat ein Afrikaner am Montag versucht, sich den Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen.

Doch alles Schwindeln half nichts. Die Bundespolizei fiel auf seinen Täuschungsversuch nicht herein. Er wurde wegen illegaler Einreise angezeigt, in Haft genommen und zurückgeschoben.

Im Zug von Salzburg Richtung München trafen Freilassinger Fahnder nahe Teisendorf auf den jungen Mann. Papiere zur Überprüfung seiner Personalien hatte er nicht dabei. Er gab an, aus Somalia zu stammen und 16 Jahre alt zu sein. Wenig später stellten die Beamten in der Dienststelle fest, dass die Haut seiner Fingerkuppen offenbar mit einer chemischen Substanz verätzt worden war. Die Fingerabdrücke des Somaliers zu nehmen, war daher nicht möglich. Da die Bundespolizisten an der Altersangabe ihre Zweifel hatten, veranlassten sie eine ärztliche Untersuchung. Laut Befund war der unerlaubt Eingereiste mindestens 18 Jahre alt.

Mit dem Gutachten des Arztes konfrontiert, gestand der Erwachsene seinen Täuschungsversuch ein. Er habe sich die Finger selbst verätzt, um zu verhindern, dass die Bundespolizei mithilfe der Fingerabdrücke seine Identität und den letzten Aufenthaltsort ermittle. Ziel sei es gewesen, sich nicht nur in der Slowakei, sondern auch in Deutschland als Flüchtling aufhalten zu können. Wie sich herausstellte, war er zuletzt in einer slowakischen Flüchtlingseinrichtung untergebracht. Auf Anordnung des Amtsgerichts Laufen wurde der Somalier in Haft genommen, um seine Zurückschiebung sicherzustellen. Bereits am Dienstag musste er das Land wieder verlassen.

Pressebericht Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © re

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