Freilassing: Kriminalität steigt in der Region

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Freilassing - Die Polizei musste im Jahr 2009 eine steigende Tendenz der Kriminalität feststellen. Auch die Zahl der Gewaltverbrechen stieg im Vergleich zu 2008.

Die Zahl der Straftaten stieg um 264 Fälle auf insgesamt 1860 gegenüber 1596 registrierten Fälle aus dem Jahr 2008 an. Allerdings konnte mit einer Aufklärungsquote von 68 Prozent aller begangenen Straftaten auch 2009 wieder ein Ergebnis erzielt werden, welches deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt von 63,9 Prozent liegt. Im Dienstbereich wurden somit mehr als zwei Drittel aller registrierten Straftaten geklärt.

Die Zahl der tatverdächtigen Kinder nahm um 20 Personen auf 3,2 Prozent ab. Bei den Jugendlichen waren es 9 Personen mehr, das ist gegenüber dem Jahr 2008 ein leichter Anstieg auf 10,2 Prozent. Werden die Heranwachstenden mitgerechnet, so begehen Personen unter 21 Jahren fast 24 Prozent aller bei der Polizei gemeldeten Straftaten. Das sind 333 Taverdächtige, die Dunkelziffer nicht eingerechnet.

Die Polizeiinspektin Freilassing engagierte sich im Rahmen der Kriminalprävention mit verschiedenen Projekten in den Schulen wie z.b. "Zamgrauft", um in diesem Problembereich etwas zu verbessern.

Zu den am häufigsten in diesem Altersbereich begangenen Straftaten gehören Graffiti und Ladendiebstähle sowie Roller- und Mofadiebstähle. Schlägereien und damit Körperverletzungen sind hier ebenfalls an der Tagesordnung, wobei sowohl die zunehmende Roheit, wie auch das fehlende Unrechtsbewusstsein zum Teil erschreckend sind.

Im Rahmen ihrer Sicherheitsarbeit ist die Polizeiinspektion Freilassing zuständig für die Stadt Freilassing sowie die Gemeinden Ainring, Teisendorf und Saaldorf-Surheim und somit für circa 39.700 Einwohner.

Die Kriminalitätsentwicklung in den vier Kommunen lag 2009 bei 46 Straftaten je 1000 Einwohner und somit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 50,7 Straftaten. Insgesamt lebt es sich also im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Freilassing im bayernweiten Vergleich sehr gut und vergleichsweise sicher.

In 1414 Fällen konnten die Beamten der Polizeiinspektion Freilassing den oder die Täter ermitteln und damit die jeweiligen Straftaten aufklären. Mit 76 Prozent halten die Erwachsenen den Löwenanteil der Tatverdächtigen.

Die Diebstahlsdelikte stellen wie auch im Jahr 2008 mit 44 Prozent den größten Anteil der begangenen Straftaten. Entgegen dem bayernweiten Trend nahmen sie um 14 Prozent auf 815 Fälle zu. Dabei ist festzustellen, dass die Ladendiebstähle mit 244 Fällen gegenüber 2008 praktisch gleich geblieben sind. In diesem Bereich ist der Ausländeranteil mit 64 Prozent besonders hoch. Dies liegt vermutlich auch an der Grenznähe zu Österreich und dem damit verbundenen regen Einkaufsverkehr aus dem Nachbarland.

2009 musste eine starke Zunahme der Gewaltdelikte festgestellt werden. Erfasst werden hier Raub, Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Diese Delikte nahmen um 21 Prozent auf insgesamt 252 Fälle gegenüber dem Jahr 2008 zu, als noch 207 derartige Delikte registriert wurden. Häufig stehen diese Delikte im Zusammenhang mit Diskobesuchen. In der Mehrzahl der Fälle ist Alkohol mit im Spiel, der nicht selten die 2 Promille-Grenze übersteigt. Die meisten Täter sind Jugendliche. Mit entsprechenden Kontrollen, auch mit Unterstützung auswärtiger Polizeikräfte, versuchte die Polizeiinspektion Freilassing dieser Entwicklung entgegen zu treten.

Nach wie vor bereiten die Sachbeschädigungen insbesondere durch Graffiti Sorgen, wenngleich hier eine Abnahme von 251 auf 225 Fälle zu verzeichnen war. Insgesamt ist dies eine Abnahme um 11 Prozent. Ein erheblicher Anstieg innerhalb dieses Deliktsbereiches von 82 auf 113 Fälle fand allerdings im Bereich der Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen statt. Es zeigt sich nach wie vor, dass der Respekt vor dem Eigentum anderer nicht mehr vorhanden ist.

Bei den Fahrraddiebstählen ist gegenüber dem Jahr 2008 eine leichte Abnahme um 13 Fälle festzustellen. Dass dieser Deliktsbereich seit Jahren schon relativ stabil ist, bestärkt die Polizei weiterhin darin, gekaufte Fahrräder in einer speziellen Computerdatei zu registrieren. Der damit verbundene Aufkleber "Hände weg, mein Fahrrad ist registriert", soll potenzielle Fahrraddiebe abschrecken.

Immer häufiger passiert es, dass Polizeibeamte von betrunkenen Personen zum Teil massiv angegangen werden. So haben die Fälle "Gewalt gegen Polizeibeamte/innen" gegenüber 2008 von 23 auf 35 Fälle zugenommen, das sind sage und schreibe 52 Prozent. Widerstände betrunkener Autofahrer oder nächtlicher Disco- oder Gaststättenbesucher sind eine unerträgliche Erscheinung, welche Sorge bereitet. Hier ist ein Umdenken in der Gesellschaft erforderlich. Die Suchtprävention muss weiter forciert werden. Je höher der Alkoholpegel, desto heftiger ist in der Regel der Widerstand. Der Großteil der Täter in diesem Bereich ist zwischen 21 und 30 Jahre alt und überwiegend männlich.

Die registrierten Verstöße aus dem Betäubungsmittelbereich blieben mit 20 Fällen etwa konstant. Die Polizei Freilassing setzt in diesem Bereich zwei Beamte ein, die sich besonders um dieses Klientel kümmern und, wenn es notwendig ist, beratend zur Seite stehen. 90 Prozent aller in diesem Bereich registrierten Delikte konnten aufgeklärt werden.

Die Kriminalstatistik zeigt auch, dass es sich auf dem Land sicherer lebt als in der Stadt. In Freilassing wurden 62 Prozent, das sind 1153 Straftaten, in Teisendorf 372, in Ainring 242 und in Saaldorf-Surheim 93 Straftaten von der Polizei Freilassing erfasst.

Pressemitteilung der Polizeiinspektion Freilassing

Rubriklistenbild: © dpa

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