Obdachloser Litauer „fand“ Audi A6

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Landkreis - Ereignisreicher Tag für die Polizei: Neben 30 illegalen Einwanderern erwischten die Beamten auch einen Obdachlosen, der angeblich einen teuren Audi "gefunden" hatte.

Neben den weiter steigenden Zahlen in Sachen illegaler Migration stellten die Pidinger Schleierfahnder noch zahlreiche andere Delikte fest. Am Dienstag wurden insgesamt 30 Personen ausländerrechtlich behandelt, eine Urkundenfälschung in Verbindung mit einem Verstoß nach dem Pflichtversicherungsgesetz festgestellt, ein Haftbefehl vollzogen und zu guter Letzt noch ein gestohlenes Auto sichergestellt.

Ein "Kombidokument" als angeblicher Führerscheinersatz

Mit einem etwas seltsamen Fundgegenstand ging gestern ein 33-jähriger Litauer den Pidinger Schleierfahnder ins Netz. Nachdem er mit einem Audi A6 über den Grenzübergang Bad Reichenhall auf der Autobahn ins Bundesgebiet eingereist war, wurde er von einer Streife der Fahnder kontrolliert. Einen Führerschein konnte er nicht vorzeigen, aber er versuchte den Beamten das Märchen aufzutischen, dass der von ihm ausgehändigte litauische Personalausweis ein „Kombidokument“ sei, welches ihn auch berechtige, Auto zu fahren. Als er mit der Geschichte aber nicht durchkam, gab er doch zu, dass er keinen Führerschein hat. Doch das war nicht sein größtes Problem, denn bei der Überprüfung des Autos stellte sich heraus, dass der Audi A6 einen Tag zuvor in München gestohlen worden war.

Der leicht verwirrt wirkende Mann, welcher augenscheinlich der Obdachlosenszene zuzuordnen war, wurde zur Dienststelle gebracht, wo sich der Sachverhalt dann auch aufklären ließ. Es konnte ermittelt werden, dass das Auto einen Tag zuvor in München von seinem rechtmäßigen Inhaber abgestellt worden war, dieser aber laut Aussage seiner Frau wahrscheinlich den Schlüssel im nicht versperrten Fahrzeug vergessen hatte. Der in München ohne festen Wohnsitz lebende Litauer ist dann wohl eher zufällig auf den Audi gestoßen, hat festgestellt, dass dieser offen ist und beschlossen, damit eine Spritztour zu machen. Der bereits wegen zahlreicher Eigentumsdelikte in Erscheinung getretene Osteuropäer, wurde vorläufig festgenommen und zur weiteren Bearbeitung an die zuständige Kriminaldienststelle übergeben.

Ein Kroate ohne Führerschein und 30 illegale Einwanderer

Was dabei rauskommt, wenn man ohne Führerschein fährt, davon kann auch ein 28-jähriger Kroate ein Lied singen. Weil er in der Vergangenheit ein Verfahren wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis hatte, wurde ihm von der Staatsanwaltschaft Traunstein eine Geldstrafe auferlegt, welche der in Österreich wohnhafte Monteur in Raten abbezahlte. Doch ganz klappte das wohl auch nicht, denn als er über das Große Deutsche Eck nach Innsbruck zur Montage fahren wollte, gerieten er und sein Arbeitskollege in eine Kontrolle der Fahnder. Diese stellten fest, dass der junge Mann zur Strafvollstreckung im Fahndungsbestand erfasst war. Er hatte die letzte Rate nicht bezahlt und wurde dadurch von der Staatsanwaltschaft zur Strafvollstreckung ausgeschrieben. Nachdem er sich von seinem Chef die notwendige Summe in Höhe von fast 2.500 Euro Reststrafe ausgeliehen hatte, konnte er seinen Weg zur Arbeit fortsetzten.

Ansonsten wurden im Laufe des Dienststags insgesamt 30 Personen ausländerrechtlich behandelt, wovon im Rahmen zweier Schleusungen 16 Personen über die Autobahn einreisten, davon vier Kinder. Die restlichen Personen, worunter sich auch sechs Kinder befanden, wurden von den Schienenfahndern aus den Zügen genommen und nach Stellung eines Asylantrages zu den Aufnahmeeinrichtungen weitergeleitet.

Pressemeldung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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