Sicherheitsreport: Polizei Reichenhall zieht Bilanz

Bad Reichenhall - Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall ist für die Sicherheit von 31.000 Bürgern verantwortlich. Jetzt zogen die Beamten Bilanz.

Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall ist für die Sicherheit der Bürger in der Großen Kreisstadt Bad Reichenhall und den umliegenden Gemeinden Anger, Bayerisch Gmain, Piding und Schneizlreuth verantwortlich. In den fünf Kommunen leben etwas mehr als 31.000 Einwohner. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik des Bayerischen Landeskriminalamtes wurden im Jahr 2009 im Zuständigkeitsbereich der PI Bad Reichenhall – ohne die Zahlen der von der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität festgestellten Delikte – insgesamt 1.303 Straftaten registriert. Im Vergleich zum Jahr 2008 mit 1.512 Straftaten ist die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten deutlich um fast 14 Prozent zurückgegangen.

Aufgrund der Einwohnerzahl der Stadt Bad Reichenhall mit mehr als 17.000 Bürgern und der zentralen Bedeutung der Großen Kreisstadt für Wohnen, Arbeit, Schule und Ausbildung sowie Freizeitgestaltung liegt der Anteil der im Stadtgebiet begangenen Straftaten am registrierten Gesamtaufkommen zwangsläufig höher als in den umliegenden und überwiegend ländlich geprägten Gemeinden.

Die Kriminalitätsbelastung in den fünf Gemeinden liegt mit 41 Straftaten je 1.000 Einwohner fast ein Fünftel unter dem bayerischen Durchschnitt von 50 Straftaten. Geklärt werden konnten 694 von den letztes Jahr verübten 1.303 Delikten; dies ergibt eine Aufklärungsquote von gut 53 Prozent. Die Aufklärungsquote ist im Jahresvergleich zu 2007 mit 805 geklärten Straftaten von 1.512 begangenen nahezu identisch. Weiterhin erfreulich rückläufig sind mit 18 Straftaten im Jahr 2009 im Vergleich zum Jahr 2008 mit damals 27 Delikten die bekannt gewordenen Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz.

Im Jahr 2007 waren noch 61 dieser Delikte polizeilich aufgenommen worden. Hervorzuheben ist bei der Analyse der Rauschgiftdelikte, dass nur in einem Fall die harte Droge Heroin konsumiert worden war, bei den meisten Vergehen lediglich sogenannte „weiche Drogen“ wie Marihuana und Haschisch festgestellt worden sind und es sich bei den angezeigten Personen im Regelfall um die Konsumenten illegaler Rauschmittel und nicht um Dealer gehandelt hat. Getrübt wird die Bilanz allerdings dadurch, dass im vergangenen Jahr zwei Menschen ihre Drogenabhängigkeit mit dem Leben bezahlen mussten. Im Jahr 2008 war eine Person an den Folgen ihrer Rauschgiftsucht gestorben. Die Diebstahlsdelikte stellen wie in den Jahren zuvor mit gut 40 Prozent den Löwenanteil an der Kriminalitätsbelastung. Sie sind aber mit 527 Delikten im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr mit 587 registrierten Delikten um über ein Zehntel zurückgegangen.

Hier hat sich der in den Jahren zuvor dargestellte negative Trend nunmehr umgekehrt. Die Zahl der Ladendiebstähle stieg mit 95 im Jahr 2009 zu 65 Delikten im Vorjahr um 46 Prozent stark an. Allerdings ist bei der Bewertung dieser Entwicklung darauf hinzuweisen, dass die hohe Zahl der erkannten Ladendiebe die Aufmerksamkeit des Personals und die intensive Überwachung der geschädigten Einzelhandelsgeschäfte und Handelsketten mit Ladendetektiven widerspiegelt und dass sich deshalb ein Ladendiebstahl wegen des hohen Entdeckungsrisikos nicht lohnen dürfte. Bei den die Privatsphäre und das Sicherheitsgefühl der Bürger immer besonders beeinträchtigenden Einbruchsdiebstählen in Wohnhäuser und Wohnungen wurden im Jahr 2009 im Vergleich zu 2008 acht Delikte anstatt sieben begangen.

Mit weit weniger als zwei Prozent stellen diese Wohnungseinbrüche+ jedoch nur einen verschwindend geringen Anteil an den insgesamt bearbeiteten Diebstahlsdelikten dar. Die Zahl der Kraftfahrzeugdiebstähle ging von zehn im Vorjahr auf nur noch sechs im Jahr 2009 zurück. Die Diebstähle aus Kraftfahrzeugen stiegen von 27 im Jahr 2008 auf 28 im vergangenen Jahr marginal an. Aufgrund der Erfahrungen aus der polizeilichen Sachbearbeitung dieser Delikte kann immer wieder nur daran appelliert werden, auf keinen Fall Wertsachen, Handtaschen, Kameras oder hochwertige elektronische Geräte wie mobile Navigationsgeräte oder Laptops im abgestellten Kraftfahrzeug zurückzulassen. Die beste Vorbeugung vor diesen Straftaten ist die persönliche Vorsicht und Umsicht. Der Fahrraddiebstahl ist im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren weiterhin ansteigend. 2009 wurden 159 Fahrräder entwendet, 2008 waren es 150 und 2007 noch 146. Der Fahrradklau macht bei den gesamten Diebstahlsdelikten einen Anteil von 30 Prozent aus.

Um diese hohe Zahl von Fahrraddiebstählen wieder senken zu können, sollte zum einen beim Abstellen der Zweiräder eine wirksame Sicherung mit festen Schlössern oder Ketten erfolgen und zum anderen eine freiwillige Registrierung von Rahmennummern der Fahrräder bei der Polizei vorgenommen werden, da dadurch das Risiko für die Täter wegen des leichteren Erkennens abhanden gekommener Räder deutlich steigt. Die 2008 im Vergleich zu 2007 noch deutliche Zunahme der Gewaltdelikte wurde im Jahresvergleich 2009 zu 2008 in eine positive Entwicklung umgekehrt. Waren im Jahr 2008 49 derartige Straftaten bekannt geworden, waren es im vorletzten Jahr noch 73 und 2009 nur noch 28.

Diese sehr erfreuliche Entwicklung dürfte zum einen auf die starke Präsenz von Polizeikräften bei größeren Veranstaltungen wie dem Stadtfest, dem Stadionfest in der Nonner Au und der „Halloween-Nacht“ oder dem Kramplerltreiben in der Innenstadt sowie auf die intensive Überwachung von Treffpunkten zum Alkoholkonsum im öffentlichen Raum mit uniformierten und zivilen Kräften zurückzuführen sein, insbesondere aber auch auf Hinweise und Zeugenaussagen aus der Bevölkerung. Zur Verhinderung und zur Aufklärung dieser Aggressionsdelikte ist die Polizei in hohem Maße auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Umstände, die auf beginnende körperliche Auseinandersetzungen hindeuten beziehungsweise auf bereits begangene Straftaten, sollten sofort der Polizei gemeldet werden, um die Täter noch an Ort und Stelle fassen und einer wirksamen Strafverfolgung zuführen zu können. Die Zahl der verübten Sachbeschädigungen ist mit 210 im Jahr 2009 zu 190 Straftaten im vorletzten Jahr um ein Zehntel angestiegen. Wie auch in den Jahren zuvor ließen meist unbekannt gebliebene Rowdys ihre Zerstörungswut vor allem an Straßenlaternen, Parkbänken, Telefonzellen, Hauswänden und geparkten Kraftfahrzeugen aus. Da die Sachbeschädigungen und mutwilligen Zerstörungen nahezu ausschließlich im Schutz der Dunkelheit verübt werden, ist auch auf diesem Deliktsfeld die Polizei auf Hinweise und Zeugenaussagen der Bürger angewiesen. Nur jede sechste der begangenen Sachbeschädigungen konnte im Jahr 2009 geklärt werden. Auf die überführten Täter kommen dabei teils hohe Schadensersatzforderungen zu.

Dank der Aufmerksamkeit einer Bayerisch Gmainer Bürgerin und deren sofortigen Verständigung der Polizei konnte im Dezember 2009 ein Graffiti-Sprayer auf frischer Tat gestellt werden. Dem Mann, der vermutlich einen unerkannt gebliebenen Komplizen hatte, konnte eine ganze Serie von Sachbeschädigungen von Privateigentum und an öffentlichen Einrichtungen nachgewiesen werden. Zu den 694 im Jahr 2009 aufgeklärten Straftaten wurden 601 Tatverdächtige ermittelt (2008 zu 805 geklärten Straftaten 673 Tatverdächtige). 466 davon waren männlich, 135 weiblich und bei 108 von ihnen handelte es sich um Tatverdächtige ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden an den ermittelten Tatverdächtigen ist vor allem bei den Gewaltdelikten (53 %), insbesondere bei den gefährlichen oder schweren Körperverletzungen (58 %), bei den Delikten der Straßenkriminalität (52%), bei den Ladendiebstählen (25 %) und bei den Sachbeschädigungen (44 %) mit teils mehr als der Hälfte aller Tatverdächtigen sehr hoch. Zur Vorbeugung vor Straftaten im öffentlichen Raum werden die jugendszenetypischen Aufenthaltsorte im polizeilichen Streifendienst sowohl mit uniformierten als auch mit zivilen Kräften eingehend überwacht. Anzuführen ist auch, dass die Anzahl der bekannt gewordenen Tatverdächtigen aus diesem Lebensaltersbereich in der Gesamtbetrachtung aller aufgeklärten Straftaten mit 25 Prozent verhältnismäßig hoch ist. Strafunmündige Kinder wurden nahezu ausschließlich bei Ladendiebstählen ertappt. Bei den anderen Deliktsbereichen fallen die unter 14-Jährigen statistisch nicht ins Gewicht.

Hervorzuheben ist bei der Analyse der Kriminalstatistik im Zuständigkeitsbereich der PI Bad Reichenhall, dass, wie auch in den zurückliegenden Jahren, im Jahr 2009 ein Großteil der bedeutenden oder aufsehenerregenden Delikte geklärt werden konnte. Hierzu hat neben den jeweiligen sofort eingeleiteten und erfolgreichen Fahndungsmaßnahmen der Polizei mit starken Einsatzkräften sowie der nachfolgenden intensiven Ermittlungstätigkeit und eingehenden Beweissicherung sicherlich auch und vor allem die für die Aufklärung von schwerwiegenden Delikten nicht wegzudenkende Mitteilungsbereitschaft aus der Bevölkerung mit zielgerichteten Hinweisen auf Tatumstände und tatverdächtige Personen beigetragen. Positiv festzuhalten bleibt in der Rückschau, dass das vergangene Jahr im wesentlichen geprägt war von alltäglicher Kleinkriminalität und nur in wenigen Fällen von mittlerer und schwerer Kriminalität. Weder versuchte noch vollendete Tötungsdelikte oder gravierende Sexualstraftaten mussten registriert werden. Besonders hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass im vergangenen Jahr nur ein einziges Raubdelikt begangen worden ist. Im Jahr 2008 waren drei Handtaschenraubüberfälle verübt worden. Beispielhaft sind im folgenden die herausragenden Fälle aus dem Kriminalitätsgeschehen in den verschiedenen Deliktsbereichen kurz angeführt:

Sexualstraftaten

Ein Urlauberehepaar zeigte im Juni bei der Polizei an, dass ihm ein Exhibitionist am Saalachseeufer bei Kibling gegenübergetreten sei. Im Zuge der sofortigen Fahndung konnte ein 42-jähriger Niederländer als mutmaßlicher Täter gestellt werden. Dieser stritt den Sachverhalt allerdings ab Wenige Tage später trat ein 58-jähriger aus Baden-Württemberg, der beruflich in Bad Reichenhall zu tun hatte, einer 32-jährigen Österreicherin als Exhibitionist an einer Parkbank am Thumsee gegenüber. Die genaue Täterbeschreibung der Geschädigten führte zur Festnahme des Mannes

Gefährliche Körperverletzungen im öffentlichen Raum

Bei einer Auseinandersetzung wegen Geldforderungen wurde im Januar ein 42-jähriger in Bad Reichenhall von seinem 50-jährigen Geschäftspartner mit dem Pkw angefahren, als er sich vor diesen stellte, um ein Wegfahren zu verhindern. Der Fahrzeugführer nahm ihn bei dem Manöver „auf die Haube“. Der leicht verletzte 42-jährige erstattete Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung. Das Amtsgericht Laufen verurteilte den Fahrzeugführer im November zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung Ebenfalls im Januar kam es im Bushäuschen am Rathausplatz zu mehreren Körperverletzungsdelikten. Zunächst wurden zwei Jugendliche von einem 17-jährigen angegangen.

Ein weiterer 17-jähriger wollte sich um einen Betrunkenen, der auf der Wartebank lag, kümmern und wurde hierbei von einem 18-jährigen angegriffen. Der 17-jährige des ersten Angriffs mischte sich ebenfalls ein und versetzte dem anderen 17-jährigen einen Tritt gegen den Kopf. Vorher war dieser von dem 18-jährigen mit dem Knie gegen das Gesicht gestoßen worden, so dass er zu Boden gegangen war Eine Schneeballschlacht war Auslöser einer wüsten Schlägerei in der Fußgängerzone im Februar. Zwei Reichenhaller wurden dabei von Unbekannten aus der gegnerischen Gruppe heraus angegriffen und übel zusammengeschlagen. Ihnen wurde auch noch mit den Füßen ins Gesicht getreten, als sie schon am Boden lagen. Die Angreifer konnten unerkannt entkommen. Die Schläger konnten im Zuge der Ermittlungen als zwei 19 und 20 Jahre alte Brüder aus Freilassing festgestellt werden, die den Tathergang jedoch naturgemäß gänzlich anders schilderten Ein erst 16-jähriger aus Bad Reichenhall, der im März in einer Schule in Freilassing einem Mitschüler mehrere Faustschläge verpasst und wenige Tage später in Bad Reichenhall einen 20-jährigen verletzt hatte, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen, da er während einer offenen Bewährung rückfällig geworden war. Wegen dieser Taten und seiner mehrfachen Vorstrafen wurde der Jugendliche im August vom Amtsgericht Laufen zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt Die süchtig machende chemische Substanz „GBL“ wurde Ende August einer 16-jährigen aus Bayerisch Gmain und einer 17-jährigen aus Bad Reichenhall von einem 25-jährigen aus Piding „abgegeben“. Die 16-jährige wurde im komatösen Zustand von dem Täter sexuell missbraucht, die 17-jährige musste nach der oralen Einnahme einer mit GBL versetzten Flüssigkeit vom Notarzt zweimal reanimiert werden. Aufgrund der intensiven Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein konnten der 25-jährige und dessen Bekannter, ein 24-jähriger, ebenfalls aus Piding, wegen Verbrechen nach dem Arzneimittelgesetz überführt und durch die Justiz in Haft genommen werden.

Neben den beiden geschädigten Mädchen war im September noch eine weitere junge Frau bewusstlos in das Reichenhaller Kreiskrankenhaus eingeliefert worden. Auch diese Frau war von den beiden Tatverdächtigen „beliefert“ worden. Wegen einer ähnlichen Tat der Abgabe von GBL in mehreren „Portionen“ an eine 25-jährige zwischen April und Juli wurde durch das Amtsgericht Laufen im Dezember ein 41-jähriger Reichenhaller zu einer Freiheitsstrafe von einem halben Jahr auf Bewährung verurteilt. Insgesamt hat dieser Täter eineinhalb Liter der gefährlichen Flüssigkeit an die junge Frau verabreicht. Besonders tragisch ist dieser Fall deswegen, weil die 25-jährige im Januar 2010 wegen einer Überdosis an Heroin tot in einer Wohnung aufgefunden worden war Ende September gerieten drei Jugendliche mit drei Unbekannten wegen einer Beziehung eines der Opfer zu einem Mädchen in Streit. Hierbei wurde ein 17-jähriger von einem der Täter so brutal zusammengeschlagen, dass seine Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die beiden anderen, ein 18-jähriger und ein 19-jähriger, wurden bei der Schlägerei leicht verletzt. Die Angreifer flüchteten unerkannt.

Eigentumsdelikte/Betrugsdelikte

Bislang unbekannte Täter öffneten im Januar auf unbekannte Art und Weise mindestens 20 versperrte Umkleideschränke in der Rupertus-Therme und entwendeten Bargeld und Wertgegenstände von Thermenbesuchern. Der Wert der Beute betrug zirka 3.000 Euro Bei einem dreisten Betrugsdelikt wurde eine 80-jährige Reichenhallerin im Februar um 6.000 Euro gebracht. Der später ermittelte Zeitungswerber hatte „für das Vaterland gesammelt“. Als er wenige Tage später nochmals sein „Glück“ versuchte und die Frau dazu bringen wollte, weitere 10.000 Euro von ihrem Konto abzuheben, wurde die Bankangestellte misstrauisch und verständigte die Polizei. Das Geld blieb auf dem Konto und konnte somit für die ältere Dame gerettet werden. Als Täter konnte durch die Polizei ein 28-jähriger aus Simbach am Inn ermittelt werden; er wurde wegen dieser Taten in Haft genommen und vom Amtsgericht Laufen im Juli wegen seiner vielen Vorstrafen und einer offenen Bewährung zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Werkzeuge und Maschinen, überwiegend der Marke Hilti, im Gesamtwert von 20.000 Euro erbeuteten Unbekannte bei einem Einbruch in Bauhütten in der Weißstraße in Bad Reichenhall über die Faschingsfeiertage 200 Kunststoff-Euro-Paletten wurden im März von einem Firmengelände in Türk entwendet. Die Paletten hatten einen Wert von 10.000 Euro. Da die Paletten zusammen ein Gewicht von ca. 4,5 Tonnen hatten, mussten sie mit einem Lastwagen abtransportiert worden sein Opfer eines sogenannten „Wechselfallenbetrügers“ wurde im Juli eine Kassiererin in einem Drogeriemarkt in Bad Reichenhall. Durch ständiges Einreden auf die Frau und wegen hohen Kundenaufkommens war diese dermaßen verwirrt, dass sie viel mehr Wechselgeld herausgab, als dem „Kunden“ zugestanden wäre. Der dreiste Täter im Alter von 50 bis 60 Jahren konnte unerkannt entkommen, da der Fehlbetrag im Kassenbestand erst nachträglich festgestellt werden konnte Im August trat ein 40 Jahre alter Italiener in Hotels in Freilassing und Bad Reichenhall als Einmietbetrüger auf. Die Geschäftsinhaber blieben auf ihren Rechnungen sitzen, da die vorgelegte Kreditkarte nicht gedeckt war. Auf ähnliche Weise war der Mann bereits im Raum München aufgetreten. Der Täter ist nach wie vor flüchtig Zu zwei sogenannten „Tageswohnungseinbrüchen“ kam es im November in Marzoll und in Karlstein. Während die unbekannten Täter in Marzoll offenbar von den heimkommenden Hausbewohnern überrascht wurden und unerkannt ohne Beute flüchteten, erbeuteten sie in Karlstein Bargeld, Kreditkarten und ein Sparbuch. In beiden Fällen entstand erheblicher Sachschaden durch das Aufbrechen von Türen und Fenstern. Diese Art der Taten in der Dämmerung oder den Abendstunden geht meist auf das Konto internationaler Einbrecherbanden. Ein weiterer Einbruch der gleichen Art und Weise ereignete sich im Dezember in Bayerisch Gmain in einer Reihenhaussiedlung. Auch hier erbeuteten Unbekannte Bargeld, allerdings einen nur geringen Betrag.

Gemeinschädliche Sachbeschädigungen

Unbekannte beschädigten im Juni die Hydraulikanlage einer Baumaschine mit Bohrgerät einer Firma, die Probebohrungen wegen einer Trassenführung der Autobahn A 8 bei Piding durchführte. Hierbei entstand Sachschaden in Höhe bis zu 1.000 Euro Drei junge Männer randalierten Ende August in der Fußgängerzone und rissen am Angerer Brunnen eine Sitzbank aus Stahl aus der Verankerung und warfen sie wie ebenfalls herausgerissene Steine des Kopfsteinpflasters in den Brunnen. Hierbei entstand erheblicher Sachschaden. Auf die drei „übermütigen“ Betrunkenen, die von der verständigten Polizeistreife auf frischer Tat gestellt werden konnten, kommen zur strafrechtlichen Verantwortung noch die Schadensersatzforderungen hinzu Ende November verursachte ein unbekannter Straftäter bei Schmierereien im Stadtgebiet und in Bayerisch Gmain Sachschaden von mehreren Tausend Euro. Der Sprayer „verzierte“ öffentliche Gebäude, Telefonzellen, Stromverteilerkästen, Verkehrszeichen und Privateigentum Im Dezember wurde ein 14-jähriger Bursche, der eine Bushaltestelle in der Nonner Straße großflächig mit Farbe aus einer Spraydose verschmiert hatte, von einem 43-jährigen Anwohner auf frischer Tat gestellt und der Polizei übergeben Am ersten Weihnachtsfeiertag war ein 23-jähriger aus Freising als Graffiti-Sprayer unterwegs und verunstaltete öffentliche Einrichtungen und private Wohnanwesen mit seinen „Tags“. Als er auf seinem Weg von Bad Reichenhall nach Bayerisch Gmain in der dortigen Feuerwehrheimstraße die Telefonzelle ansprühte, wurde er von einer Anwohnerin beobachtet. Diese verständigte sofort die Polizei. Die herbeigerufene Streifenbesatzung konnte dank der Personenbeschreibung des Täters diesen bei einer erneuten Sachbeschädigung an einem Wasserhaus der Gemeinde am Taufkirchenweg stellen. Ein zweiter mutmaßlicher Tatverdächtiger konnte unerkannt entkommen. Da die Spray-Motive des Festgenommenen nicht mit denjenigen der Sachbeschädigungsserie vom November übereinstimmen, besteht der Verdacht, dass der Geflüchtete die anderen „Tags“ verwendet hat. Der 23-jährige schweigt sich allerdings über seinen Kumpanen aus.

Das Straftatenaufkommen ist in den fünf durch die Polizeiinspektion Bad Reichenhall betreuten Gemeinden im Vergleich zur Kriminalitätsbelastungsquote im gesamten Freistaat Bayern mit der statistischen Kriminalitätsbelastung von 41 zu 50, gerechnet jeweils auf 1.000 Einwohner, merklich niedriger. Dies ist neben den bei den einzelnen Deliktsbereichen bereits erläuterten Faktoren sicherlich auch auf die noch weitgehend funktionierende soziale Kontrolle im kleinstädtischen und ländlichen Raum zurückzuführen.

Daneben dürfte die Aufklärung vieler Delikte vor allem auch einem intakten Vertrauensverhältnis zwischen den Bürgern und ihrer Polizei mit der daraus resultierenden guten Hinweishäufigkeit zu verdanken sein. Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall wird, wie bisher, auch künftig mit allen zur Verfügung stehenden Kräften dafür sorgen, das Sicherheitsniveau auf dem gegenwärtigen hohen Stand zu halten und nach Möglichkeit weiter zu verbessern, begangene Straftaten durch intensive Fahndungs- und Ermittlungstätigkeit aufzuklären und festgestellte Tatverdächtige beweiskräftig einer wirksamen Strafverfolgung zuzuführen.

Die polizeilichen Maßnahmen zur Vorbeugung vor Straftaten und zur wirksamen Aufklärung begangener Delikte tragen sicherlich mit dazu bei, den Bürgern der Stadt Bad Reichenhall und der durch die Polizeiinspektion Bad Reichenhall betreuten umliegenden vier Gemeinden weiterhin bestmögliche Sicherheit zu geben und vor allem ein positives Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und verschickt und ist deshalb mit keiner Unterschrift versehen.

Pressemeldung Polizeiinspektion Bad Reichenhall

Rubriklistenbild: © PA

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