Sicherheitsbericht für Bad Reichenhall

Bad Reichenhall - Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall hat am Freitag ihre Sicherheitsstatistik veröffentlicht. So steht es darum:

Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall ist für die Sicherheit der Bürger in der Großen Kreisstadt Bad Reichenhall und den umliegenden Gemeinden Anger, Bayerisch Gmain, Piding und Schneizlreuth im mittleren Landkreis verantwortlich. In den fünf Kommunen wurden 2011 knapp 32.000 Einwohner gezählt. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) des Bayerischen Landeskriminalamtes wurden im Jahr 2011 im Zuständigkeitsbereich der PI Bad Reichenhall – ohne die Zahlen der von der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität festgestellten Delikte und der durch die Kriminalpolizeiinspektion Traunstein bearbeiteten Straftaten – insgesamt 1.260 Straftaten registriert. Im Vergleich zum Jahr 2010 mit 1.280 Straftaten ist die Zahl der bekannt gewordenen Delikte leicht um 1,6 Prozent zurückgegangen.

Aufgrund der Einwohnerzahl der Stadt Bad Reichenhall mit mehr als 17.000 Bürgern und der Mittelpunktfunktion der Großen Kreisstadt für Wohnen, Arbeit, Schule und Ausbildung sowie Freizeitgestaltung liegt der Anteil der im Stadtgebiet begangenen Straftaten am registrierten Gesamtaufkommen zwangsläufig höher als in den umliegenden und überwiegend ländlich geprägten Gemeinden. Die Kriminalitätsbelastung in den fünf Gemeinden liegt mit 40 Straftaten je 1.000 Einwohner unter dem bayerischen Durchschnitt von knapp 50 Straftaten.

Geklärt werden konnten 727 von den letztes Jahr verübten 1.260 Delikten; dies ergibt eine Aufklärungsquote von 57,7 Prozent. Die Aufklärungsquote konnte im Jahresvergleich zu 2010 mit 55,6 Prozent und 2009 mit 53,3 weiter angehoben werden. Merklich angestiegen sind mit 25 Straftaten im Jahr 2011 im Vergleich zum Jahr 2020 mit 10 Delikten die bekannt gewordenen Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz. Im Jahr 2009 waren 18 dieser Delikte polizeilich aufgenommen worden. Hervorzuheben ist bei der Analyse der Rauschgiftdelikte, dass in allen von der Polizeiinspektion Bad Reichenhall bearbeiteten Fällen nur sogenannte „weiche Drogen“ wie Marihuana und Haschisch festgestellt worden sind und es sich bei den angezeigten Personen im Regelfall um die Konsumenten illegaler Rauschmittel und nicht um Dealer gehandelt hat.

Es muss in diesem Zusammenhang allerdings auch darauf hingewiesen werden, dass die Beamten der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein im Rahmen ihrer Kontrollmaßnahmen im Grenzgebiet in Bad Reichenhall und den zum Zuständigkeitsbereich der PI Bad Reichenhall gehörenden Gemeinden weitere 191 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgedeckt haben. Hierzu zählt in erster Linie grenzüberschreitender Rauschgiftschmuggel und -besitz, teils auch von ortsansässigen Personen. Gottseidank starben im letzten Jahr keine Drogenkonsumenten an den Folgen ihrer Sucht. Im Jahr 2010 und 2008 war je eine Person an der Drogenabhängigkeit gestorben, 2009 waren es zwei Personen.

Die Diebstahlsdelikte stellen wie in den Jahren zuvor mit fast 36 Prozent den Löwenanteil an der Kriminalitätsbelastung dar. Sie sind mit 452 Delikten im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr mit 455 registrierten Delikten nahezu gleich geblieben. Die Zahl der Ladendiebstähle blieb mit 75 Delikten im Vergleich zum Vorjahr mit 76 konstant. Hierzu ist aber anzuführen, dass über 90 Prozent dieser Diebstahlsdelikte aufgeklärt werden konnten und sich somit ein Ladendiebstahl für die Täter nicht lohnen dürfte. Offensichtlich schrecken auch die Aufmerksamkeit des Personals und die Überwachung der Geschäfte mit Ladendetektiven Langfinger davon ab, Gegenstände in Diebstahlsabsicht an sich zu bringen.

Bei den die Privatsphäre und das Sicherheitsgefühl der Bürger immer besonders beeinträchtigenden Einbruchsdiebstählen in Wohnhäuser und Wohnungen wurden im Jahr 2011 14 Delikte bekannt. 2010 waren es im Vergleich dazu sieben. Trotz dieser Steigerung stellen die Wohnungseinbrüche mit lediglich drei Prozent nur einen verschwindend geringen Anteil an den insgesamt 452 polizeilich aufgenommenen Diebstahlsdelikten dar.

Die Zahl der Kraftfahrzeugdiebstähle ging von sechs im Jahr 2009 auf vier im Jahr 2010 zurück. Letztes Jahr wurden keine derartigen Straftaten bekannt. Die Diebstähle aus Kraftfahrzeugen stiegen dagegen leicht von 13 im Jahr 2010 auf 16 im Jahr 2011 an. Die polizeilichen Appelle zum Herausnehmen von Wertgegenständen, Handtaschen, Kameras etc. beim Abstellen der Kraftfahrzeuge können nur wiederholt werden, um dem negativen Trend auf diesem Diebstahlssektor zu begegnen.

Der seit mehreren Jahren festgestellte Trend zur Zunahme von Fahrraddiebstählen ist in den letzten beiden Jahren umgekehrt worden. Wurden 2009 noch 159 Fahrräder entwendet, waren es 2010 noch 116 und im Jahr 2011 nur noch 98. Dies bedeutet einen Rückgang des Fahrradklaus seit 2009 um über 38 Prozent. Sorge bereitet jedoch nach wie vor die Tatsache, dass nur sehr wenige dieser Straftaten aufgeklärt werden können. Die Aufklärungsquote bei dem Fahrraddiebstahl betrug letztes Jahr nur zehn Prozent. Zur Erhöhung der Erfolgsrate bei der Deliktsklärung sollte vom jeweiligen Fahrradeigentümer immer eine freiwillige Fahrradregistrierung bei der Polizei erfolgen, um das Risiko für die Diebe wegen des durch die Aufnahme in die Fahrraddatei leichteren Erkennens von abhanden gekommenen Fahrrädern zu erhöhen.

Die Gewaltdelikte, hierzu zählen vor allem gefährliche und schwere Körperverletzungen, gingen nach einem leichten Anstieg im Jahresvergleich 2009 zu 2010 letztes Jahr stark zurück. Wurden 2010 noch 32 dieser Straftaten registriert, waren es im Jahr 2011 nur noch 20. Die Aufklärungsquote bei diesem Deliktsfeld ist zudem sehr hoch; 80 Prozent der angezeigten Delikte wurden mit Hilfe von Zeugenaussagen und durch die polizeilichen Ermittlungen geklärt. Bei den Gewaltdelikten, aber auch bei den Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum, von denen in den letzten beiden Jahren jeweils 199 Delikte gezählt wurden, ist die Polizei zur Klärung dieser Straftaten, die zumeist im Schutz der Dunkelheit oder an schwer einzusehenden Örtlichkeiten verübt werden, in hohem Maße auf die Mithilfe der Bevölkerung durch Hinweisgebung und Zeugenaussagen angewiesen.

Bei den Sachbeschädigungen liegt die Aufklärungsquote nur bei 23 Prozent. Diese Zahl bedeutet, dass das Entdeckungsrisiko zwar nicht allzu hoch ist, aber jeder, der einer Sachbeschädigung überführt wird, jedoch neben den zu tragenden strafrechtlichen Konsequenzen auch mit zivilrechtlichen Schadenersatzforderungen zu rechnen hat. Wie auch in den Jahren zuvor ließen bei den Vandalismusdelikten meist unbekannt gebliebene Rowdys ihre Zerstörungswut vor allem an Straßenlaternen, Parkbänken, Telefonzellen, Hauswänden und geparkten Kraftfahrzeugen aus.

Obwohl die angezeigten Betrugsdelikte im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr mit 246 zu 247 Delikten minimal zurückgegangen sind, muss aufgrund des immensen Anstiegs bei den Computerbetrugsfällen von 14 im Jahr 2010 auf 80 im Jahr 2011 und des hohen Anteils von Waren- und Warenkreditbetrügereien bei der Gesamtzahl der Betrugsdelikte (81 Straftaten) sowie aufgrund der polizeilichen Erkenntnisse bezüglich der Vorgehensweise der Täter bei Wechselfallenbetrügereien, Einmietbetrügereien oder sonstige Betrugsfällen, vor allem zum Nachteil älterer Mitbürger, zur besonderen Vorsicht gegenüber Fremden am Telefon, an der eigenen Wohnungstüre oder auf der Straße und vor allem bei Vertragsabschlüssen geraten werden. Diese Vorsicht sollte auch bei Internetbankgeschäften und Internetwarengeschäften jeder walten lassen und mit der Herausgabe persönlicher Daten und Bank- sowie Kreditkartendaten ohne vorherige exakte Prüfung der Vertrauenswürdigkeit der im Internet auftretenden Firma oder Privatperson sehr zurückhaltend sein. Anzumerken ist bei der statistischen Darstellung der Betrugsdelikte, dass in diesen Zahlen auch die durch die Kriminalpolizei (weiter-)bearbeiteten Straftaten beinhaltet sind, da je nach Fallkonstellation die Endsachbearbeitung der Schutz- oder Kriminalpolizei obliegt und eine aussagekräftige Lagedarstellung beide Zuständigkeitsbereiche erfordert.

Zu den 727 im Jahr 2010 aufgeklärten Straftaten wurden 561 Tatverdächtige ermittelt (2010 zu 712 geklärten Straftaten 544 Tatverdächtige). 438 davon waren männlich und 123 weiblich. Bei der Analyse der Zusammensetzung der Tatverdächtigen nach Altersgruppen fällt auf, dass Kinder, Jugendliche und Heranwachsende unter 21 Jahren mit insgesamt 121 Personen bei den 561 ermittelten Tatverdächtigen vertreten sind. Dies bedeutet einen prozentualen Anteil von knapp 22 Prozent und liegt in etwa bei dem prozentualen Anteil vom Jahr 2010. Im einzelnen waren 21 Kinder, 44 Jugendliche, 56 Heranwachsende und 440 Erwachsene als Straftäter überführt worden. Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden an den ermittelten Tatverdächtigen ist vor allem bei den Gewaltdelikten (36 %), insbesondere bei den gefährlichen oder schweren Körperverletzungen (38 %), bei den Delikten der Straßenkriminalität (45 %), bei den Ladendiebstählen (31 %) und bei den Sachbeschädigungen (27 %) überdurchschnittlich.

Zur Verringerung der Delinquenz von Personen aus dieser Altersgruppe und zur Vorbeugung von Straftaten im öffentlichen Raum werden die erkannten Brennpunkte und die jugendszenetypischen Aufenthaltsorte im polizeilichen Streifendienst sowohl mit uniformierten als auch mit zivilen Kräften eingehend überwacht. Die strafunmündigen Kinder unter 14 Jahren sind vor allem bei den Ladendiebstählen (16 %), als Tatverdächtige aufgefallen. Zur sozialen und emotionalen Stabilisierung der Kinder und Jugendlichen und zur Vermeidung von Straffälligkeit im zukünftigen Leben werden bei Straftaten von Jugendlichen die Behörden und gemeinnützigen Einrichtungen der Jugendhilfe jeweils in die polizeiliche Bearbeitung der Delikte eingebunden.

Hervorzuheben ist bei der Analyse der Kriminalstatistik im Zuständigkeitsbereich der PI Bad Reichenhall, dass, wie auch in den zurückliegenden Jahren, im Jahr 2011 viele der bedeutenden oder aufsehenerregenden Delikte geklärt werden konnten. Hierzu hat neben der zielgerichteten Fahndungs- und Ermittlungstätigkeit der Polizei sicherlich auch die für die Aufklärung von schwerwiegenden Delikten nicht wegzudenkende Mitteilungsbereitschaft aus der Bevölkerung mit Hinweisen auf Tatumstände und tatverdächtige Personen beigetragen. Positiv festzuhalten bleibt in der Rückschau, dass das vergangene Jahr großteils geprägt war von alltäglicher Kleinkriminalität und nur in geringem Ausmaß von mittlerer und schwerer Kriminalität. Weder versuchte noch vollendete Tötungsdelikte oder gravierende Sexualstraftaten mussten registriert werden. Hervorzuheben ist auch, dass die Raubdelikte im Jahresvergleich 2010 zu 2011 von fünf auf eines zurückgegangen sind. Beispielhaft sind im folgenden die herausragenden Fälle aus dem Kriminalitätsgeschehen in den verschiedenen Deliktsbereichen kurz angeführt:

Gefährliche Körperverletzungen im öffentlichen Raum

  • Trio verprügelte 20-jährigen: Im Juli kam es im Bereich der Fußgängerunterführung Luitpoldbrücke/Innenstadt nicht zum ersten Mal zu einem Übergriff auf einen Passanten. Ein 20-jähriger war gegen 3.45 Uhr zu Fuß über die Luitpoldbrücke Richtung Unterführung der B 20 unterwegs, als ihm ein etwa Gleichaltriger seine Mütze wegnahm. Als der Passant seine Mütze zurückforderte, wurde er von hinten angegriffen und von zwei weiteren Männern brutal niedergeschlagen. Anschließend flüchteten die drei jungen Angreifer in Richtung Innenstadt. Die Tat konnte trotz genauer Personenbeschreibung der Schläger nicht aufgeklärt werden.
  • Herbstfestereignisse: Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen wird es wohl nicht gelingen, Betrunkene daran zu hindern, aufeinander loszugehen. Die Polizei verhinderte beziehungsweise unterband durch ihre Anwesenheit am Festplatzgelände und im Umfeld des Kirchberger Bahnhofes mehrere Auseinandersetzungen. Als sich ein 22- und ein 18-jähriger am Autoscooter prügeln wollten, schritten Security-Kräfte ein und übergaben die Streithähne an die Polizei. Den beiden wurde umgehend ein Platzverweis erteilt. Während der 18-jährige diesen befolgte, beleidigte der 22-jährige die eingesetzten Beamten und widersetzte sich seiner Festnahme vehement. Gegenseitig verletzten sich zwei weitere Betrunkene am Festplatzgelände. Ein 17-jähriger sprang einem Gleichaltrigen in den Rücken und schlug auf ihn ein. Der Angegriffene revanchierte sich mit einem Faustschlag ins Gesicht des Angreifers. Eine Gruppe von Soldaten geriet im Festzelt mit einer anderen Gruppe von Gästen aneinander. Beim Versuch der Schlichtung wurde ein Angestellter einer Sicherheitsfirma leicht verletzt.

Sexuelle Nötigung

  • 17-jährige von Unbekannten bedrängt: Nach einem Festplatzbesuch wurde die Bad Reichenhallerin am Triftmeisterweg von zwei Unbekannten festgehalten, bedrängt und begrapscht. Nachdem sie sich hatte losreißen können, flüchteten die beiden jungen Männer unerkannt.

Betrugsdelikte

  • Gewinnversprechen: Im Januar 2011 wurde eine 89-jährige in Bad Reichenhall telefonisch kontaktiert. Hierbei wurde ihr ein Gewinn einer 48.000 Euro teuren Luxuskarosse mitgeteilt. Da die betagte Dame keine Verwendung für ein Kraftfahrzeug hatte, wurde ihr anstelle des Pkw eine Bargeld-Gewinnauszahlung offeriert. Zum Transfer des Geldes fielen „Gebühren“ an. Insgesamt überwies die Geschädigte 2.000 Euro nach Istanbul. Vom versprochenen Gewinn sah sie erwartungsgemäß nichts.
  • Trickdiebstähle im Stadtgebiet: Binnen zweier Tage wurden im September ältere Kurgäste Opfer ihrer Vertrauenseligkeit. Ein bislang unbekannter Täter, offenbar ausländischer Herkunft, hatte die Herren in der Fußgängerzone angesprochen und darum gebeten, jeweils eine Zwei-Euro-Münze in Kleingeld umzuwechseln. Hierbei war der zirka 40-jährige Unbekannte den Opfern „behilflich“ und kramte zum Suchen von Münzen in deren Geldbörsen herum. Ihre Hilfsbereitschaft Fremden gegenüber kam den beiden Kurgästen teuer zu stehen. In einem Fall erbeutete der fingerfertige Mann 105 Euro, im anderen Fall 200 Euro. Die Diebstähle fielen den Betrogenen erst später auf, so dass Fahndungsmaßnahmen keinen Erfolg brachten. Mit dieser Masche ist eine osteuropäische Tätergruppierung aus bislang bekannten mindestens 35 Tätern im oberbayerischen Raum seit längerer Zeit unterwegs. Inzwischen gehen auf deren Konto Straftaten in nahezu dreistelliger Höhe.
  • Betrügerische „Handwerker“: Ende Oktober konnte eine ältere Dame aus Bayerisch Gmain von einer Nachbarin davon abgehalten werden, ihre Terrasse und die Hofeinfahrt von zwei Männern für den viel zu hohen Betrag von 2000 Euro reinigen zu lassen. Als die aufmerksame Nachbarin den Unbekannten drohte, die Polizei zu verständigen, suchten diese sofort das Weite. Trotz Sofortfahndung und Zeugenaufrufes in den Medien konnten die Betrüger im hiesigen Bereich nicht mehr festgestellt werden.

Eigentumsdelikte

  • Tageswohnungseinbrecher festgenommen: Im Februar beobachteten aufmerksame Anwohner an der Fischerbräuwiese in Bad Reichenhall verdächtige Männer, die sich offenbar für Wohnungen abwesender Bewohner interessierten. In diesem Zusammenhang wurde auch ein VW Golf mit Frankfurter Kennzeichen bemerkt, der von den Verdächtigen benützt wurde. Nachdem ein Einbruchsversuch in ein Wohnhaus von weiteren Anwohnern bemerkt worden war und die Täter die Flucht ergriffen, konnte aufgrund der Zeugenaussagen der Bezug zu dem Frankfurter Golf hergestellt werden. Mit Unterstützung von Kräften der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein gelang die Festnahme des Einbrechertrios, junger Männer im Alter von 17, 18 und 20 Jahren aus Offenbach am Main.

Einbrecher überrascht

  • Im Mai 2011 erlitt eine Hausbesitzerin aus Piding einen schweren Schock, als sie im Keller einem fremden Mann gegenüberstand. Die Frau war durch den Lärm wachgeworden, den der Einbrecher verursacht hatte, als er gegen fünf Uhr früh das Kellerfenster aufgebrochen hatte und in den Kellerraum eingedrungen war. Beim Zusammentreffen im Keller machte sich der Unbekannte umgehend aus dem Staub und entkam unerkannt. Eine Beute erlangte er nicht.
  • Weitere Einbrüche in Piding: Mit dem versuchten Einbruchsdiebstahl im Zusammenhang stehen dürfte ein Einbruch in ein Wohnhaus in Piding im Mai am helllichten Tag, wobei den auf einem Ausflug weilenden Eigentümern Bargeld, Schmuck und Sammlermünzen im Wert von mehreren Tausend Euro entwendet wurden. Eine zufällig vorbeifahrende Zeugin hatte gegen 14.15 Uhr zwei junge Männer beobachtet, die über das geschlossene Gartentor des Anwesens sprangen und die Polizei verständigt. Eine Festnahme der Flüchtigen gelang jedoch nicht.
  • Erpresser in Piding: Im Oktober stahlen zwei junge Männer aus Piding aus einem im Europark Salzburg abgestellten Pkw eines 52-jährigen aus Piding einen Laptop. Mit darauf abgespeicherten privaten Videos wollten die zwei Männer den Eigentümer erpressen. Bei der angestrebten Geldübergabe im Ortsgebiet von Piding schlug die Polizei zu und nahm die Erpresser fest.

Brandstiftungen

  • Im Juni kam es im Stadtgebiet von Bad Reichenhall zu einer Serie von Brandstiftungen an Papiercontainern, Müllkörben und einem Gartenhäuschen in einer Hotelanlage. Aufgrund von Zeugenaussagen über verdächtige Personen richteten sich die polizeilichen Ermittlungen gegen Kinder und Jugendliche. Trotz intensivster Ermittlungen der Kriminalpolizei Traunstein mit Befragungen von einer Vielzahl von Personen und der Aussetzung einer Belohnung in Höhe von 1000 Euro durch das Bayerische Landeskriminalamt gelang die Aufklärung der Tatserie nicht. Die Ermittlungen der Polizei dürften sich aber in einschlägigen Täterkreisen herumgesprochen haben, da seither keine derartigen gemeinschädlichen Brandstiftungen mehr stattgefunden haben. Insgesamt entstand Sachschaden in einer fünfstelligen Eurosumme. Gefährlich waren diese Brandstiftungen, da die Müllcontainer und Mülltonnen nahe an Wohn- bzw. Geschäftsgebäuden abgestellt waren und die Flammen durchaus auf Gebäude hätten übergreifen können.

Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum

  • Im Frühjahr 2011 wurden im Stadtgebiet an Häuserwänden, öffentlichen Durchgängen, Kirchen und Geschäftshäusern mehrfach großflächige Graffitis von Unbekannten angebracht. Nach intensiven Recherchen der Polizei und dank eines zielgerichteten Hinweises aus der Bevölkerung konnte der Täter, ein 17-jähriger aus Bad Reichenhall, im April 2011 ausgeforscht werden. Bei der richterlich angeordneten Durchsuchung seines Zimmers im elterlichen Anwesen konnten einschlägige Beweismittel festgestellt werden. Aufgrund dessen legte der Beschuldigte ein umfassendes Geständnis ab und nannte darüber hinaus noch einen bis dato unbekannten Mittäter.
  • Ungeklärt ist dagegen eine Serie von mutwilligen Beschädigungen an abgestellten Kraftfahrzeugen im Kurviertel und im Bahnhofsbereich im Frühjahr 2011. Zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Wochentagen wurden mehrere Dutzend geparkte Pkw, meist mit auswärtigem Kennzeichen, mit einem spitzen Gegenstand großflächig zerkratzt. Trotz intensiver Beobachtung der Tatörtlichkeiten mit zivilen Polizeikräften und Zeugenaufrufen in der Öffentlichkeit gelang es bislang nicht, die Straftatenserie zu klären.

Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz

  • Festnahme eines Drogenhändlers in Bad Reichenhall: Seit 2009 stand ein 22-jähriger Kosovare mit Wohnsitz in Bad Reichenhall im Verdacht, unerlaubt mit Betäubungsmitteln zu handeln. Nachdem ihm der Handel mit 19 Kilogramm Marihuana hatte nachgewiesen werden können, beantragte die Staatsanwaltschaft Traunstein Haftbefehl gegen den Mann. Bei der gerichtlich angeordneten Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler der Kriminalpolizei Traunstein im August 4,4 Kilogramm Marihuana und 3,2 Kilogramm Amphetamin, welche zum Weiterverkauf bestimmt waren. Der Festgenommene schwieg sich über die Hintergründe seiner Taten und die Beschaffungswege des Rauschgiftes aus. Mit der Sicherstellung dieser Betäubungsmittelmengen gelang ein empfindlicher Schlag gegen die örtliche Rauschgiftszene.

Das Straftatenaufkommen ist in den fünf durch die Polizeiinspektion Bad Reichenhall betreuten Gemeinden im Vergleich zur Kriminalitätsbelastungsquote im gesamten Freistaat Bayern mit der statistischen Kriminalitätsbelastung von 41 zu 49, gerechnet jeweils auf 1.000 Einwohner, merklich niedriger. Dies ist neben den bei den einzelnen Deliktsbereichen bereits erläuterten Faktoren sicherlich auch auf die noch weitgehend funktionierende soziale Kontrolle im kleinstädtischen und ländlichen Raum zurückzuführen. Daneben dürfte die Aufklärung vieler Delikte vor allem auch einem intakten Vertrauensverhältnis zwischen den Bürgern und ihrer Polizei mit der daraus resultierenden Bereitschaft der Bürger zur Hinweisgebung zu verdanken sein. Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall wird, wie bisher, auch künftig mit allen zur Verfügung stehenden Kräften dafür Sorge tragen, das Sicherheitsniveau auf dem gegenwärtigen hohen Stand zu halten und nach Möglichkeit noch weiter zu verbessern, begangene Straftaten durch intensive Fahndungs- und Ermittlungstätigkeit aufzuklären und festgestellte Tatverdächtige beweiskräftig einer wirksamen Strafverfolgung zuzuführen. Die polizeilichen Maßnahmen zur Vorbeugung von Straftaten und zur wirksamen Aufklärung begangener Delikte stehen immer unter der Prämisse einer bestmöglichen Sicherheit für die Bürger der Stadt Bad Reichenhall und der durch die Polizeiinspektion Bad Reichenhall betreuten umliegenden vier Gemeinden und einem sich daraus ergebenden positiven Sicherheitsgefühl des Einzelnen.

Pressebericht Polizeiinspektion Bad Reichenhall

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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