Bundespolizei stoppt Schleusung auf der A8 am Walserberg

Kurios: Gefälschte Corona-Tests und angebliche Ohren-OP beim Urologen fliegt bei Kontrolle auf

Schwarzbach – Die Bundespolizei hat am Montag (9. November) bei Grenzkontrollen auf der A8 am Walserberg die Einschleusung einer vierköpfigen albanischen Familie gestoppt. Zudem suchte die Staatsanwaltschaft wegen Diebstahls mit Waffen nach den Eheleuten.

Bundespolizisten überprüften am Montagvormittag an der Grenzkontrollstelle auf der A8 am Walserberg fünf albanische Staatsangehörige in einem Auto mit albanischer Zulassung. Die Angehaltenen wiesen sich mit gültigen Reisepässen aus und zeigten den Beamten negative Corona-Tests. Die Nachweise waren aber allesamt gefälscht.


Die Bundespolizisten befragten die Reisenden daraufhin zum Ziel und Zweck ihrer langen Autofahrt. Dabei gab der 37-jährige Lenker des Autos an, sich auf dem Weg zu einem Autohändler zu befinden. Seine vier Mitreisenden, eine junge Familie mit zwei Kleinkindern, behaupteten, dass der Grund ihres Ausflugs eine medizinische Behandlung wäre. Die 24 bzw. 27 Jahre alten Eheleute wollten dies mit der vorgezeigten schriftlichen Terminvereinbarung einer Arztpraxis belegen. Die dreijährige Tochter sollte am Ohr operiert werden.

Als die Grenzpolizisten das Dokument überprüften, kamen allerdings sofort Zweifel auf, dass der angegebene Facharzt tatsächlich eine Ohroperation durchführen würde – es handelte sich um eine urologische Gemeinschaftspraxis. Die Beamten riefen dennoch in der Arztpraxis an. Diese hatte keinen Termin mit der Familie vereinbart.


Damit konfrontiert, konnten die vier Personen nicht glaubhaft darlegen, was sie tatsächlich in Deutschland vorhatten. Daraufhin nahmen die Bundespolizisten die fünfköpfige Fahrgemeinschaft vorläufig fest. Da die Staatsanwaltschaft Gießen wegen Diebstahls mit Waffen nach der 24-Jährigen und ihrem 27-jährigen Mann suchte, überprüften die Grenzfahnder außerdem die Adresse der Eheleute.

Anschließend zeigte die Bundespolizei Freilassing die beiden wegen Urkundenfälschung und versuchter unerlaubter Einreise an. Gegen den 37-jährigen Fahrer wird ebenfalls wegen Urkundenfälschung und zudem wegen Einschleusens von Ausländern ermittelt.

Die Bundespolizisten schickten die vierköpfige Familie und ihren mutmaßlichen Schleuser am Abend nach Österreich zurück.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Freilassing

Rubriklistenbild: © Bundespolizei Freilassing

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