Drei Jahre Bewährung für Erpressung

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Laufen - Bereits Anfang Oktober 2009 fand vor dem Amtsgericht eine Verhandlung gegen einen 15-jährigen Freilassinger statt, da er unter Verdacht stand mehrere Mitschüler um Bargeld erpresst zu haben.

Konkret erstattete im Schuljahr 2008/2009 die Mutter eines Schülers der 7. Klasse Strafanzeige. Im Laufe der Ermittlungen ergab sich dann, dass er nicht der einzige Schüler war, welcher erpresst wurde. Bei der Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht im Oktober vor dem Jugendgericht brachte der Angeklagte noch mehrere Zeugen bei. Diese Jugendlichen sagten dann zunächst aus, dass es zu keinen Straftaten des 15-Jährigen bei den Schülern gekommen sei. Aufgrund der entlastenden Aussagen ergab sich für Staatsanwalt Dr. Stallinger und den Vorsitzenden Richter Becher der Verdacht von uneidlichen Falschaussagen. Ein 15-jähriger Zeuge wurde noch im Gerichtssaal vorläufig festgenommen. Erst bei einer noch am selben Tag durch die Staatsanwaltschaft durchgeführten Vernehmung stellte der Zeuge dann den Sachverhalt richtig und belastete dabei den Angeklagten erheblich. Er wurde dann wieder auf freien Fuß gesetzt.

Aufgrund dieser berichtigten Aussage wurde der 15-jährige Angeklagte wegen des erhärteten Verdachts der Erpressung am nächsten Tag auf staatsanwaltschaftlichen Antrag festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen Verdunkelungsgefahr, Der Schüler wurde bis zur Hauptverhandlung in die Justizvollzugsanstalt Laufen-Lebenau überstellt. Am Dienstag, den 1. Dezember, fand diese Hauptverhandlung dann vor dem Jugendschöffengericht in Laufen statt. Dabei ergab sich, dass nicht nur der wegen Erpressung in 48 Fällen und wegen Anstiftung zur Falschaussage Angeklagte, sondern auch ein gleichaltriger ehemaliger Schüler der Hauptschule Freilassing, welcher in der ersten Verhandlung im Oktober noch falsch für ihn ausgesagt hatte, an etlichen Erpressungen beteiligt war. Gemeinsam hatten sie 35 mal von Mitschülern kleinere Geldbeträge erpresst. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurden manche Opfer auch geschlagen.

Das Gericht verurteilte die beiden angeklagten Freilassinger wegen der begangenen Straftaten zu Jugendstrafen von 1 Jahr und 6 Monaten, beziehungsweise 1 Jahr und 9 Monaten. Die Strafvollstreckung setzte das Gericht für die Dauer von 3 Jahren zur Bewährung aus. Zusätzlich müssen beide mehrere hundert Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten und strenge Auflagen einhalten. Das Urteil ist rechtskräftig.

Pressemitteilung Polizeiinspektuon Freilassing

Rubriklistenbild: © pa

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