Wiederholt ohne Pass unterwegs

Bad Reichenhall - Bei einer Kontrolle der Schleierfahnder konnte sich ein Türke mit keiner gültigen Aufenthaltskarte ausweisen. Für seinen "Passkurier" kam es gar noch schlimmer:

Nachdem ein 50-jähriger Türke für einige Stunden auf seinen vermeintlichen Retter - den Überbringer seines türkischen Reisepasses - warten musste, wurde er in zweierlei Hinsicht enttäuscht. Erstens musste er aufgrund der eindeutigen Beweislage einräumen, dass er nicht im Besitz eines für die Einreise ins Bundesgebiet gültigen türkischen Reisepasses war und zweitens durfte auch der „Pass-Service“, ein in Österreich wohnhafter 43-jähriger Deutscher bei den Schleierfahndern verweilen, da gegen ihn ein offener Haftbefehl wegen Sachbeschädigung zu Buche stand.

Obwohl der deutsche Berufskraftfahrer beteuerte, nichts von einem Haftbefehl der Ansbacher Staatsanwaltschaft aus dem Jahre 2008 zu wissen, blieb ihm nichts anderes übrig, als die geforderte Geldstrafe in Höhe von fast 700 Euro zu bezahlen. Alternativ wäre es für den gebürtigen Saarländer für die nächsten Tage in eine Justizvollzugsanstalt gegangen.

Am Dienstagnachmittag war einer Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein ein Taxi aus dem österreichischen Pinzgau aufgefallen, das über den ehemaligen Grenzübergang Bad Reichenhall-Bundesstraße nach Deutschland einreiste. Bei der Kontrolle auf der B21 auf Höhe von Marzoll stellten die Fahnder fest, dass ein Insasse in dem Taxi sich zwar mit seiner gültigen österreichischen Aufenthaltskarte ausweisen konnte, den erforderlichen gültigen türkischen Nationalpass hatte er aber wieder einmal nicht dabei. Der Berufstaxifahrer war diesbezüglich kein unbeschriebenes Blatt - er ist bereits im Jahr 2008 in München mit einem abgelaufenen Pass erwischt worden. Deshalb blieben die Beamten in diesem Fall hartnäckig und verlangten die Vorlage des Originaldokuments.

Als nach einer längeren Wartezeit endlich der Passbote bei den Schleierfahndern an der Tür klingelte, musste der Ertappte einräumen, dass er aufgrund des noch nicht abgeleisteten Wehrdienstes in seinem Heimatland Türkei er derzeit Probleme mit der Botschaft habe, und deshalb sein türkischer Pass seit mehr als einem Jahr abgelaufen ist.

Bei dem 43-jährigen deutschen Taxiunternehmer stellten die Schleierfahnder einen aktuellen Haftbefehl der Staatsanwalt-schaft Ansbach aus dem Jahr 2008 fest. Da er den Betrag von fast 700 Euro nicht dabei hatte, musste nun auch noch die Ehefrau des Taxiunternehmers aus dem Pinzgau nach Piding fahren, um ihren Mann „auszulösen“.

Nach Hinterlegung einer Kaution für die zu erwartende Geldstrafe wegen des Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz (im Falle der Türken) sowie der Bezahlung der Geldstrafe aufgrund des Haftbefehls (beim Deutschen) durften beide Männer die Dienststelle der PI Fahndung Traunstein in Richtung Österreich wieder verlassen.

Pressemeldung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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