Polizeistatistik

Klarer Rückgang an Straftaten im letzten Jahr

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Bad Reichenhall - Die Polizeiinspektion hat nun den Sicherheitsreport 2014 veröffentlicht. Besonders erfreulich ist der deutliche Rückgang der bekanntgewordenen Straftaten:

Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall ist für den Schutz und die Sicherheit der Bürger in der Großen Kreisstadt Bad Reichenhall und den umliegenden Gemeinden Anger, Bayerisch Gmain, Piding und Schneizlreuth im mittleren Landkreis verantwortlich. In den fünf Kommunen wurden 2014 gut 31.000 Einwohner gezählt.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) des Bayerischen Landeskriminalamtes wurden im Jahr 2014 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Bad Reichenhall – ohne die Zahlen der von der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität festgestellten Delikte und der durch die Kriminalpolizeiinspektion Traunstein bearbeiteten Straftaten -insgesamt 1179 Straftaten registriert.

Im Vergleich zum Jahr 2013 mit 1315 Straftaten ist die Zahl der bekannt gewordenen Delikte um 10,3 Prozent zurückgegangen. Aufgrund der Einwohnerzahl der Stadt Bad Reichenhall mit mehr als 17.000 Bürgern und der Mittelpunktfunktion der Großen Kreisstadt für Wohnen, Arbeit, Geschäftsleben, Schule und Ausbildung sowie Freizeitgestaltung liegt der Anteil der im Stadtgebiet begangenen Straftaten am registrierten Gesamtaufkommen zwangsläufig höher als in den umliegenden und überwiegend ländlich geprägten Gemeinden.

Die Kriminalitätsbelastung in den fünf Gemeinden liegt mit knapp 38 Straftaten je 1000 Einwohner ein gutes Fünftel unter dem bayerischen Durchschnitt von zirka 50 Straftaten. Geklärt werden konnten 623 von den letztes Jahr verübten 1179 Delikten; dies ergibt eine Aufklärungsquote von 52,8 Prozent. Die Aufklärungsquote ging im Jahresvergleich zu 2013 mit 54,8 Prozent um 2 Prozent zurück.

Nahezu gleichgeblieben sind mit 23 Straftaten im Jahr 2014 im Vergleich zum Jahr 2013 mit 22 Delikten die bekannt gewordenen Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz. Hervorzuheben ist bei der Analyse der Rauschgiftdelikte, dass in fast allen von der Polizeiinspektion Bad Reichenhall bearbeiteten Fällen lediglich sogenannte „weiche Drogen“ wie Marihuana und Haschisch festgestellt worden sind und es sich bei den angezeigten Personen im Regelfall um die Konsumenten illegaler Rauschmittel und nicht um Dealer gehandelt hat.

Es muss in diesem Zusammenhang allerdings auch darauf hingewiesen werden, dass die Beamten der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein im Rahmen ihrer Kontrollmaßnahmen im Grenzgebiet in Bad Reichenhall und den zum Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Bad Reichenhall gehörenden Gemeinden weitere 128 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgedeckt haben.

Hierzu zählt in erster Linie grenzüberschreitender Rauschgiftschmuggel und -besitz; teils wurde dieser auch bei ortsansässigen Personen festgestellt. Aber auch hier ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Aufgriffe festzustellen, 2013 waren es noch 158 Delikte.

Wie auch im Jahr zuvor musste im Jahr 2014 kein Drogenabhängiger sein Leben lassen. 2012 war noch eine Person an den Folgen ihrer Sucht verstorben.

Die Diebstahlsdelikte stellen, wie auch in den Jahren zuvor, mit 37,2 Prozent den Hauptanteil an der gesamten Kriminalitätsbelastung dar, sind aber mit 438 Delikten im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr mit 465 registrierten Delikten um 5,8 Prozent zurückgegangen. Bei den Ladendiebstählen ist mit 53 Delikten im Vergleich zum Vorjahr mit 44 Straftaten eine deutliche Zunahme um ein Fünftel festzustellen.

Zur Bewertung dieses Deliktsfeldes ist anzuführen, dass 86,8 Prozent dieser Diebstähle aufgeklärt werden konnten und sich wegen des hohen Entdeckungsrisikos ein Ladendiebstahl für die Täter nicht lohnen dürfte. Zur Aufdeckung dieser Straftaten trug auch die vermehrte Aufmerksamkeit des Personals und die Überwachung der Geschäfte mit Ladendetektiven bei.

Bei den die Privatsphäre und das Sicherheitsgefühl der Bürger immer besonders negativ beeinträchtigenden Einbruchsdiebstählen in Wohnhäuser und Wohnungen setzt sich der bereits 2013 festzustellende negative Trend leider weiter fort. Letztes Jahr wurden 24 Einbruchsdiebstähle in Wohnungen begangen, 2013 waren es noch 16, im Jahr 2012 neun Delikte.

Trotz dieser negativen Entwicklung muss darauf hingewiesen werden, dass die Wohnungseinbrüche an der Gesamtkriminalität nur einen Anteil von zwei Hundertstel darstellen und am Straftatenaufkommen im gesamten Diebstahlssektor von 5,4 Prozent.

Kraftfahrzeugdiebstähle wurden 2014 acht bekannt, im Jahr zuvor waren drei Kraftfahrzeuge entwendet worden. Die Diebstähle aus beziehungsweise an Kraftfahrzeugen gingen von 25 im Jahr 2013 auf 16 im letzten Jahr und somit um mehr als ein Drittel der Fälle zurück (- 36 %).

Zur weiteren Verringerung dieser Delikte kann nur immer wieder daran appelliert werden, die Präventionshinweise der Polizei ernst zu nehmen, dass Wertgegenstände, Handtaschen, Kameras etc. beim Abstellen der Kraftfahrzeuge vom Fahrzeugnutzer aus dem Kraftfahrzeug entfernt werden sollten, um potenziellen Dieben keine Diebstahlsanreize zu geben.

Das Deliktsfeld Fahrraddiebstahl stieg von 106 angezeigten Vergehen im Jahr 2013 auf 113 im vergangenen Jahr (+ 6,6 %). Trotz des Ärgernisses für jeden Fahrradinhaber, dessen Fortbewegungsmittel entwendet wurde, ist seit mehreren Jahren doch eine deutliche Entspannung beim Phänomen Fahrradklau festzustellen. Im Jahr 2009 waren noch 159 Zweiräder gestohlen gemeldet worden.

Sorge bereitet nach wie vor die Tatsache, dass mit einer Quote von 6,2 Prozent auch im letzten Jahr nur sehr wenige dieser Straftaten aufgeklärt werden konnten.

Zur Vorbeugung von Diebstählen und zur Verbesserung der Aufklärungsquote sollte vom jeweiligen Fahrradeigentümer nach dem Kauf eines neuen Fahrrades eine freiwillige Registrierung der Identifizierungsmerkmale bei der Polizei erfolgen, um bei etwaigen polizeilichen Kontrollen oder Meldungen von aufgefundenen Fahrrädern diese anhand der gespeicherten Daten dem rechtmäßigen Eigentümer leichter zuordnen zu können.

Die Gewaltkriminalität, hierzu zählen vor allem gefährliche und schwere Körperverletzungen, daneben Raub, Vergewaltigung und Tötungsdelikte, sank im Jahresvergleich 2013 zu 2014 von 34 auf 27 Delikte. Die Aufklärungsquote bei diesem Deliktsfeld ist mit fast 78 Prozent auch sehr hoch.

Dass nahezu vier von fünf Tätern überführt werden konnten, ist in erster Linie den Aussagen von Zeugen des Tatgeschehens, daneben aber auch den eingehenden polizeilichen Fahndungsmaßnahmen, Ermittlungen und Spurensicherungen zu verdanken.

Bei den Gewaltdelikten und den anderen im öffentlichen Raum begangenen Straftaten (Straßenkriminalität) ist die Polizei zur Klärung dieser Delikte, die oft im Schutz der Dunkelheit oder an schwer einzusehenden Örtlichkeiten verübt werden, in hohem Maße auf die Mithilfe der Bevölkerung durch Hinweisgebung und Zeugenaussagen angewiesen.

Im Jahr 2014 wurden 172 Sachbeschädigungen gegen privates und öffentliches Eigentum polizeilich aufgenommen, im Jahr zuvor waren es 171 Delikte. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 21,5 Prozent. Diese Zahl bedeutet zwar, dass das Entdeckungsrisiko nicht allzu hoch ist; aber jeder, der einer Sachbeschädigung überführt wird, hat neben den strafrechtlichen Konsequenzen auch mit zivilrechtlichen Schadenersatzforderungen zu rechnen.

Wie auch in den Jahren zuvor ließen bei den Vandalismusdelikten oft unbekannt gebliebene Rowdys ihre Zerstörungswut vor allem an Straßenlaternen, Parkbänken, Telefonzellen, Hauswänden und geparkten Kraftfahrzeugen aus. Bei letzteren ist im Jahresvergleich mit 79 Delikten im Jahr 2014 zu 76 im Jahr 2013 ein leichter Anstieg festzustellen; die Schäden durch mutwilliges Zerkratzen des Fahrzeuglackes gehen hierbei oft in die Tausende von Euro.

Die bei der Polizeiinspektion Bad Reichenhall angezeigten Betrugsdelikte gingen im Jahresvergleich 2013 zu 2014 von 163 auf 130 Straftaten um ein Fünftel zurück.

Da aufgrund der Zuständigkeit der Kriminalpolizei bei qualifizierten Betrugsdelikten, insbesondere solcher der sogenannten „Cyber-Crime“ (Betrügereien im Zusammenhang mit dem Internet) auch diese zur Erreichung einer aussagekräftigen statistischen Auswertung mit einbezogen werden müssen, liegen die Betrugsstraftaten mit insgesamt 196 Anzeigen im Jahr 2014 im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Bad Reichenhall dabei um einiges höher.

Hier fallen insbesondere die Waren- und Kreditbetrügereien mit 31 Delikten ins Gewicht. Jedoch ist bei den nach dem Tatortprinzip zu zählenden Straftaten mit diesen 196 Delikten im Jahr 2014 ebenfalls ein deutlicher Rückgang dieses Deliktsfeldes im Vergleich zu 2013 mit 264 Betrugsstraftaten um ein gutes Viertel zu registrieren.

Aufgrund der polizeilichen Erkenntnisse bezüglich der Vorgehensweise der Täter bei Wechselfallenbetrügereien, Einmietbetrügereien  oder sonstigen Betrugsfällen, vor allem auch zum Nachteil älterer Mitbürger, kann nur zur besonderen Vorsicht gegenüber Fremden am Telefon, an der eigenen Wohnungstüre oder auf der Straße und insbesondere bei Vertragsabschlüssen geraten werden.

Diese Vorsicht sollte auch bei Internetbankgeschäften und Internetwarengeschäften jeder Art walten lassen und mit der Herausgabe persönlicher Daten sowie von Bank- oder Kreditkartendaten ohne eine vorherige exakte Prüfung der Vertrauenswürdigkeit der im Internet auftretenden Firma oder Privatperson sehr zurückhaltend sein.

Zu den 623 im Jahr 2014 aufgeklärten Straftaten wurden 542 Tatverdächtige ermittelt (2013 zu 721 geklärten Straftaten 557 Tatverdächtige). 404 der im Jahr 2014 überführten Straftäter waren männlich und 138 weiblich (2013 waren es 436 männliche und 121 weibliche Täter).

Bei der Analyse der Zusammensetzung der Tatverdächtigen nach Altersgruppen ist festzustellen, dass Kinder, Jugendliche und Heranwachsende unter 21 Jahren mit insgesamt 93 Personen bei den 542 ermittelten Tatverdächtigen vertreten sind. Dies bedeutet einen prozentualen Anteil von gut 17 Prozent und liegt damit etwas niedriger als bei dem prozentualen Anteil vom Jahr 2013 mit knapp 20 Prozent.

Im einzelnen waren im Jahr 2014 insgesamt 16 Kinder, 49 Jugendliche, 28 Heranwachsende und 449 Erwachsene als Straftäter überführt worden.

Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden an den ermittelten Tatverdächtigen ist vor allem bei den Delikten der Straßenkriminalität (46 %), bei den Ladendiebstählen (32 %), bei den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (57 %) und bei den Sachbeschädigungen (45 %) überdurchschnittlich hoch.

Bei letzterem Deliktsfeld ist auffällig, dass bei gemeinschädlichen Sachbeschädigungen gegen öffentliches Eigentum der Anteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren 90 Prozent beträgt.

Positiv anzumerken ist bei der Auswertung der Zusammensetzung der Tatverdächtigen nach dem Lebensalter, dass bei den Körperverletzungsdelikten keine Auffälligkeiten festzustellen sind, da Personen unter 21 Jahren hier nur einen Anteil von unter 10 Prozent haben.

Die strafunmündigen Kinder unter 14 Jahren sind nur bei den Straßendiebstählen vermehrt als Tatverdächtige mit einem Anteil von 33 Prozent aufgefallen. Insgesamt machen aber die strafunmündigen Kinder mit 16 von insgesamt 542 Tatverdächtigen nur einen sehr geringen prozentualen Anteil aus.

Zur Verringerung der Delinquenz von Personen aus den Altersgruppen Kinder und Jugendliche und zur Vorbeugung von Straftaten im öffentlichen Raum werden die erkannten Brennpunkte und die jugendszenetypischen Aufenthaltsorte im polizeilichen Streifendienst sowohl mit uniformierten als auch mit zivilen Kräften eingehend überwacht.

Zur sozialen und emotionalen Stabilisierung der Kinder und Jugendlichen und zur Vermeidung von erneuter Straffälligkeit im zukünftigen Leben werden bei Straftaten von Personen dieser Altersgruppe die Behörden und gemeinnützigen Einrichtungen der Jugendhilfe für entsprechende Unterstützungs- und Betreuungsmaßnahmen im Vollzug der gesetzlichen Aufgabenbestimmung jeweils in die polizeiliche Bearbeitung der Delikte mit eingebunden.

Hervorzuheben ist bei der Analyse der Kriminalstatistik im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Bad Reichenhall, dass, wie auch in den zurückliegenden Jahren, im Jahr 2014 viele der bedeutenden oder aufsehenerregenden Delikte geklärt werden konnten. Hierzu hat neben der zielgerichteten Fahndungs- und Ermittlungstätigkeit der Polizei sicherlich auch die für die Aufklärung von schwerwiegenden Delikten nicht wegzudenkende Mitteilungsbereitschaft aus der Bevölkerung mit Hinweisen auf Tatumstände und tatverdächtige Personen beigetragen.

Positiv festzuhalten bleibt in der Rückschau, dass das vergangene Jahr größtenteils geprägt war von alltäglicher Kleinkriminalität und nur in geringem Ausmaß von mittlerer und schwerer Kriminalität.

Allerdings wird diese eigentlich erfreuliche Bilanz, die sich auch im Rückgang der Gesamtstraftaten widerspiegelt, durch die aufsehenerregenden, die Bevölkerung sehr beunruhigenden und in unfassbarer Brutalität begangenen beiden Tötungs- beziehungsweise versuchten Tötungsdelikte in der Nacht des WM-Finales vom 13. auf 14. Juli 2014 doch sehr getrübt.

Das Straftatenaufkommen ist in den fünf durch die Polizeiinspektion Bad Reichenhall betreuten Gemeinden im Vergleich zur Kriminalitätsbelastungsquote im gesamten Freistaat Bayern mit der statistischen Kriminalitätsbelastung (Häufigkeitsziffer) von 38 zu 50 Straftaten, gerechnet jeweils auf 1000 Einwohner, deutlich niedriger.

Dies ist neben den bei den einzelnen Deliktsbereichen bereits erläuterten Faktoren sicherlich auch auf die noch weitgehend funktionierende positive soziale Kontrolle im kleinstädtischen und ländlichen Raum zurückzuführen.

Daneben dürfte die Aufklärung vieler Delikte vor allem auch einem intakten Vertrauensverhältnis zwischen den Bürgern und ihrer Polizei mit der daraus resultierenden Bereitschaft der Bürger zur Hinweisgebung zu verdanken sein.

Die Polizeiinspektion Bad Reichenhall wird, wie bisher, auch künftig mit allen zur Verfügung stehenden Einsatzkräften dafür Sorge tragen, das Sicherheitsniveau auf dem gegenwärtigen hohen Stand zu halten, beziehungsweise nach Möglichkeit noch weiter zu verbessern, begangene Straftaten durch intensive Fahndungs- und Ermittlungstätigkeit aufzuklären und festgestellte Tatverdächtige beweiskräftig einer wirksamen Strafverfolgung zuzuführen.

Die polizeilichen Maßnahmen zur Vorbeugung von Straftaten und zur wirksamen Aufklärung begangener Delikte stehen immer unter der Prämisse einer bestmöglichen Sicherheit für die Bürger der Stadt Bad Reichenhall und der durch die Polizeiinspektion Bad Reichenhall betreuten umliegenden vier Gemeinden und eines sich daraus ergebenden positiven Sicherheitsgefühls des Einzelnen.

Pressemeldung Polizeiinspektion Bad Reichenhall

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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