32-jährige Ungarin zur Prostitution gezwungen

Bad Reichenhall -  Eine Ungarin (31) bat Schleierfahnder um Hilfe: Sie wurde zur Prostitution gezwungen und unter Drogen gesetzt. Zwei Tatverdächtige sind nun in Haft.

Traunsteiner Schleierfahndern fiel am Sonntag, den 6. Oktober, am ehemaligen Grenzübergang Walserberg eine Frau auf, die sich offensichtlich potentiellen Freiern als Prostituierte anbot. Die 32-jährige Ungarin vertraute sich den Beamten an und schilderte die Umstände, die sie in diese Zwangslage gebracht hatten. Ein 51-jähriger Ungar und eine 46-jährige Landsmännin wurden daraufhin festgenommen und sitzen zwischenzeitlich in Untersuchungshaft.

Die Frau fiel den Zivilbeamten der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein am frühen Morgen gegen 7 Uhr auf. Sie wurde dabei beobachtet, wie sie am Rastplatz bei mehreren Lkw-Fahrern an die Fahrerkabine klopfte und mit den Männern sprach. Als ein Schleierfahnder die 32-Jährige daraufhin kontrollierte, bat sie diesen sofort um Hilfe. Die Ungarin gab an, von einem Mann, welcher ganz in der Nähe in seinem Auto wartete, zur Prostitution gezwungen zu werden. Tatsächlich sahen die Polizisten in der Nähe den wartenden Nissan und nahmen den 51-jährigen Fahrer fest. Eine mutmaßliche 46 Jahre alte Helferin des Mannes, die bereits nach der 32-Jährigen am Parkplatz gesucht hatte, konnte ebenfalls festgenommen werden.

Bei ihrer anschließenden Vernehmung schilderte die Mutter eines Kindes ihren Leidensweg. Demnach war ihr in Ungarn auf der Suche nach einer Arbeit von der 46-Jährigen ein Job in Aussicht gestellt worden. Die beiden Tatverdächtigen hatten sie anschließend von zu Hause abgeholt und in der Folgezeit zur Prostitution gezwungen. Das Pärchen hatte andernfalls mit Gewalt gegen ihren Lebensgefährten und ihr Kind in der Heimat gedroht. Zu dritt wurden in der Folgezeit Rastanlagen in Ungarn, Österreich und Deutschland angesteuert, wo die 32-Jährige täglich bis zu 30 Freier hatte. Den gesamten Lohn musste sie an den 51-Jährigen abliefern. Die Frau gab auch an, dass sie auf Druck der beiden mutmaßlichen Täter in Dutzenden von Fällen Drogen zu sich nehmen musste.

Die beiden Tatverdächtigen wurden am Montag, 7. Oktober, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ gegen beide wegen des Verdachts des Menschenhandels, wegen Betäubungsmitteldelikten und der damit verbundenen Körperverletzungen an der 32-Jährigen Haftbefehle gegen die ungarischen Staatsbürger. Beide wurden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Über die ungarischen Polizeibehörden wurde dafür gesorgt, dass der Lebensgefährte der 32-Jährigen und ihr Kind in Sicherheit kamen.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © dpa

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