44-jähriger Schleuser flüchtet vor Autokontrolle

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Bad Reichenhall/Piding - Dieser dreiste Schleuser lässt das Auto und seine illegalen Fahrgäste stehen und rennt einfach weg. Doch seine Flucht dauerte nur einige Minuten.

Statt sich einer Kontrolle zu unterziehen, hat ein mutmaßlicher Schleuser aus Wien seinen Wagen am Samstag 28. März auf der A8 gestoppt und ist davon gerannt. Im zurückgelassenen Kleintransporter haben die Bundespolizisten 14 illegal eingereiste Personen gefunden. Die Flucht des Fahrzeugführers sollte nur wenige Minuten dauern.

Kurz vor der Anschlussstelle Piding signalisierten Fahnder der Bundespolizei dem Fahrer eines in Österreich zugelassenen Transporters, dass er dem Streifenwagen folgen solle. Dieser hielt jedoch unvermittelt vor der Autobahnabfahrt an, stieg aus und floh zu Fuß. Die Beamten sicherten zunächst das auf der Autobahn abgestellte Fahrzeug ab. In dem Neunsitzer zählten sie insgesamt 14 Männer. Zwei der Insassen mussten sogar im Kofferraum Platz nehmen. Eigenen Angaben zufolge stammen die 16- bis 29-Jährigen aus Bangladesch, Pakistan und Myanmar. Nach etwa zehn Minuten konnte der flüchtige Kraftfahrer im Pidinger Ortsbereich von der verständigten Polizeiinspektion Fahndung gefasst werden. Es handelt sich um einen 44 Jahre alten Inder, der sich mit einer österreichischen Aufenthaltskarte auswies. Ermittlern der Bundespolizei gegenüber gestand er ein, seine Mitfahrer für mehrere hundert Euro von Ungarn nach Deutschland gefahren zu haben. Auf richterliche Anordnung hin wurde er in Untersuchungshaft genommen und in die Justizvollzugsanstalt Bad Reichenhall eingeliefert. Der in Wien wohnhafte indische Staatsangehörige wird sich voraussichtlich schon bald wegen Einschleusens von Ausländern verantworten müssen.

Die Geschleusten erklärten, nach Deutschland gekommen zu sein, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Für die Schleusung aus dem jeweiligen Heimatland hätten sie bis zu 1500 Euro, für die letzte Etappe, die in Budapest begann, zwischen 300 und 500 Euro pro Person zahlen müssen. Mithilfe ihrer Fingerabdrücke stellte sich im Bundespolizeirevier heraus, dass sich alle 14 bereits in Ungarn in einem Asylverfahren befinden. Sie wurden vorerst der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München zugeleitet. Über ihren weiteren Verbleib in der Bundesrepublik ist noch nicht abschließend entschieden.

Pressemittteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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