Schleuser: Minderjährige bei Minusgraden ausgesetzt!

Piding – Die Bundespolizei ermittelt gegen einen skrupellosen Schleuser: Er hat vier minderjährige Flüchtlinge bei eisigen Temperaturen orientierungslos nahe der A8 ausgesetzt.

Die Bundespolizei hat am Montag, 9. Februar, vier afghanische Jugendliche nahe der Anschlussstelle Piding in Gewahrsam genommen. Offenbar waren die Jungen im Alter von 16 bis 17 Jahren kurz zuvor von einem Schleuser in Autobahnnähe bei winterlichen Temperaturen ausgesetzt worden.

Auf dem Weg zum Dienst bemerkte ein Bundespolizist am frühen Montagmorgen eine Gruppe Jugendlicher, die zu Fuß von der A8 in Richtung Tankstelle unterwegs waren. Bei einer Kontrolle durch die hinzugezogenen Kollegen konnte sich keiner der vier ausweisen. Sie wurden zur Dienststelle in Bad Reichenhall gebracht. Laut eigenen Angaben waren die Familien der afghanischen Minderjährigen von den Taliban bedroht und vertrieben worden. Daraufhin hatten die Eltern bis zu 12.000 Euro in die Flucht ihrer Kinder investiert, um sie außer Landes zu bringen. Auf ihrem Weg von Ungarn nach Deutschland gerieten sie scheinbar an einen skrupellosen Schlepper. Er setzte die orientierungslosen Jungen nahe der Autobahn Salzburg – München aus und überließ sie trotz Minustemperaturen ihrem Schicksal.

Die Bundespolizei ermittelt nun gegen den unbekannten Schleuser. Alle vier Afghanen stellten ein Schutzersuchen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnten die beiden 16-Jährigen der Obhut des Jugendamtes anvertraut werden. Ihre beiden älteren Begleiter wurden an die Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © pa

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