Heimfahrt endet mit einer Nacht in Tankstelle:

Das Pech verfolgte einen hilfsbereiten Südtiroler

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Piding - Die Hilfsbereitschaft eines Südtirolers endete für ihn mit einer Nacht in einer Tankstelle. Dabei wollte er eigentlich nur eine Mitfahrgelegenheit anbieten.

Die Pidinger Schleierfahnder deckten am Freitagabend die unerlaubte Einreise von drei Kosovaren auf, die als Mitfahrer im Auto eines Südtirolers versuchten ins Bundesgebiet einzureisen. Der Südtiroler hatte beruflich mehrere Tage in Wien verbracht und bot über eine Internetplattform die kostenpflichtige Mitfahrgelegenheit in Richtung Brenner an. Dieses Inserat versuchten die drei Kosovaren für ihre illegale Migration nach Deutschland zu nutzen. Kurz nach der Einreise wurde die Fahrt in Piding jedoch durch die Schleierfahnder gestoppt.

Die drei Kosovaren konnten keine gültigen Ausweisdokumente für die Einreise und den Aufenthalt in Deutschland vorweisen. Sie machten sich somit strafbar und wurden vorläufig festgenommen. Ebenso erging es dem Südtiroler, der im Verdacht des unerlaubten Einschleusens von Ausländern steht. Zudem wurde in seinem Gepäck eine geringe Menge Marihuana aufgefunden und sichergestellt. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Traunstein wurde er jedoch lediglich auf freiem Fuß angezeigt. Die weitere Sachbearbeitung bezüglich des mutmaßlichen Schleusers übernahm die Kriminalpolizei Traunstein.

Doch damit nicht genug. Die Fahnder staunten nicht schlecht über das, was der Polizeicomputer alles über seine kosovarischen Begleiter zu berichten hatte. So war ein 46-jähriger Mitfahrer bereits im Jahr 2011 in sein Heimatland abgeschoben worden. Die damit verbundene Wiedereinreisesperre war ihm offensichtlich egal. Des Weiteren suchten ihn zwei Staatsanwaltschaften aufgrund vergangener Diebstähle zur Ermittlung seines Aufenthaltsortes. Wie sich außerdem herausstellte, war der Mann bislang offensichtlich nicht nur in Deutschland in Erscheinung getreten. Die Staaten Ungarn und Slowakei hatten gegen ihn auf Grund seiner kriminellen Vergangenheit ein Einreise- und Aufenthaltsverbot für die Staaten des Schengenraums verhängt. Unter dem Strich blieb den Fahndern somit keine andere Wahl als ihn erneut hinter Gitter zu stecken.

Auch ein weiterer Begleiter konnten mit einer kriminellen Vergangenheit aufwarten. Der 37-jährige hätte seine Rückkehr nach Deutschland besser überdenken sollen. Per Haftbefehl suchte ihn eine deutsche Staatsanwaltschaft, da er noch eine mehrjährige Haftstrafe wegen verschiedener Diebstahlsdelikten abzusitzen hat. Wie sein 46-jähriger Begleiter war auch er bereits international aktiv. So waren dem Mann durch Ungarn und Österreich aufgrund der kriminellen Vergangenheit Einreise- und Aufenthaltsverbote im Schengenraum auferlegt. Er wurde in Haft genommen.

Der dritte Kosovare im Bunde, ein 47-jähriger Mann, wollte nach seiner Abschiebung im Jahr 2007 einen Neuanfang in Westeuropa wagen. Auch bei diesem Mann wurde ein Einreise- und Aufenthaltsverbot für den Schengenraum festgestellt.

Das Pech des Südtirolers hatte an diesem Abend noch kein Ende. Am Parkplatz eines Pidinger Schnellimbisses wurde er um Hilfe beim Starten eines anderen Fahrzeugs gebeten. Dieser Bitte kam er natürlich nach. Während sein Fahrzeugschlüssel in seinem Auto lag, versperrte sich sein Seat bei geschlossenen Türen von selbst. Da ihm auch die Fahnder beim Öffnen seines Autos nicht helfen konnten und er über zu wenig Bargeld für die Inanspruchnahme eines Pannendienstes verfügte, blieb ihm nichts anderes übrig, als die Nacht in einer nahen Tankstelle zu verbringen und auf einen Zweitschlüssel zu warten, der ihm von Südtirol aus gebracht wurde.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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