Kuriouse Polizeikontrolle bei Piding

Seit Dezember keine KFZ-Haftpflichtversicherung - Ist dies das kleinste Delikt?

Am 19. Januar kontrollierten Polizisten bei Piding ein Fahrzeug mit einem außergewöhnlichen Merkmal. Dieses stellt sich als ein Treffer heraus.

Die Mitteilung der Polizei im Wortlaut:


Piding - Vertrauen ist gut, Kontrolle aber manchmal besser. Zwei Kroaten - im gleichen Dorf aufgewachsen - hatten sich Mitte 2020 ohne große Vertragsverhandlungen auf den Kauf eines gebrauchten Toyota RAV4 geeinigt. Ohne schriftliche Vereinbarungen durfte der Käufer mit der „alten“ Zulassung weiterfahren; er sollte aber die Kosten für die Versicherung übernehmen. Da bei der Versicherungsgesellschaft seit geraumer Zeit keine Zahlungen mehr eingingen, stand das SUV mit einem entsprechenden Vermerk im „Fahrzeugregister“.

Zudem machte die am hinteren Kennzeichen aufgeklebte TÜV-Plakette aufgrund ihrer Farbgestaltung stutzig. Beim Abkratzen der „Zulassungsstempel“ schauten die Beamten der Grenzpolizeiinspektion Piding daher genauer hin und landeten einen Treffer. Die offenbar in Eigenregie mittels Drucker hergestellte Plakette sowie der auf dem Zulassungsschein aufgebrachte TÜV-Stempel entpuppten sich als Fälschungen. Wobei der Eintrag mittels eines abhandengekommenen Originalstempels vorgetäuscht wurde.


Sowohl der „aktuelle“ Eigentümer, ein 36-jähriger Kroate, als auch der Verkäufer, ein gleichaltriger Landsmann, müssen sich jetzt wegen diverser „Verkehrsdelikte“ verantworten. Nebenbei wurde der Toyota - ohne die konfiszierten Kennzeichen - an der Tank- und Rastanlage Piding-Süd zwangsweise abgestellt.

Am Dienstagnachmittag kontrollierte eine Streifenbesatzung den vollbesetzten Toyota aus Baden-Württemberg an der Autobahn auf Höhe von Piding - nur wenige Kilometer vor der Ausreise nach Österreich. Nachdem die Insassen, die sich auf Fahrt in ihre kroatische Heimat befanden, alle erforderlichen „Papiere“ vorlegen konnten, stellten die Fahnder allerdings beim anschließenden Fahrzeugcheck fest, dass seit Ende Dezember 2020 keine Haftpflichtversicherung mehr bestand.

Unter Einbindung der örtlich zuständigen Polizeidienststelle dauerte die Bestätigung des negativen „Versicherungsvermerks“ nicht lange. Wegen des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz fuhren die Kontrollbeamten mit dem verantwortlichen Fahrer - samt der abmontierten bzw. entstempelten Kennzeichen - zur weiteren Sachbearbeitung zur Dienststelle in Urwies.

Im wahrsten Sinne des Wortes nahmen die Fahnder jetzt auch die „verdächtige“ TÜV-Plakette unter die Lupe. Dabei erkannten die Profis schnell und eindeutig den „gefakten“ Aufkleber. Konsequenterweise war dann auch der Stempeleintrag in den Zulassungspapieren falsch! Dass dieser mit einem Originalstempel getätigt wurde, der mit seiner Individualnummer in der polizeilichen Fahndung stand, machte die Sache noch interessanter, allerdings auch arbeitsintensiver für die Ermittlungsbeamten der Schleierfahnder.

Wer für was verantwortlich ist bzw. wie der „Fahrzeugverkauf unter Freunden“ tatsächlich von Statten ging, wird nun Gegenstand der weiteren Ermittlungen sein. Beide Kroaten müssen - sollten sich die Straftatbestände bestätigen - mit empfindlichen Strafen rechnen. Und nicht zu vergessen: Der TÜV ist nunmehr seit rund 2 Jahren (!) abgelaufen - eine Neuzulassung wird da wohl nicht mehr so ganz einfach sein.

Pressemitteilung der Polizei Piding

Rubriklistenbild: © Polizei piding

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