Fahrt endet in Piding

Türken kaufen "Führerschein" im Internet und mit "Vitamin B"

Piding - Die vermeintliche Abkürzung über das sogenannte "Deutsche Eck" kam zwei türkischen Staatsbürgern teuer zu stehen. Bei dem Fahrer, einem 40-jährigen Türken, stellten Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein zunächst einen falschen polnischen Führerschein fest. 

Am frühen Montagabend kontrollierten Schleierfahnder einen mit zwei Männern besetzten österreichischen Mercedes Benz an der Autobahnausfahrt Piding-Nord. Die Insassen der Nobelkarosse wiesen sich dabei mit gültigen Grenzübertrittpapieren, insbesondere mit ihren türkischen Reisepässen, aus. 

Probleme gab es erst, als der seit Jahren in Oberösterreich wohnhafte Chauffeur einen polnischen Führerschein aushändigte. Das nicht zuletzt aufgrund inhaltlicher "Ausstellungsfehler" als Fälschung erkannte Dokument behielten die Beamten noch an Ort und Stelle ein. 

In seiner späteren Vernehmung räumte der Mann ein, dass ihm seine österreichische Fahrerlaubnis vor ein paar Jahren wegen einer Alkoholfahrt entzogen wurde. Da er beruflich auf sein Auto angewiesen ist, besorgte er sich kurzerhand über das Internet die polnische "Plastikkarte".

Vitamin B in Deutschland nicht ausreichend

Nachdem eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war, wandten sich die Fahnder an den Beifahrer. Auf die Frage, ob er fahren könne, legte er selbstbewusst seinen türkischen Führerschein vor. Aber auch hier hegten die Beamten Zweifel an der Echtheit des Dokumentes. 

Der nach eigenen Angaben in seiner Heimat angesehene Geschäftsmann gab zu Protokoll, dass er den Führerschein über "Beziehungen" erhalten habe. Dennoch war er der Meinung, es sei alles in Ordnung.

"Endstation" Piding

Gegen den selbständigen Teehändler, der sich zur Zeit als Tourist in Österreich aufhält, wurde Anzeige wegen Urkundenfälschung erstattet. Bei seinem Landsmann kam neben dem Urkundendelikt noch eine Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis dazu. Die als Falsifikate erkannten Führerscheine wurden in beiden Fällen eingezogen.

Bis zum Eintreffen des Ersatzfahrers, der extra aus Oberösterreich anreiste, mussten sich die beiden Türken nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen noch etwas gedulden.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

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