Schleuserauftrag vom Arbeitskollegen?

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Piding - Eine abenteuerliche Ausrede lieferte ein Inder, als er beim Einschleusen von Ausländern erwischt wurde. Der Mann kam ins Gefängnis - genau wie sein ungarischer "Kollege".

Die Bundespolizei hat am Donnerstag (30. Oktober) zwei Schleusern das Handwerk gelegt. Die Männer aus Indien und Ungarn hatten unabhängig voneinander insgesamt elf unerlaubt eingereiste Personen ins Land gebracht. Beide sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft.

Freilassinger Fahnder kontrollierten in den frühen Morgenstunden die Insassen eines in Österreich zugelassenen Pkw. Nur der indische Fahrer konnte sich ausweisen. In seinem Wagen befanden sich sechs irakische Staatsangehörige, darunter ein Kleinkind, ohne Papiere. Bei den Geschleusten handelt es sich um zwei Familien. Eigenen Angaben zufolge hatten sie pro Person bis zu 9.000 Euro für die Schleusung von der Türkei bis nach Deutschland zahlen müssen. Für die letzte Etappe von Wien nach München mussten sie ihr Schicksal in die Hände des indischen Schleusers legen.

Der 31-Jährige gab an, den Fahrauftrag auf Bitten eines Arbeitskollegen übernommen zu haben. Geld sei ihm dafür nicht in Aussicht gestellt worden. Es gehöre zu seinem Job bei einem kleinen Transportunternehmen, Menschen von A nach B zu befördern. Den Lohn dafür erhalte er am Monatsende von seinem Chef. Wer seine Fahrgäste seien, interessiere ihn nicht. Die Bundespolizisten nahmen den Inder fest. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen lieferten sie ihn zur Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt Bad Reichenhall ein.

Dort könnte der Mann schon bald auf einen weiteren skrupellosen Schlepper treffen. Der 33-jährige Ungar war Donnerstagmittag ebenfalls von Fahndern der Bundespolizei nahe Piding gestoppt worden. In seinem Wagen befanden sich fünf syrische Staatsangehörige ohne Ausweispapiere. Die Männer im Alter von 20 bis 29 Jahren wurden ebenso wie die beiden irakischen Familien an die Flüchtlingsstelle in München weitergeleitet.

Pressemeldung Bundespolizei

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