Endstation A8 bei Piding

Mann kann Schleierfahnder mit "Passfoto" nicht täuschen

Piding/Anger - Ausweismissbrauch aufgedeckt, Drogen konfisziert und Schwarzfahrer gestoppt - so lautet eine Zwischenbilanz der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein allein für den Mittwochvormittag. 

Gegen 7.30 Uhr fiel einer Zivilstreife der PI Fahndung Traunstein ein an der Frontpartie etwas lädierter Renault Espace mit italienischer Zulassung auf. Nach der Anhaltung an der Autobahnausfahrt Piding-Nord stellte sich zwar der Unfallschaden als gering heraus, dafür ergaben sich aber bei den Fahrzeuginsassen einige Ungereimtheiten

Den Fahndungsprofis war bei der Durchsicht der ausgehändigten "Papiere" aufgefallen, dass der vom Beifahrer vorgelegte deutsche Aufenthaltstitel nicht ihm gehörte. Beim obligatorischen Personen-Lichtbildvergleich ergaben sich bereits so gravierende Abweichungen, dass die Beamten den „Unbekannten“ und seinen Chauffeur zum Fingerabdruckabgleich zur Dienststelle mitnahmen. 

Innerhalb von wenigen Minuten stand dann eindeutig fest, dass es sich bei dem Beifahrer nicht um den rechtmäßigen Ausweisinhaber - einem 57-jährigen Mann aus Ghana - handelte. Nicht zuletzt aufgrund der erdrückenden Beweislage und einer längeren persönlichen Bedenkzeit gestand der Mann schließlich den Ausweismissbrauch. Da der aus dem westafrikanischen Ghana stammende Migrant weder einen erforderlichen Reisepass noch ein Visum vorweisen konnte, wurde er zudem wegen illegaler Einreise angezeigt. Gegen den Fahrer - ein in Dortmund wohnhafter Deutscher mit ghanaischer Abstammung - leiteten die Ermittler ein Strafverfahren wegen Beihilfe ein

Zudem bestand der Verdacht, dass er die missbräuchlich verwendete Aufenthaltsgenehmigung für seinen Mitreisenden organisiert hatte. Nach Abschluss der Anzeigenaufnahme durfte der 51-Jährige die Weiterreise nach Nordrhein-Westfalen fortsetzen. Der Migrant wurde an die nächste Erstaufnahmeeinrichtung weitergeleitet. 

"Gras" an Schleierfahnder übergeben

An der Autobahnausfahrt Anger - ebenfalls in Fahrtrichtung München - rückte der Beifahrer eines österreichischen Mazda - in Anbetracht der drohenden Durchsuchung - sein für den Eigenbedarf mitgeführtes "Gras" an die Schleierfahnder heraus. Den Kärntner erwartet nun eine Anzeige wegen Drogenschmuggels. Das Cannabis-Kraut wanderte in die Asservatenkammer. Nach einer kurzen "Bearbeitungszeit" bei den Fahndern durfte er die Weiterreise mit seinen zwei Begleitern in Richtung Vorarlberg fortsetzten. 

Bei einem 47-jährigen Österreicher wurde die Weiterfahrt hingegen ausdrücklich untersagt. Trotz einer wirksamen Fahrerlaubnissperre befuhr der Kraftfahrer mit seinem BMW die Bundesstraße 20 auf Höhe von Piding in Richtung Bad Reichenhall. Obwohl die kontrollierenden Fahnder einen österreichischen Führerschein ausgehändigt bekamen, ergab die anschließende Recherche im Polizeicomputer einen entsprechenden Negativ-Eintrag. Da nicht weit entfernt, wurde die Anzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis gleich auf der Dienststelle in Urwies durchgeführt. Die anwesende Mitfahrerin musste dafür das Lenkrad übernehmen.

Pressemeldung PI Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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