Schleuser bei Piding gefasst

Aus Geldnot "geschleust" - neun Iraker in einem Auto

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Die Bundespolizei hat nahe Piding einen mutmaßlichen Schleuser gefasst. Offenbar wollte er eine neunköpfige irakische Gruppe aussetzen.

Piding - Ein Ungar wollte am Mittwoch neun Iraker in Deutschland aussetzen doch die Bundespolizei kam ihm zu vor. Als Grund für seine Schleusertätigkeit gab der Mann Geldnot an.

Die Bundespolizei hat am Mittwoch auf der Autobahn Salzburg – München die geplante Absetzung von neun Irakern verhindert. Unter den irakischen Staatsangehörigen waren vier Kinder. Der mutmaßliche Schleuser, ein 50-jähriger Rumäne, hatte keine Skrupel, mehr Personen mitzunehmen, als Sitzplätze im Fahrzeug verfügbar waren. Er wurde verhaftet und ins Gefängnis eingeliefert. 

Nahe der Anschlussstelle Piding stoppten Bundespolizisten einen Auto mit französischer Zulassung. Neben dem rumänischen Fahrer befanden sich in dem überfüllten Wagen neun weitere Menschen. Eigenen Angaben zufolge stammen sie aus dem Irak. Es handelt sich um fünf Erwachsene im Alter von 26 bis 36 Jahren sowie vier Minderjährige, darunter ein einjähriges Kleinkind. Im Auto waren weder ausreichende Sitzplätze noch Kindersitze vorhanden. 

Geldnot als Grund für Schleusertätigkeit

Der Fahrzeugführer war sich der unzureichenden Beförderungsbedingungen bewusst. Er gab an, diese Auftragsfahrt aus purer „Geldnot“ übernommen zu haben. Ihm wären für diese Tour von Ungarn nach Deutschland von Hintermännern mehrere hundert Euro versprochen worden. Der arbeitslose 50-Jährige erklärte, dass er die neun Personen irgendwo in Deutschland aussetzen wollte. Dass unter den Geschleusten auch Kinder waren, hatte ihm dabei offenbar kein Kopfzerbrechen bereitet. 

Auf richterliche Anordnung hin wurde der Mann in Untersuchungshaft genommen und in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Bundespolizei in Bad Reichenhall ermittelt gegen ihn wegen Einschleusens von Ausländern. 

Nach Abschluss ihrer Registrierung konnten die unerlaubt eingereisten Iraker an die Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München weitergeleitet werden. In diesem Fall konnte die Absetzung der Geschleusten verhindert werden. Allerdings treffen die Beamten derzeit immer häufiger auf Personengruppen, die unter widrigen Bedingungen illegal ins Land gebracht und im deutsch-österreichischen Grenzgebiet ausgesetzt werden. 

Daher bittet die Bundespolizei die Bürgerinnen und Bürger, die Zeugen solcher Absetzungen geworden sind, um unverzügliche sachdienliche Hinweise. Mit den entsprechenden Informationen, etwa zum Fahrzeug oder zum amtlichen Kennzeichen, sei die Chance, den kriminellen Schleppern das Handwerk zu legen, deutlich größer, so die Bundespolizei. Das Bundespolizeirevier in Bad Reichenhall ist rund um die Uhr unter der Rufnummer 08651 / 76 20 60 erreichbar.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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