Durch Mitfahrzentrale eingeschleust

Piding - Über sein Angebot in einer Mitfahrzentrale schleuste ein Deutscher unbeabsichtigt drei Eritreer und einen gesuchten Nigerianer über die Grenze.

Drei Eritreer reisten am Dienstagabend ohne Passdokumente und Aufenthaltserlaubnisse auf dem Rücksitz eines italienischen Autos nach Deutschland ein. Die Reise wurde von den Pidinger Schleierfahndern gestoppt. Ein 51-jähriger Deutscher, der in Rom beheimatet ist, nahm die drei Ostafrikaner von Italien mit nach Deutschland.

Über eine Mitfahrzentrale nahm ein Mittelsmann der drei Illegalen Kontakt zu dem Deutschen in Rom auf und vereinbarte mit ihm die Mitfahrt seiner „Klienten“ nach Deutschland. Der offensichtlich ahnungslose deutsche Geschäftsmann nahm die drei Eritreer in Rom auf. Kurz nach der deutsch-österreichischen Grenze war die Fahrt jedoch vorübergehend beendet. Der Deutsche wurde wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern auf freien Fuß angezeigt. Die drei Ostafrikaner stellten Asylantrag.

Ein weiterer Schwarzafrikaner, ein 25-jähriger Nigerianer, nutzte ebenfalls die Mitfahrgelegenheit im Auto des Deutschen. Obwohl er mit der unerlaubten Einreise der drei Eritreer offenbar nichts zu tun hatte, fanden die Schleierfahndung auch bei ihm einen Anlass für weitere Ermittlungen.

Der Nigerianer steht im Verdacht, sowohl in Deutschland als auch in Italien Asyl zu genießen. Wie die Fahnder herausfanden, stellte er im Sommer diesen Jahres Asylantrag in Freiburg und verheimlichte dabei, dass er bereits für Italien eine rechtmäßige Aufenthaltserlaubnis besaß. Er wurde unter anderem wegen Betrugs und Verstößen gegen das Asylverfahrensgesetz angezeigt.

Die Polizei mahnt in diesem Zusammenhang erneut zur Vorsicht im Umgang mit Mitfahrzentralen. Vermehrt wurde in letzter Zeit festgestellt, dass die Schlepperbanden dieses Internetmedium nutzen, um ihre illegalen „Klienten“ nach Westeuropa zu schleusen, ohne dabei selbst die Fahrt übernehmen zu müssen. Wer Illegalen zur Einreise nach Deutschland verhilft macht sich strafbar.

Pressemitteilung Polizei Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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