Bundespolizei stoppt Taxi aus Wien

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Piding - Die Bundespolizei hat am Dienstag auf der A8 einen Taxifahrer aus Wien festgenommen. Der Iraner wird beschuldigt, mehrere Afghanen nach Deutschland geschleust zu haben.

Gegenüber den Beamten nahmen es die Geschleusten mit der Wahrheit nicht ganz so genau. Sie müssen das Land wieder verlassen.

Freilassinger Fahnder zogen an der Anschlussstelle Piding Nord einen Pkw mit österreichischen Kennzeichen aus dem Verkehr. Es handelte sich um ein Taxi, allerdings war die Taxi-Kennzeichnung abgebaut worden. Fahrzeugführer war ein iranischer Staatsangehöriger, der sich ordnungsgemäß ausweisen konnte. Der 33-Jährige lebt in Österreich und ist dort unter anderem als Taxifahrer tätig. Offenbar spielte seine Beschäftigung in dieser Nacht für ihn weniger eine Rolle, denn er bot seine Fahrdienste ohne Rücksprache mit der Wiener Taxizentrale an.

Für 550 Euro war er bereit, drei junge Männer, nach München zu bringen. Bei der Kontrolle durch die Bundespolizei gaben diese an, keine Papiere zu besitzen und aus Afghanistan zu stammen. Sie seien zwischen 15 und 16 Jahre alt und wollten in Deutschland oder einem skandinavischen Land Asyl. Bereits vor Wochen hätten sie für ihre Schleusung mehrere tausend Euro zahlen müssen. Die Bundespolizisten schenkten den Altersangaben aufgrund des Aussehens der drei keinen Glauben. Zu Recht, denn wie sich durch ein ärztliches Gutachten belegen ließ, sind sie alle bereits über 18 Jahre alt. Völlig unterschlagen hatten die unerlaubt Eingereisten, dass sie vor einigen Tagen im Burgenland mit der österreichischen Polizei zu tun hatten.

Ermittlungen der Bundespolizei brachten ans Licht, dass sie in Österreich bereits Asyl beantragt hatten. Am Mittwoch wurden die Afghanen auf richterliche Anordnung hin in Haft genommen, um die anstehende Zurückschiebung ins Nachbarland sicherstellen zu können. Sie wurden wegen unerlaubter Einreise angezeigt. Wegen Einschleusens von Ausländern wird sich ihr Fahrer verantworten müssen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen durfte er seine Heimfahrt antreten.

Die 550 Euro Entlohnung für die Fahrt von Wien nach München stellte die Bundespolizei sicher. Außerdem musste der Iraner 500 Euro als Sicherheit für das anstehende Strafverfahren hinterlegen.

Pressebericht Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © re

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