Jugendliche Afghanen geschleust

Piding – Ein Ungar hat den Polizisten eine wilde Geschichte erzählt, als sie ihn anhielten. Er sei kein Schleuser, sondern völlig ahnungslos:

Ein Ungar wollte sich offenbar nur etwas dazu verdienen und wurde am Mittwoch, den 23. Oktober, auf der A8 prompt von der Bundespolizei verhaftet. Die Fahnder beschuldigten den Mann der Schleuserei. In seinem Wagen waren vier minderjährige Afghanen.

An der Anschlussstelle Piding Nord zogen die Bundespolizisten einen Wagen mit ungarischen Kennzeichen aus dem Verkehr. Der Fahrer stammte laut mitgeführten Papieren aus Ungarn. Seine Begleiter, nach eigenen Angaben afghanische Staatsangehörige im Alter zwischen 13 und 15 Jahren, hatten keine Papiere dabei. Einer von ihnen berichtete, dass sie einem unbekannten Vermittler in Ungarn mehrere hundert Euro gezahlt hätten. Im Gegenzug habe dieser die Fahrt nach Deutschland organisiert. Insgesamt habe die Schleusung vom Irak über Griechenland und Ungarn nach Deutschland 6.000 Euro pro Person gekostet. Den jeweiligen Schleuserlohn hätten vor allem Verwandte in der Heimat entrichtet. Die Jugendlichen wurden der Obhut des Jugendamtes Bad Reichenhall anvertraut.

Ihr 35-jähriger Fahrer gab sich ahnungslos. Er habe die vierköpfige Gruppe nach Deutschland befördert, weil ein „guter Freund“ ihn darum gebeten habe. Dafür hätte ihm dieser Bekannte, dessen Namen er jedoch nicht kenne, ein paar hundert Euro versprochen. Um etwas dazu zu verdienen, willigte der Autowäscher ein und übernahm die Fahrt mit einem Mietwagen. Er wurde von der Freilassinger Bundespolizei wegen Einschleusens von Ausländern angezeigt und beim Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an. Inzwischen wurde der Budapester in die Justizvollzugsanstalt Bad Reichenhall eingeliefert.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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