Knapp hinter der Grenze:

Schleuser setzt zehn Menschen aus

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Oberau – Bis zu 10.000 Euro verlangte ein unbekannter Schlepper pro Person. Nur kurz hinter der Grenze setzte er die zehnköpfige Gruppe aber einfach aus und überließ sie ihrem Schicksal.

Die Bundespolizei ermittelt gegen einen unbekannten Schlepper, der am 13. Februar bei Oberau zehn Personen ausgesetzt hat. Pro Person soll die Schleusung zwischen 9000 und 10.000 Euro gekostet haben.

Am Freitagmorgen, kurz nach 7.00 Uhr kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Berchtesgaden im Bereich Oberau – Zellergraben eine zehnköpfige Gruppe. Nach eigenen Angaben handelte es sich um vier Iraker und sechs Syrer. Keiner der Männer führte einen Ausweis mit. Die zehn unerlaubt Eingereisten wurden in Gewahrsam genommen und zum Bundespolizeirevier in Bad Reichenhall gebracht. Dort erklärten die Männer, dass sie mit einem weißen oder silbernen Transporter oder Klein-Lkw über die Grenze gebracht worden sind. Die Schleusung habe bereits in der Türkei begonnen. Unterwegs hätten sie mehrfach die Fahrzeuge gewechselt. Für alle Etappen hätte der Schlepper in der Türkei 9000 beziehungsweise sogar 10.000 Euro je Person verlangt.

Die Bundespolizei geht davon aus, dass eine Schleuserorganisation hinter der illegalen Beförderung der zehn irakischen und syrischen Staatsangehörigen steckt. Nach ersten Erkenntnissen wurden die Geschleusten in den Frühen Morgenstunden über den ehemaligen Grenzübergang „Neuhäusl“ nach Deutschland gefahren. Über die B999 könnte der Schleuser seinen Wagen dann bis zum Ortsrand von Oberau gelenkt haben, wo die Iraker und Syrer schließlich aussteigen mussten.

Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen werden die Geschleusten voraussichtlich der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München zugeleitet. Zeugen, die den beschriebenen hellen Transporter – es handelt sich vermutlich um einen Mercedes – am Freitagmorgen bei oder in Oberau gesehen haben, werden gebeten, sich an das Revier der Bundespolizei in Bad Reichenhall zu wenden (Tel.: 08651 / 762060).

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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