Schleierfahnder schnappen Rumänen erneut

Piding - Keine große Wiedersehensfreude kam bei einem per Haftbefehl gesuchten Rumänen auf, als ihm die Schleierfahnder in der Nacht auf Mittwoch die Handschellen anlegten.

Erst im April diesen Jahres hatten Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein den 51-jährigen Berufskraftfahrer mit einem nicht versicherten französischen Pkw auf der Autobahn bei Piding aus dem Verkehr gezogen. Bei der damals zum Nachweis einer Kfz-Haftpflicht vorgelegten internationalen „Grüne Karte“ handelte es sich um eine plumpe Fälschung. Nach rechtskräftiger Verurteilung u.a. wegen Urkundenfälschung stand er jetzt mit rund 1000 Euro Geldstrafe auf der Fahndungsliste. Etliche Stunden und Telefonate später hatte er die Summe zusammen. Gerade noch einmal um die drohende Haft von 80 Tagen herumgekommen, durfte der erheblich vorbestrafte Rumäne die Weiterreise, diesmal mit einem italienischen Kleintransporter, antreten.

Vielleicht 50 Meter fehlten einem ebenfalls mit Haftbefehl gesuchten Bosnier und er wäre vorerst in Sicherheit gewesen. Anlässlich der Kontrolle eines bosnischen Fernreisebusses auf der Autobahn, kurz vor der Ausreise nach Österreich, wurde bei dem 32-jährigen in Rheinland Pfalz lebenden Ex-Jugoslawen ein Festnahmeersuchen wegen Diebstahls aus dem Jahr 2007 festgestellt. Auch in diesem Fall wurde das Telefon der Schleierfahnder aufs äußerste strapaziert, bis der geforderte Geldbetrag in Höhe von 600 Euro letztendlich in der Justizkasse verbucht werden konnte. Solvente Freunde und Verwandte sind in solchen Fällen sehr hilfreich. Für seine Weiterreise musste der Mann aus Rijeka allerdings auf die Bahn umsteigen. Der Bus war schon weitergefahren.

Wie in den vergangenen Wochen konnten sich die Schleierfahnder auch letztes Wochenende über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Allein 17 illegal eingereiste bzw. geschleuste Migranten landeten in den Fahnder-Zellen. Überwiegend ohne gültige Reisedokumente, in sieben Fällen aber auch mit missbräuchlich verwendeten bzw. gefälschten Dokumenten, hatten sich die Migranten aus der Türkei, Nigeria, Afghanistan, dem Irak sowie den jugoslawischen Folgestaaten in Richtung Deutschland aufgemacht. Ihnen droht neben Anzeige und Haft, auch die anschließende Zurückschiebung nach Österreich. Gegen die ertappten Beihelfer und Schlepper wurden ebenfalls Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Bereits am Freitag, den 20.11.2009, hatte ein in Frankreich lebendes türkisches Ehepaar im Alter von 30 und 24 Jahren versucht, einen nahen Familienangehörigen, angeblich der 19-jährige Bruder des Fahrers, mittels missbräuchlich verwendeten Personalausweis „durchzuschleusen“. Der professionelle Blick, sog. Personen-Lichtbildvergleich, der Fahnder ließ jedoch den Schwindel auffliegen. Wegen illegaler Einreise und Ausweismissbrauch ging der Heranwachsende, dessen Echtpersonalien anhand eines in seinem Geldbeutel aufgefundenen türkischen Echtdokumentes festgestellt werden konnten, in Haft. Die „Franzosen“ wurden wegen Beihilfe und Beschaffung des französischen Identitätspapiers angezeigt. Nach Hinterlegung einer angemessenen Kaution wurden sie entlassen. Das „Corpus Delikti“ wurde polizeilich eingezogen.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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