Mutmaßlicher Mafioso in Netz der Schleierfahnder

Piding - Mit der Festnahme eines 34-jährigen Italieners gelang der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein Ende Januar offenbar ein bedeutender Schlag gegen die organisierte Kriminalität.

Bei dem Mann soll es sich um einen Schwerkriminellen der sizilianischen Mafia handeln, der wegen versuchten Mordes, Raub und unerlaubtem Waffenbesitz seit Ende vergangenen Jahres mit Haftbefehl gesucht wird.

Nachdem sich der mutmaßliche Mafiosi erst wenige Stunden vorher per Flugzeug vom „italienischen Stiefel“ abgesetzt hatte, endete seine Reise am vergangenen Montag in der Zelle der Schleierfahnder in Piding. Eine Zivilstreife hatte zuvor einen schwarzen Daimler Benz, ein Fahrzeug einer inländischen Mietwagenfirma, an einem Autobahnparkplatz bei Anger in Fahrtrichtung Salzburg zu einer Routinekontrolle aus dem Verkehr gezogen. Die italienischen Insassen waren kurz zuvor mit einem Linienflugzeug am Flughafen Erding gelandet. Angeblich diente der Trip über die Alpen auch einem „Verwandtenbesuch“ in Österreich.

Obwohl sich der Beifahrer zur Verschleierung seiner wahren Identität gefälschte Personaldokumente zugelegt hatte, gelang es ihm nicht, die Kontrollbeamten zu täuschen. Aber der Italiener war ein harter Brocken für die Profis von der Schleierfahndung. Trotz eindeutiger Beweislage bezüglich der vorgelegten gefälschten Identitätskarte weigerte er sich beharrlich, seinen wahren Namen preiszugeben. Nachdem umfangreiche Recherchen ergebnislos blieben, änderte der Festgenommene letztendlich erst beim Ermittlungsrichter am Amtsgericht Laufen seine Haltung und gab seine Identität preis. In enger Zusammenarbeit mit der bereits bei der Festnahme des zunächst Unbekannten eingebundenen italienischen Polizei konnte ermittelt werden, dass es sich um den per Haftbefehl gesuchten Tatverdächtigen handelte. Der Italiener sitzt nun wegen Urkundenfälschung in Untersuchungshaft. Zugleich wird über die Generalstaatsanwaltschaft München auf juristischem Wege das Auslieferungsverfahren nach Italien betrieben. Der Mann steht in seiner Heimat wegen schwerster Verbrechen ganz weit oben auf der Fahndungsliste. Die italienische Justiz legt dem 34-jährigen Sizilianer versuchten Mord, Raub, unerlaubten Waffenbesitz und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zur Last.

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Polizei

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser