Mountainbiker in den Tod gestürzt

Weißbach - Ein Routen-Tipp aus dem Internet endete für einen 38-jährigen Mountainbiker tödlich. Der Mann stürzte am Plattlinger Steig 150 Meter in die Tiefe.

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Am 12. September war ein Ehepaar aus Pfaffenhofen an der Ilm mit seinen Mountainbikes von Ruhpolding in Richtung Zwing unterwegs. Aufgrund eines "Tipps" im Internet wählten die beiden den sogenannten "Plattlinger Steig" an der Südostseite des Inzeller Kienbergs. Dieser Steig ist selbst für versierte Mountainbiker denkbar ungeeignet. Teilweise sind an sehr ausgesetzten Stellen Drahtseilversicherungen angebracht.
Dass die Routenwahl ein absoluter Fehlgriff war erkannte auch das Ehepaar, musste es die Bikes nach der Kaitlalm doch die meiste Zeit schieben oder tragen.

Von einer Umkehr sah man aber ab, schien doch der Weiterweg bis nach Zwing zeitlich kürzer und das geringere Übel. Im weiteren Verlauf trug der vorausgehende 38-jährige sein Rad über eine abschüssige Felsrippe und war für die etwa 15 Meter hinter ihm gehende Ehefrau kurzzeitig nicht mehr sichtbar. In dem Augenblick hörte diese ein Geräusch, eilte einige Meter vor und sah noch, wie ihr Mann über Steilgelände ihren Blicken entschwand. Die 34-jährige setzte über ihr Handy einen Notruf ab. Bergwachtmänner seilten sich über die mutmaßliche Sturzbahn ab und fanden den leblosen Körper des 38-jährigen 150 Meter tiefer im Bachbett der Vorderen Schwarzachen auf. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Radfahrers feststellen.

Die Leiche wurde vom Polizeihubschrauber Edelweis 7 mit einer Winde geborgen.

Neben 10 Bergwachtmännern der Inzeller Bereitschaft waren auch Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams (KIT) an dem Einsatz beteiligt. Die Ermittlungen zum Unfallhergang führt die Polizei Ruhpolding.

Bei der Unfallaufnahme durch die Polizei machten die Bergwachtler noch auf folgenden Missstand aufmerksam: Weil es in diesem Bereich in den vergangenen Jahren immer wieder zu Unfällen kam und sich Bergungen durchwegs schwierig gestalten, brachte die Bergwacht in der Felswand entlang des Wanderwegs oberhalb des Baches mehrere Bohrhaken mit Sicherungslaschen an. Unverständlicherweise wurde diese Laschen wiederholt von Unbekannten abgeschraubt. Der oder die Täter sollten sich aber vor Augen führen, dass durch ihre dummen Aktionen auch die Arbeit der Rettungskräfte sehr erschwert bzw. gefährlich wird.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Ruhpolding

Rubriklistenbild: © aktivnews

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