Unfallstatistik für das Berchtesgadener Land 2013

Unfallzahlen steigen - Todesfälle sinken

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Landkreis - Die Unfallstatistik 2013 für das Berchtesgadener Land zeigt: Obwohl die Zahlen insgesamt angestiegen sind, gab es zum Glück weniger Tote.

Im Jahr 2013 ereigneten sich im Landkreis Berchtesgadener Land insgesamt 2764 Unfälle mit 660 Verletzten und 9 Toten. Gegenüber dem Jahr 2012 bedeutet dies eine Steigerung der Unfälle um 0,50 Prozent oder 14 Unfälle. Allerdings verstarben weniger Personen bei Verkehrsunfällen. Die Zahl sank von 12 auf 9. Die Anzahl der Verletzten stieg dagegen leicht von 660 auf 684. Dies ist die zweit niedrigste Zahl an Verletzten und die dritt niedrigste Zahl an Toten seit 1975.

Als Hauptunfallursache wurden 597 mal Fehler beim Rückwärtsfahren oder Wenden registriert. Da hierbei die Geschwindigkeiten meist sehr niedrig sind, z. B. Rückwärtsfahren beim Einparken, sind die Folgen relativ gering. Ähnliches gilt auch bei der Ursache fehlender Sicherheitsabstand, die 447 mal aufschien. An Platz drei rangiert die Ursache „nicht angepasste oder überhöhte“ Geschwindigkeit, die jedoch in Hinblick auf die Unfallfolgen am gravierendsten ist. Bei 301 Unfällen waren mehr als ein Viertel aller Verletzten (27,7 %) und ein Fünftel der Getöteten (22 %) zu verzeichnen. Danach folgen Vorfahrtsmissachtungen mit 236 Unfällen. Technische Mängel führten hingegen nur 23 mal zu Unfällen.

Erfreulich niedrig ist auch die Zahl der Unfälle, die sich unter Alkoholeinfluss ereigneten. Bei 57 Unfallbeteiligten wurde eine Alkoholisierung festgestellt. Es ist dies der niedrigste Wert in den letzten 40 Jahren. Dies darf aber kein Grund für eine Verharmlosung der Ursache Alkohol sein. Schließlich gehen auf das Konto der Alkoholunfälle immer wieder sehr schwere Unfälle. Bei den Alkoholunfällen ist langfristig ein stetiger Rückgang zu verzeichnen. Offensichtlich gibt es eine geänderte Einstellung der Kraftfahrer zum Thema "Alkohol" und "Fahren" (Anm.: 1986 waren im Landkreis noch 198 Alkoholunfälle zu verzeichnen.) Derhöchste Alkoholwert im vergangenen Jahr bei einem Unfallverursacher betrug 2,93 Promille. Bei 4 Unfällen standen die Verursacherunter Drogeneinfluss.

Bei den nachfolgenden Auswertungen wurden nur die Unfälle mit Personen- oder schwerem Sachschaden berücksichtigt, da die Kleinunfälle statistisch nur sehr eingeschränkt ausgewertet werden können.

Unfallverursacher waren 897 Pkw-, 146 Lkw- und 108 Radfahrer. Dagegen nimmt sich die Zahl der anderen Verkehrsteilnehmer, die einen Unfall verschuldeten, erstaunlich gering aus. Die Statistik führt nur 49 Motorrad-, Mofa- oder Rollerfahrer, 14 Fußgänger und 9 Busfahrer als Verursacher an.

Die Möglichkeit des begleitenden Fahrens mit 17 Jahren (BF 17) erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Im letzten Jahre wurden von der Führerscheinbehörde im Landratsamt Berchtesgadener Land etwa ¾ aller Fahrerlaubnisse vorzeitig erteilt. Bezüglich des Unfallgeschehens ist diese Gruppe der Fahrzeugführer jedoch absolut unauffällig. 2013 wurde lediglich 1 Verkehrsunfall durch einen sog. BF-17-Fahrer verursacht. Allerdings trübt sich dann das Bild, wenn man die jungen Fahranfänger von 18 – 25 Jahren ansieht, die alleine mit dem Fahrzeug unterwegs sein dürfen. Sie sind überproportional oft an Unfällen beteiligt. Während sie nur ca. 8 % der Gesamtbevölkerung stellen, verursachen sie im Landkreis 14 % der Unfälle. Besonders negativ fällt auf, dass mehr als ein Viertel der 67 Alkoholunfälle auf das Konto der Fahranfänger gehen.

Im vergangenen Jahr gab es nur 3 Unfälle auf dem Schulweg zu verzeichnen, wobei sich 3 Kinder leicht verletzten. Die Unfälle ereigneten sich in Bad Reichenhall, Berchtesgaden und Schönau.

2013 nahmen die 5 Polizeidienststellen im Landkreis664 „Unfallfluchten“ auf. 250-mal konnten die Täter ermittelt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von etwa 38 Prozent. Gerade bei geringen Schäden gibt es fast keine Spuren, die zum Täter führen, so dass hier die Polizei in erster Linie auf Zeugen angewiesen, um den Geschädigten zu seinem Recht zu verhelfen.

Bei den angezeigten237 Wildunfällen wurden 3 Personen verletzt. 187 mal kam es zu Kollisionen mit Rehwild, 21 mal mit Hasen, 13 mal mit Dachsen und 10 mal mit Füchsen. 6 Unfälle passierten mit sonstigen Wildtieren.

Folgende Unfallhäufungspunkte ergaben sich bei der Auswertung: Besonders auffällig ist die B 20 bei Piding, zwischen den beiden Autobahnzufahrten, wo sich 30 Unfälle ereigneten. Dabei entfielen 16 Unfälle auf die Einmündung der BAB-Ausfahrt-Nord , wo es schwierig ist, in die Vorfahrtsstraße / B 20 einzubiegen, vor allem zu Zeiten des Berufsverkehrs, wenn ein besonders hohes Verkehrsaufkommen herrscht. - Weitere 14 Unfälle gab es am Kreisverkehr bei der BAB-Ausfahrt-Süd. Ein hohes Verkehrsaufkommen und die Möglichkeit des Spurwechselns im/bzw. nach dem Kreisverkehr tragen hier zu einem erhöhten Unfallrisiko bei. - Bei den beiden genannten Unfallörtlichkeiten dürfte kurzfristig keine Besserung zu erreichen sein, da eine bauliche Umgestaltung auch von einem späteren Ausbau der Autobahn abhängig sein wird. Eine derzeit ins Auge gefasste Ampelanlage an der BAB-Nord-Ausfahrt, könnte vor allem zu Zeiten des Berufsverkehrs, zu noch größeren Stauungen führen. An der Kreuzung Münchner Straße mit der Laufener- und Ludwig-Zeller-Str. in Freilassing wurden 9 Unfälle registriert. Ein Umbau dieser Örtlichkeit ist bereits seit längerem in Planung.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Bad Reichenhall

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