Kreditkartenfälscher auf der A8 geschnappt

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Piding - Ihr Spürnäschen hat Sie nicht getäuscht! Bei Verkehrskontrollen zogen die Beamten der PI Fahndung Traunstein verdächtige Fahrzeuge heraus und fassten somit Kreditkartenfälscher.

Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein kontrollierten am Sonntagmorgen und am Dienstag frühmorgens jeweils einen Pkw VW Passat mit bulgarischen Zulassungen. Bei der näheren Überprüfung und Durchsuchung der Fahrzeuge und der Insassen wurden professionelle Ausrüstungen zur Herstellung von Zahlungskartenfälschungen aufgefunden und sichergestellt.

Das Gespür der Fahnder täuschte nicht, als sie auf der Autobahn A8 in Richtung Salzburg bei zwei voneinander unabhängigen Kontrollen jeweils zwei bulgarische Männer in ihren Fahrzeugenkurz vor der Ausreise aus Deutschland überprüften. Bei einer näheren Durchsuchung der mitgeführten Pkw und der Männer stellten die Zivilfahnder neben einem Laptop auch verschiedene Magnetkartenleseaufsätze sowie Bildaufzeichnungsgeräte, Elektroniker- und Feinmechanikerwerkzeug sicher.

Bei den Geräten handelt es sich um professionelles Equipment zur Manipulation von Geldausgabeautomaten. Sie dienen dem alleinigen Zweck der Erlangung elektronischer Daten von Zahlungskarten zur späteren Herstellung von Fälschungen. Aus gleichgelagerten Fällen und Ermittlungen ist bekannt, dass originale Bauteile eines Magnetkartenlesegerätes von Geldausgabeautomaten ausgebaut, mit einer Lese- und Speicherelektronik versehen und andernorts wieder eingesetzt werden.

Versteckt verbaute Videoeinrichtungen spähen dabei die persönliche Identifikationsnummer (Geheimnummer) aus, mit der der berechtigte Karteninhaber am Geldausgabeautomaten Geld abhebt. So können die Diebe eine funktionsfähige Fälschung herstellen, die wiederum für missbräuchliche Barverfügungen an Geldausgabeautomaten Verwendung findet.

Erste Maßnahmen und Ermittlungen führten die kontrollierenden Beamten der Zivilfahndung mit Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein Fachkommissariat Grenze durch. Die weiteren Ermittlungen übernahm das Bayerische Landeskriminalamt (LKA), das für Fälle von Zahlungskartenfälschungen, so genanntes Skimming, zuständig ist.

Geklärt wird derzeit, ob und wo die Gerätschaften zum Einsatz kamen und dadurch Schaden entstanden sein könnte. Die Tatverdächtigen wurden dem Haftrichter am Amtsgericht Laufen vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein erging Haftbefehl. Bei derartigen Manipulationen handelt es sich um Verbrechenstatbestände. Die Ermittlungen des Bayerischen Landeskriminalamtes dauern noch an.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd 

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