Zwischenfälle beim Kramperltreiben

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Bad Reichenhall - Die Nikolaustage sorgten auch dieses Jahr für turbulente Szenen in der Reichenhaller Innenstadt.

In Verbindung mit den Christkindlmärkten am Rathausplatz und im Schloss Gruttenstein, begünstigt durch die milde, trockene Witterung, fanden mehrere Tausend Menschen an beiden Tagen den Weg in die vorweihnachtliche Innenstadt. Die Polizei war deswegen auch mit verstärktem Personal im Einsatz um Sicherheitsstörungen rechtzeitig begegnen zu können. Dennoch kam es naturgemäß zu einigen Zwischenfällen.

So erschien am Samstag gegen 19.30 Uhr ein 17-jähriger Bursche mit blutverschmiertem Gesicht auf der Polizeiwache. Er habe von einem Krampuss einen Kopfstoss mit der Kramperlmaske abbekommen und habe eine aufgeplatzte Lippe erlitten. Der Kramperl konnte ausfindig gemacht werden und ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung wurde eingeleitet. Ob Absicht oder ein Versehen voraus gingen, muss noch geklärt werden.

Im weiteren gab es einige Zusammenstöße, bei denen die Polizei schlichtend eingreifen musste. Betrunkene, kampfbereite Besucher forderten die Krampusse zum Kräfte messen heraus und fanden hier leider auch einige Kramperl, die sich wohl nicht vorführen lassen wollten. Von zerrissener Fellverkleidung und zerbrochenen Brillen wurde berichtet. Die Polizei konnte ernsthafte Schlägereien jedoch rechtzeitig unterbinden. Dennoch waren einige Passanten durch die tumultartigen Szenen zeitweise beunruhigt.

Am Sonntag musste der Notarzt in die Poststraße anrücken. Ein Jugendlicher hatte sich dort den Fuß gebrochen. Er war von einem Krampus mit der Rute attackiert worden und sei zur Seite gesprungen. Dabei war er auf der Kante einer Stufe umgeknickt. Der Krampus war selbst unangenehm betroffen und entschuldigte sich bei dem Opfer. Der Krampus konnte dann von der Polizei ausfindig gemacht und das Ereignis als Unfall behandelt werden.

Im übrigen kam es zu vielen schönen, brauchtumsgerechten Szenen und die meisten Krampuse waren sich ihrer Verantwortung gegenüber den zahlreichen, auch kleinen Kindern bewusst und sorgten durch „artgerechtes“ Verhalten für staunende und ehrfürchtige Kindergesichter. Die größeren der vielen, auch aus mehreren Nachbargemeinden angereisten Jugendlichen mussten rußverschmierte Gesichter und manchmal auch Striemen und blaue Flecken an den Beinen in Kauf nehmen.

Die Polizei zog angesichts des ungewöhnlich umfangreichen Treibens dennoch insgesamt eine eher positive Bilanz.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Bad Reichenhall

Rubriklistenbild: © pa

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