Wieder mehr Schleusungen bei Bad Reichenhall

Kontrolle drohte: Afrikanerinnen flüchten in Waldstück

Bad Reichenhall - In der Nacht auf Donnerstag hat die Bundespolizei auf der Autobahn zwei mutmaßliche Schleuser festgenommen. Die ganze Geschichte:

Er hatte wohl nicht mit der Aufmerksamkeit der in diesem Abschnitt eingesetzten Beamten gerechnet: Bundespolizisten beobachteten mitten in der Nacht auf der B21, wie zwei Personen in der Nähe der Autobahnkontrollstelle aus einem Pkw mit deutschen Kennzeichen ausstiegen.

Während sich die beiden Frauen in Richtung eines Waldstücks begaben, fuhr das Fahrzeug über die Autobahn davon. Die Bundespolizei nahm die Verfolgung auf und konnte den Wagen auf Höhe Piding stoppen.

Der Fahrzeugführer, der ursprünglich aus Togo stammt, wies sich mit einer deutschen Aufenthaltsgenehmigung aus.

Er bestritt, dass sich noch kurz zuvor zwei Mitfahrer in seinem Wagen befunden hätten.

Weshalb aber verschiedene Frauenkleider in seinem Auto lägen, konnte er nicht schlüssig erklären. Auch die beiden jungen Frauen, die inzwischen von Beamten in Gewahrsam genommen und zur Kontrollstelle gebracht wurden, stritten zunächst ab, den 38-jährigen Afrikaner zu kennen.

Papiere hatten sie nicht dabei. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um eine 18-jährige Togoerin und eine 20-jährige Guineerin.

Als sie mit ihren augenscheinlich eigenen Kleidungsstücken aus dem Auto konfrontiert wurden, räumten sie schließlich ein, dass es sich bei dem Togoer um ihren Fahrer handelte.

Anzeige: Einschleusen von Ausländern

Wie sich inzwischen herausstellte, hat der mutmaßliche Schleuser in Rheinland-Pfalz einen festen Wohnsitz. Er wird sich voraussichtlich schon bald wegen Einschleusens von Ausländern verantworten müssen.

Die von ihm abgesetzten Migrantinnen wurden an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet. Nur wenige Stunden zuvor überprüfte die Bundespolizei in der Kontrollstelle auf der A8 die drei Insassen eines in der Ukraine zugelassenen Wagens.

Nur österreichische Asylkarten dabei

Der Fahrer konnte sich mit einem ukrainischen Reisepass und einem ungarischen Visum ordnungsgemäß ausweisen. Seine zwei iranischen Mitfahrer, 40 und 26 Jahre alt, hatten jedoch keine Papiere für den beabsichtigten Aufenthalt in Deutschland dabei und verfügten lediglich über österreichische Asylkarten.

Ihnen wurde die Einreise in die Bundesrepublik verweigert. Sie wurden nach Österreich zurückgewiesen.

Der Fahrer gab an, die Iraner über eine Mitfahrzentrale vermittelt bekommen zu haben. Die beiden Mitfahrer erklärten den Bundespolizisten, dass sie die Fahrt von Wien nach München 400 Euro gekostet hätte. Der 40-jährige Ukrainer wurde vorläufig festgenommen. Auf ihn kommt ein Strafverfahren wegen Einschleusens von Ausländern zu.

Anstieg der Anzeigen wegen Schleuserei

Im südlichen Bereich des deutsch-österreichischen Grenzgebietes ist die Zahl der Anzeigen wegen Schleuserei im Vergleich zum Vormonat angestiegen.

Die Rosenheimer Bundespolizei, zu der auch der Freilassinger Abschnitt mit der Kontrollstelle auf der A8 bei Schwarzbach gehört, hat im Dezember insgesamt rund 30 mutmaßliche Schleuser gestoppt. Im November waren es noch etwa 20.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © Polizei

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