Iraker steigen auf Autobahn aus

Piding - Eigentlich sollte es eine ganz normale Routinekontrolle werden. Doch anstelle der Polizei zur Autobahnausfahrt zu folgen, bleibt der vollbesetzte Pkw einfach auf der A8 stehen.

Aus dem Auto mit slowenischen Kennzeichen flüchten mehrere Personen – vergeblich. Die Bundespolizei hat sie alle am Donnerstag, 7. April, im nahegelegenen Piding gefasst. Auch der Fahrer wurde festgenommen. Er befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.

Fahnder der Bundespolizei forderten den Führer eines Kleinwagens auf der Autobahn Salzburg – München mittels Leuchtzeichen dazu auf, zu folgen. Der Fahrer bremste jedoch ab und blieb kurz vor der Ausfahrt stehen. Dann ging alles ganz schnell: die Türen öffneten sich und mehrere Personen rannten Richtung Piding davon. Die Beamten verhafteten sogleich den Mann, der am Steuer sitzengeblieben war. Nur kurze Zeit später traf eine über Funk verständigte Streife der Bundespolizei in Piding eine sechsköpfige Personengruppe an. Es handelte sich um die Flüchtigen. Keiner der sechs konnte sich ausweisen. Sie gaben an, irakische Staatsangehörige zu sein. Unter ihnen befanden sich drei Minderjährige.

Ersten Erkenntnissen der Bundespolizei zufolge brachte der Mazedonier die unerlaubt Eingereisten für einen Schleuserlohn von mehreren hundert Euro illegal nach Deutschland. Nachdem er bemerkt hatte, dass eine Polizeikontrolle unmittelbar bevor stand, stoppte er und wies seine Mitfahrer noch auf der Autobahn an, auszusteigen. Den Fahrer beschuldigten die Beamten des Einschleusens von Ausländern. Das Amtsgericht Laufen ordnete seine Untersuchungshaft an. Zu den Hintergründen der Fahrt und möglichen Drahtziehern ermittelt die Freilassinger Bundespolizei. Die Iraker wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen zunächst einer Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in München zugeleitet.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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