Illegale Schleusung oder Mitfahrgelegenheit?

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Bad Reichenhall/Wien - Arglos hat eine Lkw-Fahrerin am Dienstag drei junge, illegal eingereiste Nordafrikaner mitgenommen. Bei einer Kontrolle wurde sie vorerst auch festgenommen.

Eine praktische Mitfahrgelegenheit von Wien nach Stuttgart hat am Dienstag, 29. März, auf der A 8 eine vorläufigen Festnahme durch die Bundespolizei nach sich gezogen. Offenbar wusste die Fahrzeugführerin nicht genau, wen sie da genau aus Österreich mitgenommen hatte. Die Bundespolizei rät Kraftfahrern vor allem bei grenzüberschreitenden Fahrten, sich über die Herkunft und die mitgeführten Ausweise unbekannter Mitfahrer zu informieren.

Kurz nach Bad Reichenhall stoppten die Fahnder eine Deutsche, die drei jungen Männern eine Mitfahrgelegenheit gegeben hatte. Die Planungen zur gemeinsamen Reise begannen im Internet. Die Frau bot über das Portal einer Mitfahrzentrale online an, Interessierte bis Stuttgart mitnehmen zu wollen. Tatsächlich meldeten sich bei ihr drei junge Männer, die dann in Wien zustiegen. Nach eigenen Angaben machte sich die 56-Jährige über die Ausweispapiere ihrer Gäste keine Gedanken. Bei der Polizeikontrolle auf der Autobahn stellte sich heraus, dass es sich bei den Fahrgästen um zwei Tunesier im Alter von 17 und 26 Jahren und einen 16-jährigen Algerier handelte.

Da keiner von ihnen einen Ausweis dabei hatte, waren sie mit Hilfe ihrer offenbar ahnungslosen Fahrerin illegal eingereist. Die Bundespolizisten mussten zunächst davon ausgehen, dass es sich um eine organisierte Schleusung handelte, und nahmen alle vier Personen fest. In der Bad Reichenhaller Dienststelle wurde die deutsche Staatsangehörige der Einschleusung von Ausländern beschuldigt und vernommen. Nach Rücksprache mit der Traunsteiner Staatsanwaltschaft konnte sie ihre Fahrt später wieder fortsetzen, allerdings alleine. Die drei Mitfahrer wurden wegen unerlaubter Einreise angezeigt. Sie werden das Land voraussichtlich verlassen und nach Österreich zurückkehren müssen. 

Die Bundespolizeiinspektion Rosenheim empfiehlt allen Kraftfahrern, die fremde Personen nach Deutschland mitnehmen wollen, sich zu vergewissern, ob diese über Ausweise oder gegebenenfalls sonstige Papiere verfügen, die eine Erlaubnis zum Aufenthalt belegen. Sollte dies nicht der Fall sein, droht nicht nur eine unfreiwillige Fahrtunterbrechung zur polizeilichen Klärung des Falls, sondern unter Umständen eine Festnahme einschließlich einer Strafanzeige wegen Schleusungsverdachts.

Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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