Erwischt: Schwarzgeld in Pizzaschachtel versteckt!

Bad Reichenhall - Trotz einer 10-jährigen Einreisesperre und einer drohenden Inhaftierung  wegen einer Steuerstraftat hielt sich ein 46-jähriger Ungar für einen Kurztrip im Bundesgebiet auf - und wurde mit 47.000 Euro erwischt.

Als er sich am Donnerstag frühmorgens bereits wieder auf der Rückreise befand, kam es dann wie es kommen musste. Er landete in der Haftzelle der Schleierfahnder und anschließend in der JVA. Damit nicht genug, kamen in einer Pizzaschachtel, die der Alleinreisende unter seinem Fahrersitz deponiert hatte, etwas mehr als 47.000 Euro in Scheinen zum Vorschein. Ohne plausiblen Nachweis für die Herkunft der fein säuberlich eingetüteten Barschaft freute sich das „finanztechnisch“ zuständige Zollfahndungsamt Nürnberg über den Geldbetrag. Zur Begleichung seiner immensen Steuerschulden wurde gegen den Magyaren die Pfändung verfügt.

Am Donnerstag gegen 07.00 Uhr zeigten Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein erneut ihren guten Riecher. Nur wenige hundert Meter vor der Ausreise nach Österreich konnten die Fahnder einen neuwertigen ungarischen BMW 530 am ehemaligen Grenzübergang Walserberg-Autobahn aus dem fließenden Verkehr ziehen. Im Rahmen der fahndungsmäßigen Kontrolle ermittelten die Beamten schnell, dass gegen ungarischen Chauffeur ein zu vollstreckender Haftbefehl aus dem Jahre 2005 über 426 Tage vorlag, der wiederum mit einem Einreiseverbot verknüpft war.

Die rechtskräftige Ausweisungsverfügung bedeutet für den EU-Bürger gleichzeitig, dass er sich illegal im Bundesgebiet aufhielt. Da der Mann zur Herkunft der aufgefundenen Bargeldsumme nur „fadenscheinige“ Erklärungen liefern konnte, schalteten die Fahnder die zuständige Fachdienststelle des Deutschen Zolls ein. Weitere Recherchen ergaben zudem, dass der Ungar vor rund 4 Jahren bei einem groß angelegten Zigarettenschmuggel erwischt worden war. Durch die illegale Einfuhr einer ganzen Containerladung entstand dem Fiskus ein Steuerschaden in Millionenhöhe. Im aktuellen Fall erstatteten die Fahnder gegen den Osteuropäer Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das europäische Freizügigkeitsgesetz. Des Weiteren wurde dem Ungar auch der BMW abgenommen, da hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse noch Klärungsbedarf bestand. Der „Touring“ wurde sichergestellt. Ungeklärt ist derzeit auch noch, warum sich der „Geschäftsreisende“ mit falschen Personalien in einem Hotel in Baden-Württemberg eingemietet hatte.

Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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