Polizei überprüfte Personen in allen fünf Achentalgemeinden

Bei Kontrollen in Grassau: "Gras" sichergestellt

Grassau - Nach zwei Monaten intensiver Ermittlungs- und Kontrolltätigkeit im Bereich der ländlichen Rauschgiftszene im Achental, musste leider festgestellt werden, dass dieses Phänomen auch auf dem „Land“ eine erhebliche Bedeutung im Kriminalitätslagebild darstellt.

In allen fünf Achentalgemeinden wurden bei Personenkontrollen auf der Straße und mehr als 30 Wohnungsdurchsuchungen insgesamt über ein Kilogramm Marihuana sichergestellt und über 100 Strafverfahren im Zusammenhang mit Betäubungsmitteldelikten eingeleitet. Das Netzwerk breitete sich im Verlauf der Ermittlungen in die angrenzenden Gemeinden und Landkreise aus.

Die aufwendigen Maßnahmen wurden federführend von der Polizei Grassau in enger Zusammenarbeit mit Unterstützungskräften des Einsatzzuges der Operativen Ergänzungsdienste (OED) Traunstein und der Kriminalpolizei Traunstein durchgeführt.

Vielzahl von Vergehen nach dem BtMG

Anlass waren vermehrte Hinweise aus Schulen, besorgter Bürger und insbesondere von einem Elternpaar eines betroffenen Jugendlichen, die sich nicht mehr anders zu helfen wussten und die Polizei verständigten. Unter den eingeleiteten Verfahren ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Traunstein wegen einer Vielzahl von Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Insbesondere Handel mit Marihuana, aber auch schwere Straftaten wie Abgabe von Betäubungsmittel an Jugendliche und sogar einem Raubüberfall bei dem eine erhebliche Menge „Gras“ Ziel der Tatausführung gewesen ist.

Leider mussten die Ermittler feststellen, dass die überwiegende Mehrheit der Täter einheimische Heranwachsende und Jugendliche sind. Das Selbstverständnis dieser straffällig gewordenen jungen Menschen im Umgang mit Betäubungsmitteln überraschte die Polizei besonders. Dies - obwohl ein erheblicher Aufwand in der Präventionsarbeit der Polizei Grassau zu diesem Thema in den Schulen geleistet wird.

Start in Wunschberuf kann zerstört werden

Daher auch ein Appell an alle Eltern mit ihren Kindern die Thematik ernsthaft zu diskutieren und die weitreichenden negativen gesundheitlichen und vor allem strafrechtlichen Folgen bei Verstößen darzustellen. Die Gesetzeslage ist in Bayern klar definiert, der Besitz von Marihuana ist strafrechtlich verboten und führt zu einer Anzeige, dies ist vielen unter Umständen nicht in diesem Maße bewusst. Entsprechende Vorstrafen können auch dazu führen, dass möglicherweise der Berufsstartin einen Wunschberuf erschwert oder sogar zerstört wird.

Wir wollen, dass Sie sicher leben - ihre Polizei Grassau.

Pressemeldung Polizeiinspektion Grassau

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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