Lügengerüst bricht ein: Festnahme

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Freilassing - Am Bahnhof in Freilassing haben Beamte einen Mann kontrolliert, der sich daraufhin immer mehr in Widersprüche verstrickte - bis er im Gefängnis landete.

Am Freitag, den 15.03.13, um 15.50 Uhr kontrollierten Beamte der Zivilen Einsatzgruppe Traunstein einen jungen Mann am Bahnhof in Freilassing.

Bei der Kontrolle konnte der Mann keine Ausweisdokumente vorlegen und meinte in gebrochenen Deutsch, algerischer Staatsangehöriger zu sein, keine Aufenthaltserlaubnis und kein Ausweisdokument zu besitzen. Auch gab er gegenüber den Beamten falsche Personalien an - wie sich später herausstellen sollte.

Bei der Durchsuchung der Person nach Ausweisdokumenten konnten ein Pensionsschlüssel und eine Krankenversicherungskarte aufgefunden werden. Die Krankenversicherungskarte war auf einen anderen tunesischen Staatsangehörigen ausgestellt, der in Ainring wohnhaft ist.

Hierzu meinte der junge Mann, beide Sachen kurz zuvor am Taxistand gefunden zu haben.

Der angebliche Algerier wurde vorläufig festgenommen und auf die Dienststelle der Polizeiinspektion Fahndung in Piding verbracht.

Die Überprüfung seiner Fingerabdrücke erbrachte dann schnell seine rechtmäßigen Personalien. Demnach handelte es sich um einen 28-jährigen tunesischen Staatsangehörigen, dessen Aufenthaltserlaubnis seit 13.03.13 erloschen war.

Auch wurde die Wohnadresse des Krankenversicherungskarten-Inhabers in Ainiring überprüft. Hier handelte es sich um ein Zimmer in einem Gasthaus. Die Beamten der Zivilen Einsatzgruppe staunten nicht schlecht: Der bei dem Tunesier sichergestellte Schlüssel passte bei der Eingangstüre des Gasthauses und der Zimmertüre des Krankenversicherungskarten-Inhabers.

Im Zimmer konnten dann schnell der Reisepass des 28-jährigen Festgenommenen und eine Heiratsurkunde aufgefunden werden. Demnach heiratete der Tunesier bereits im Jahre 2012 eine deutsche Staatsangehörige aus Bielefeld. Die Hochzeit wurde demnach in Tunesien vollzogen.

Auch wohnte der junge Tunesier nachweisbar in diesem Zimmer.

Nach ersten polizeilichen Ermittlungen könnte es sich bei der Eheschließung um eine sog. Scheinehe handeln. So gelangte der Tunesier offensichtlich zu der Aufenthaltserlaubnis, die am 13.03.13 erloschen war.

Und mit der sichergestellten Krankenversicherungskarte hat sich der Festgenommene mit hoher Wahrscheinlichkeit unrechtmäßig auf den Namen des anderen Tunesiers ärztlich behandeln lassen - er selbst war nicht krankenversichert.

Hier dauern die Ermittlungen noch an. Ggf. haben die angebliche Ehefrau in Bielefeld und der rechtmäßige Krankenversicherungskarten-Inhaber aus Ainring mit einem entsprechenden Strafverfahren zu rechnen.

Den 28-jährige Tunesier erwartet ein Strafverfahren wegen unerlaubten Aufenthalts, des Erschleichens einer Aufenthaltserlaubnis (Scheinehe), Betruges (Krankenversicherungskarte) und falsche Personalienangabe.

Die Sachbearbeitung haben Beamte der Polizeiinspektion Fahndung in Piding übernommen.

Pressebericht OED Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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