Polizei Freilassing warnt 

Betrüger wollten 5.000 Euro und drohten mit Haft in Türkei

Freilassing - Am Dienstag, den 22. März, erstattete eine 68-jährige Frau bei der Polizei Freilassing eine Anzeige, nachdem sie einen betrügerischen Anruf von einem angeblichen Polizeibeamten erhalten hatte. Für die nun ermittelnden, echten Polizeibeamten stellte sich der Sachverhalt wie folgt dar:

Die Dame erhielt am gleichen Vormittag einen Anruf, bei dem sich der Mann in akzentfreier deutscher Sprache als Oberinspektor von der Polizeiinspektion Freilassing vorstellte. Trickreich und wohl dem ersten Eindruck folgend auch glaubhaft erläuterte er, dass gegen die Frau in der Türkei ein Haftbefehl bestehe. Sie müsse deshalb umgehend bei einem Staatsanwalt anrufen, der ihr das Weitere erklären würde. Dazu nannte er ihr eine deutsche Festnetznummer, an der sich bei ihrem Rückruf ein Mann als Staatsanwalt ausgab. 

5.000 Euro oder Gefängnis in der Türkei

Er erklärte, dass sie 5.000 Euro bezahlen müsste, andernfalls würde man sie in den nächsten Tagen abholen und zur Vollstreckung des angeblichen Haftbefehls in die Türkei bringen. Da die Frau vor einigen Jahren tatsächlich dort Urlaub gemacht hatte, glaubte sie den Anrufern. Besonders dreist dann das weitere Vorgehen - auf ihre Einlassung, dass sie nicht so viel Geld zu Hause habe, wurde ihr geraten, den Betrag von ihrem Konto abzuheben und dann wieder anzurufen. Dies machte die Frau dann auch und bei ihrem nächsten Rückruf wurde ihr aufgetragen, den Betrag in die Türkei zu transferieren

Postbediensteter deckt Betrugsversuch auf

Nach Erklärung der Modalitäten für einen Bargeldtransfer per Western Union ging die Frau zur nächsten Postfiliale, um die Zahlung zu veranlassen. Dort fragte sie jedoch ein aufmerksamer Bediensteter nach dem Grund für diesen ungewöhnlichen Bargeldtransfer und erkannte sofort, dass es sich um einen Betrugsfall handelte. Er riet der Frau die Zahlung nicht zu leisten und sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Einzig der Aufmerksamkeit des Postbediensteten hatte die Frau es zu verdanken, dass ihr kein finanzieller Schaden entstanden ist. Bei Western Union handelt es sich um einen eigentlich seriösen Dienstleister von Bargeldtransfers, der aber in vielen Fällen auch von Betrügern genutzt wird. Hätte die Frau die Zahlung durchgeführt, wäre das Geld unwiderruflich verloren gewesen. Bei der geschilderten Betrugsmasche handelt es sich indes um ein Kriminalitätsphänomen, das in Polizeikreisen bestens bekannt ist, von den Betrügern aber bereits seit Jahren immer wieder erfolgreich angewandt wird.

Polizei vermutet hochprofessionelle Kriminelle

Erste Ermittlungen der Polizeiinspektion Freilassing ergaben, dass die Nummer des angeblichen Staatsanwaltes unter falschen Personalien erstellt wurde und die Anrufe über das Internet erfolgten. Hinter dieser Betrugsmasche dürfte eine hochprofessionelle, meist im Ausland angesiedelte Struktur stehen, welche es durch psychologisch geschulte und im Ton überzeugende Anrufer immer wieder schafft, arglose Menschen zu überzeugen, Geldbeträge zu überweisen.  

Die Polizei rät zur Vorsicht

Zu beachten ist auch, dass die Vorgehensweisen der Täter variiert und sehr vielfältig ist. Die erste Kontaktaufnahme kann - wie gerade geschildert - durch einen Telefonanruf oder auch per Brief von einer angeblichen Polizeibehörde oder Staatsanwaltschaft erfolgen. Die Polizeiinspektion Freilassing kann nur immer wieder vor allen möglichen Arten des Betruges warnen, denn die Täter wollen nur Ihr Geld

Wir, die Polizei, raten Ihnen folgendes: Seien Sie äußerst vorsichtig und misstrauisch, wenn es telefonisch um Geld geht, welches sie bezahlen sollen oder gewonnen haben. Teilen Sie keine persönlichen Daten wie Kontonummer, Bankverbindung mit.

Informieren sie sich im Internet unter www.polizei-beratung.de bzw. www.polizei.bayern.de oder wählen sie im Verdachtsfall unter der Rufnummer “110” sofort den Polizei Notruf.

Pressemeldung Polizeiinspektion Freilassing

Rubriklistenbild: © picture alliance / Martin Gerten (Symbolbild)

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