Ein Kroate kann es nicht lassen

Bad Reichenhall/Piding - Ein bereits abgeschobener Kroate wurde bei seiner illegalen Einreise erwischt - und das bereits zum vierten Mal!

Geradezu zwanghaft zieht es offenbar einen Kroaten immer wieder in seine - allerdings verbotene - alte Heimat nach Frankfurt am Main. Trotz eines mehrfach bestätigten Einreiseverbotes hält sich der bereits viermal nach Kroatien zwangsweise abgeschobene 34-jährige Mann immer wieder in Deutschland auf.

Diesmal erwischten ihn Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein auf der Münchener Autobahn als Fahrgast in einem kroatischen Reisebus. Ein noch offener Vollstreckungshaftbefehl wegen eines zurückliegenden „Besuches“ bringt ihn mangels Barmittel zumindest einen knapp 60-tägigen Aufenthalt in der nächsten JVA ein. Aufgrund der erneuten illegalen Einreise dürfte sich die Haftdauer – im Falle einer Verurteilung - massiv verlängern.

In der Nacht auf Donnerstag, den 8. September, zogen Schleierfahnder den regelmäßig verkehrenden Linienbus an der Autobahnausfahrt Piding-Nord aus dem fließenden Verkehr. Die anschließende Überprüfung im Polizeicomputer ergab dann für den gebürtigen Frankfurter neben zweier aktueller ausländerrechtlichen Fahndungsnotierungen, auch eine lange Liste aller in der Vergangenheit gegen ihn durchgeführten aufenthaltsbeendenden Maßnahmen. So wurde er im Sommer 2008, zweimal in 2010 und letztmalig erst im Mai diesen Jahres zwangsweise nach Kroatien abgeschoben. Trotz des Risikos der erneuten Festnahme und den damit verbundenen Sanktionen, ließ sich der Mann davon jedoch nicht sonderlich beeindrucken. Nach Anzeigenaufnahme wurde der Beschuldigte noch am Donnerstagmorgen dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht Laufen vorgeführt.

Hellwach zeigten sich die Schleierfahnder nur wenige Stunden später bei einer anderen Buskontrolle – allerdings auf der Gegenfahrbahn in Richtung Salzburg – kurz vor fünf Uhr morgens. Ein 25-jähriger Schwarzafrikaner hatte vergeblich versucht sich mit einem „geborgten“ österreichischen Reisedokument seines in der Steiermark wohnhaften Bruders auszuweisen. Die geschulten Beamten erkannten jedoch den Schwindel und nahmen den ansonsten ausweislosen Mann fest. Wegen Missbrauchs von Ausweispapieren sowie des illegalen Aufenthalts ohne Pass und Aufenthaltstitel wurde der gebürtige Angolaner zur nahegelegenen Dienststelle verbracht.

Die anschließenden Ermittlungen ergaben, dass sich der Südwestafrikaner auf der Rückreise von Frankreich nach Österreich befand. Damit er ungehindert reisen konnte – für Österreich besteht gegen ihn ein Einreiseverbot - hatte er den Pass seines Bruders mitgeführt. Noch am selben Tag wurde auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Traunstein ein Haftbefehl beim Ermittlungsrichter erwirkt. Inwieweit der Bruder für das „Überlassen“ seines Reisedokumentes strafrechtlich veranwortlich zu machen ist, muss das noch offene Ermittlungsverfahren in Österreich klären.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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