Urkundenfälschung und Unfallflucht in Piding

Fahrer von arbeitssuchendem „Slowenen“ fährt vor Polizei Auto an und haut einfach ab

Piding - Eigentlich sollte ein Autofahrer mit gefälschten Papieren vor der Polizeidienststelle in Piding warten. Er entfernte sich allerdings vom Unfallort und beschädigte dabei ein parkendes Auto. Die Tat bestritt er.


Die Meldung im Wortlaut

Am Donnerstagmittag, 27. August, kontrollierten Beamte der Grenzpolizei Piding auf der A8 eine „Fahrgemeinschaft“ der etwas anderen Art.


An der Tankstelle Piding-Süd wurden die Polizisten auf einen ungarischen Kleintransporter aufmerksam, welcher mit drei Personen besetzt war. Bei der Kontrolle wies sich einer der Insassen mit einer slowakischen ID-Card aus, welche von den Schleierfahndern aus Piding schnell als Totalfälschung erkannt werden konnte.

Die anschließende Durchsuchung förderte schließlich einen echten ukrainischen Reisepass samt gültigem Visum zu Tage. Im Rahmen der Vernehmung gab der Ukrainer schließlich an, dass er mit dem gefälschten Ausweis eine EU-Staatsbürgerschaft vortäuschen wollte, um so in Deutschland eine „legalen“ Arbeit nachgehen zu können.

Um den 31-Jährigen nach erfolgter Anzeigenaufnahme wegen Urkundenfälschung die Weiterreise zu ermöglichen, bat er den Fahrer und seine Begleitung, auf ihn vor der Dienststelle zu warten. Dem ungarischen Fahrer und seiner Freundin dauerte dies aber augenscheinlich zu lange, denn ohne Bescheid zu sagen, setzten sie ihre Fahrt wenige Minuten später fort.

Dumm nur, dass der 39-jährige Fahrzeugführer beim Ausparken vor der Dienststelle gegen ein hinter ihm geparktes Fahrzeug einer Mitarbeiterin der Grenzpolizei fuhr. Ein zufällig anwesender Zeuge machte den Mann zwar noch darauf aufmerksam, dass er soeben ein anderes Auto angefahren hatte, nichtsdestotrotz setzte der Ungar seine Fahrt unbeeindruckt fort, ohne sich um den Unfallschaden zu kümmern. Ein Versuch über den noch auf der Dienststelle befindlichen Ukrainer den Unfallverursacher telefonisch zu kontaktieren scheiterte daran, dass dieser angab, die beiden in Wirklichkeit gar nicht zu kennen. Er hatte sie kurz zuvor in München kennen gelernt und lediglich gebeten, ihn ein Stück mitzunehmen.

Nach etwa 30 Minuten erschien der Auto samt der beiden Insassen plötzlich wieder am Parkplatz der Grenzpolizeiinspektion - wie sich herausstellte hatten die Beiden sich lediglich etwas zu essen besorgt, um die Wartezeit zu überbrücken. Auf den Vorfall beim Ausparken angesprochen zeigte der 39-jährige Ungar trotz der vorliegenden Aussage des Zeugen und deutlich erkennbarer Unfallspuren, keinerlei Unrechtsbewusstsein. Er beharrte darauf, nicht Verursacher des Schadens gewesen zu sein.

Da eine Einigung auf einfachem Wege nicht möglich war, wurde eine Streife der Verkehrspolizei Traunstein zur Unfallaufnahme hinzugezogen. Neben der Schadensregulierung kommt nun auf den 39-Jährigen auch ein Verfahren wegen Unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu. Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf circa 800 Euro.         

Pressemitteilung der Grenzpolizeiinspektion Piding                      

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa (Symbolbild)

Kommentare