Drogendealer war nur ein Phantom

Prien - Mit einem Notarzt-Einsatz und der Einlieferung ins Krankenhaus endete die vermeintliche Drogenkarriere einer Schülerin aus Prien. Jetzt kam raus: Alles war Schwindel!

Notarzteinsatz und Einlieferung in die Kinderklinik Rosenheim, so endete letzte Woche die angeblich zweiwöchige Drogenkarriere und die verbotene Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten einer 13-Jährigen aus Prien.

Ihren Freunden habe die 13-Jährige immer wieder erzählt, von einem gewissen 16-jährigen „Raphael S.“ aus Bad Endorf geringe Mengen Drogen erworben zu haben, die von diesem am Bahnhof in Prien dann übergeben wurden. Kontakte habe sie über die „Facebook-Seite“ des 16-Jährigen gepflegt, der dort mit Namen, Bild und Wohnort eingestellt ist.

Nachdem die 13-Jährige letzte Woche nach der vermeintlichen Einnahme von den so erworbenen „Drogen“ und Medikamenten gesundheitliche Probleme bekam, alarmierten die Freunde den Notarzt. Dieser wies das Mädchen anschließend mit einem Rettungswagen in die Klinik ein.

Im Zuge der ersten Ermittlungen der Drogen-Sachbearbeiter der Polizeiinspektion Prien bestätigte die 13-Jährige ihre den Freunden gegenüber gemachten Angaben und nannte weitere Details zu dem 16-Jährigen. Nachdem die Untersuchung in der Klinik keinerlei Hinweise auf einen Drogen- bzw. Medikamentenmissbrauch ergab, auch sonst keinerlei Erkenntnisse und Meldedaten zu dem angeblichen „Raphael S.“ zu ermitteln waren, ist die junge Prienerin noch einmal eingehend vernommen worden.

Bei dieser Vernehmung gestand die junge Dame letztendlich, die Geschichte frei erfunden zu haben. Um dem Ganzen entsprechend Glaubwürdigkeit zu verleihen, habe sie selbst die „Facebook-Seite“ mit einer frei erfundenen Legende erstellt und einfach das Lichtbild eines x-beliebigen Jungen aus dem Internet heruntergeladen sowie der Seite hinzugefügt.

Unter diesem „Phantom“ kommunizierte sie dann auch selber mit anderen Facebook-Nutzern in diesem Forum. Die Ermittlungen der Polizei erstrecken sich nun in Richtung Vortäuschen einer Straftat, werden aber für die strafunmündige13-jährige Prienerin keine strafrechtlichen Konsequenzen haben. Auch ihre gesundheitlichen Probleme stellten sich –Gott sei Dank- als harmlos heraus. Als Motiv für die „Tat“ nannte das Mädchen, einfach Aufmerksamkeit erregen zu wollen.

Pressemeldung Polizeiinspektion Prien

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © pa

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