Blumenstrauß wird Trickbetrügern zum Verhängnis

Bad Reichenhall - Gut ein Jahr nach einem Trickbetrug bei einem Juwelier in Bad Reichenhall konnte die Kripo Traunstein nun das Gaunerquartett identifizieren. Ein Blumenstrauß war der Schlüssel zum Erfolg.

Mitte September 2008 betrat ein „Kunde“ mit Strohhut und mit einem auffällig großen Blumenstrauß das Fachgeschäft und interessierte sich für hochwertige Kugelschreiber in der Schaufensterauslage. Ein offensichtlich zu dem Hutträger gehörender zweiter Mann stand draußen vor dem Fenster und deutete abwechselnd auf verschiedene Schreibgerät. Beschäftigt mit der Beratung der anspruchsvollen Kundschaft registrierte der Verkäufer nur am Rande, dass eine Frau das Geschäft betrat. Durch das umständliche Getue der beiden Männer war der Verkäufer stark abgelenkt. So bemerkte er nicht, wie die Frau, vermutlich zusätzlich bewusst verdeckt durch den Blumenstrauß, auf mehrere Schmuckstücke in der Auslage zugriff. Während sich der „Kunde“ mit dem Blumenstrauß endlich für einen Schreiber entscheiden konnte, ging die Frau wieder. Kurze Zeit später verließ auch der vermeintliche Stiftkäufer unter einem Vorwand das Geschäft, um „gleich wieder zu kommen“.

Jetzt schöpfte der Verkäufer Verdacht und stellte auch gleich fest, dass zumindest ein Brillantring aus der Auslage fehlte. Er nahm sofort die Verfolgung des „Hutträgers“ auf und konnte diesen auch nach kurzem Sprint stellen. Dem Trickdieb gelang es jedoch, sich wieder loszureißen und unterzutauchen. Auch von seinen zwei Komplizen war nichts mehr zu sehen. Die Sofortfahndung durch die jetzt alarmierte Polizei brachte keinen Erfolg. Das Trio war mit Schmuckstücken im Wert von etwa 30000 Euro untergetaucht.

Nur der Blumenstrauß, vom Täter verloren oder auch weggeworfen, konnte in der Nähe aufgefunden werden. Und genau dieser brachte jetzt viele Monate später die Polizei auf die Spur des Trios. Der Spurensicherung der Kripo Traunstein gelang es nämlich damals, an dem Blumenstrauß eine menschliche DNA zu sichern. Ein Suchlauf ergab zwischenzeitlich eine Übereinstimmung mit einer Spur aus einem anderen Trickdiebstahl im Raum Fürstenfeldbruck, die einem 36-jährigen Australier zuzuordnen ist. Der Mann soll zu einer offensichtlich überregional agierenden Betrügerbande gehören. In Bad Reichhall arbeitete er den Ermittlungen nach mit einer 56-jährigen Frau und einem 40-jährigen Mann, beide australische Staatsbürger, sowie einem 54-jährigen Briten zusammen. Die Fahndung nach den dank akribischer Spurensicherung und effizienter Zusammenarbeit verschiedener Polizeidienststellen identifizierten Trickbetrügern läuft.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Polizei

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser