Ein unfallreiches Jahr im BGL

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Berchtesgadener Land - 2011 war ein unfallreiches Jahr für das Berchtesgadener Land. Neben ein paar schlechten Nachrichten gab es aber auch einige Gute:

Im Jahr 2011 ereigneten sich im Landkreis Berchtesgadener Land insgesamt 2726 Unfälle mit 729 Verletzten und 10 Toten. Gegenüber dem Jahr 2010 bedeutet dies eine Steigerung der Unfälle um 1,33 Prozent oder 36 Unfälle. Allerdings wurden weniger Personen verletzt und getötet. Die Zahl der Verkehrstoten sank von 13 auf 10 und die der Verletzten von 738 auf 729. Dies ist die zweitniedrigste Zahl an Verletzten seit 1975. Die Verkehrstoten waren im gleichen Zeitraum nur 2006 und 2009 niedriger.

Die Hauptunfallursachen sind nach wie vor Fehler beim Rückwärtsfahren oder Wenden (292), Vorfahrtsmissachtungen (200), überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit (193) und fehlender Sicherheitsabstand (190). Technische Mängel führten nur 11 mal zu Unfällen.

Bei den nachfolgenden Auswertungen wurden nur die Unfälle mit Personen- oder schwerem Sachschaden berücksichtigt, da die Kleinunfälle statistisch nur sehr eingeschränkt ausgewertet werden können.

Unfallverursacher waren 897 Pkw-, 146 Lkw- und 108 Radfahrer. Dagegen nimmt sich die Zahl der anderen Verkehrsteilnehmer, die einen Unfall verschuldeten, erstaunlich gering aus. Die Statistik führt nur 49 Motorrad-, Mofa- oder Rollerfahrer, 14 Fußgänger und 9 Busfahrer als Verursacher an.

Die Möglichkeit des begleitenden Fahrens mit 17 Jahren (BF 17) erfreut sich immer größerer Beliebtheit. In den letzten 3 Jahren wurde von der Führerscheinbehörde im Landratsamt Berchtesgadener Land ca. 2000 (!) derartiger Fahrerlaubnisse ausgestellt. Bezüglich des Unfallgeschehens ist diese Gruppe der Fahrzeugführer jedoch absolut unauffällig. Im vergangenen Jahr wurde lediglich 1 Verkehrsunfall durch einen sog. BF-17- Fahrer verursacht. Allerdings trübt sich dann das Bild, wenn man die jungen Fahranfänger von 18 – 25 Jahren ansieht, die alleine mit dem Fahrzeug unterwegs sein dürfen. Sie sind überproportional oft an Unfällen beteiligt. Während sie nur ca. 8 % der Gesamtbevölkerung stellen, verursachen sie im Landkreis 15 % der Unfälle (271 Unfälle). Besonders negativ fällt auf, dass ein Viertel der 67 Alkoholunfälle auf das Konto der Fahranfänger geht.

Im vergangenen Jahr gab es 7 Unfälle auf dem Schulweg zu verzeichnen. 27 Kinder wurden leicht und 2 schwerer verletzt. 4 Unfälle ereigneten sich in Bad Reichenhall, zwei in der Stadt Freilassing und einer in der Gemeinde Bischofswiesen.

2011 nahmen die 5 Polizeidienststellen im Landkreis 687 „Unfallfluchten“ auf. 246-mal konnte der Täter ermittelt werden. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von knapp 36 Prozent. Gerade bei geringen Schäden gibt es fast keine Spuren, die zum Täter führen, so dass hier die Polizei in erster Linie auf Zeugenhinweise angewiesen, um den Geschädigten zu seinem Recht zu verhelfen.

Bei den angezeigten 204 Wildunfällen wurden 1 Personen verletzt. 141 mal kam es zu Kollisionen mit Rehwild, 28 mal mit Hasen, 17 mal mit Dachsen und 14 mal mit Füchsen. 4 Unfälle passierten mit sonstigen Wildtieren. Erfreulich niedrig ist auch die Zahl der Unfälle, die sich unter Alkoholeinfluss ereigneten.

Bei 67 Unfallbeteiligten wurde eine Alkoholisierung festgestellt. Es ist dies der zweit niedrigste Wert in den letzten 40 Jahren. Dies darf aber kein Grund für eine Verharmlosung der Ursache Alkohol sein. Schließlich gehen auf das Konto der Alkoholunfälle immer wieder sehr schwere Unfälle. Weitere 4 Unfallverursacher standen unter Drogeneinfluss.

Die besonders intensiver Überwachung der B 20 im Landkreis führte leider noch zu keinem deutlich verbesserten Ergebnis. Die Anzahl der Unfälle ist nur leicht zurück gegangen, dennoch sind dort mehr als 10 Prozent aller Unfälle im Landkreis mit mehr als 20 Prozent aller Verletzten zu verzeichnen und Um die Unfallbilanz auf der auch verkehrsmäßig sehr stark belasteten B 20 langfristig zu verbessern, werden die Kontrollen auch im Jahre 2012 fortgeführt.

Folgende Unfallhäufungspunkte ergaben sich bei der Auswertung:

Auffällig oft krachte es in Bad Reichenhall auf der St 2101 am Antoniberg (14 Unfälle) und auf der Umgehungsstraße im Bereich der ARAL-Tankstelle (9 Unfälle). Auf der B 20 bei Freilassing-Mitte gab es 10 Unfälle. Je 9 Unfälle waren auf der B 305 in Berchtesgaden im Bereich Einmündung Gmundberg und in Freilassing am Salzburger Platz zu verzeichnen. Besonders auffällig ist der Straßenbereich auf der B 20 bei Piding, wo sich vom Kreisverkehr bis zur BAB-Ausfahrt Nord 25 Unfälle ereigneten.

Pressemitteilung Polizeiinspektion Bad Reichenhall

Rubriklistenbild: © LAM/Bilanz

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