So sicher ist das Berchtesgadener Land

Berchtesgadener Land - Die Anzahl der Straftaten hat sich im Jahr 2011 leicht erhöht. Wie die Sicherheitslage ansonsten im Berchtesgadener Land ist sehen Sie hier:

Lesen Sie auch die Unfallstatistik für des Berchtesgadener Land:

Ein unfallreiches Jahr im BGL

Im Landkreis Berchtesgadener Land werden etwa 102.000 Einwohner von den Polizeiinspektionen Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Freilassing und Laufen sowie von der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein, der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein und der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein polizeilich betreut.

Die Sicherheitslage im Berchtesgadener Land für das Jahr 2011 ist insgesamt als gut zu bewerten.

Die bekannt gewordenen Straftaten haben sich im Vergleich zum Vorjahr – dem niedrigsten Stand seit acht Jahren - geringfügig erhöht. Dies ist in einem sehr engen Zusammenhang mit den ausländerrechtlichen Verstößen zu sehen. Die Nähe zum Ballungszentrum Salzburg sowie die stark frequentierten grenzüberschreitenden Verkehrswege bedingen diese erhöhten Werte.

Die Verkehrsunfälle bewegen sich seit sieben Jahren auf annähernd gleichem Niveau, wobei seit 2008 ein leichter kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen war. Dieser Trend hielt auch im vergangenen Jahr an. Allerdings ist die Zahl der Verletzten und Toten gegenüber 2010 Vorjahr wieder leicht gesunken.

Kriminalstatistik 2011

 Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist eine Zusammenstellung aller bekannt gewordener strafrechtlicher Sachverhalte. Berücksichtigt sind alle polizeilich bearbeiteten Verstöße nach dem Strafgesetzbuch und strafrechtliche Nebengesetze ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte.

Gesamtentwicklung

Im Jahr 2011 wurden im Landkreis Berchtesgadener Land insgesamt 6.590 Straftaten erfasst und damit 537 Fälle mehr als im Vorjahr (+8,9 %). Dieser deutliche Anstieg ist auf eine starke Steigerung der Aufgriffe der Bundespolizei (überwiegend im Zusammenhang mit illegaler Migration) zurückzuführen. Die Bundespolizei betreibt mittlerweile eine eigene Binnengrenzfahndung auf Straße und Schiene.

Aufklärungsquote

Von den 6.590 Straftaten 2011 wurden 4.675 Fälle aufgeklärt. Die Aufklärungsquote betrug damit 70,9 %, was exakt dem Vorjahreswert entspricht. Kriminalitätsbelastung

Die Häufigkeitszahl bezeichnet die Anzahl der polizeilich erfassten Straftaten auf jeweils 100.000 Einwohner.

Die Belastung der Bevölkerung im Landkreis Berchtesgadener Land mit Straftaten lag 2011 bei 6.436 Straftaten pro 100.000 Einwohner und damit über dem Landesdurchschnitt von 4.969. Zur Berechnung werden nur die amtlich gemeldeten Einwohner herangezogen, also nicht z.B. Touristen, Durchreisende, Personen mit ausländischem Wohnsitz oder Ausländer, die sich illegal aufhalten. Im Rahmen der grenznahen Schleierfahndung werden jedoch gerade bei diesen Personenkreisen eine hohe Anzahl von ausländerrechtlichen Verstößen, Urkunds- und Rauschgiftdelikten aufgedeckt. Bereinigt man die Zahlen für den Landkreis um alle diese Fälle, so ergibt dies eine Summe von 4.772 Delikten und eine Häufigkeitszahl von 4.661, die damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegt.

Kriminalitätsstruktur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tatverdächtigenstruktur

 Zu den 4.675 geklärten Straftaten 2011 wurden 4.153 Tatverdächtige ermittelt. Darunter befand sich ein Anteil von 61,4 % nichtdeutscher Personen. Zieht man die im Berchtesgadener Land durch die Fallzahlen der Schleierfahndung und Bundespolizei besonders hohe Anzahl der spezifischen Verstöße gegen das Ausländer- und Asylverfahrensgesetz ab, so beträgt der Ausländeranteil an allen Tatverdächtigen 24,8 %.

Von den 4.153 ermittelten Tatverdächtigen waren insgesamt 19,3 % jünger als 21 Jahre, also ein Kind, Jugendlicher oder Heranwachsender. Insbesondere Jugendliche und Heranwachsende (14-21 Jahre) mit einem Anteil von 7,4 % an der Wohnbevölkerung stellen mit 17,8 % einen überproportionalen Anteil an den Tatverdächtigen. Die Überrepräsentation dieser Altersgruppe resultiert großteils aus ihrer sehr hohen Beteiligung bei den Diebstahls-, Sachbeschädigungs- und Körperverletzungsdelikten.

Ausgewählte Deliktsbereiche:

Gewaltkriminalität

Darunter fallen in erster Linie Mord und Totschlag, Vergewaltigung, Raub und gefährliche sowie schwere Körperverletzungsdelikte. Im Landkreis Berchtesgadener Land wurden 93 entsprechende Delikte im Jahr 2011 registriert. Dies stellt erneut einen erfreulichen Rückgang um 17 Fälle oder 15,5 % dar. Der Anteil an der Gesamtkriminalität im Landkreis BGL liegt bei 1,4 Prozent. Auch die Aufklärungsquote konnte mit 83,9 % auf hohen Niveau gehalten werden.

Straßenkriminalität

Diese umfasst alle Straftaten, die einen speziellen Bezug zum öffentlichen Verkehrsraum haben, z. B. Handtaschenraub, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen und Diebstähle rund um das Kfz, Fahrraddiebstähle und Automatenaufbrüche. Auch hier gingen die Fallzahlen um 40 auf 877 Delikte zurück (- 4,4 %), womit der niedrigste Stand seit acht Jahren erreicht wurde. Die Aufklärungsquote ging leicht zurück, von 18,4 % auf 16,4 %. Die Aufklärungsquote steigt mit der Qualität der Delikte an, so konnten zum Beispiel 90,0 % aller Raubdelikte aufgeklärt werden. Der Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 13,3 %.

Sexualdelikte

In diesem Deliktsbereich war ein Rückgang um 5 Fälle auf 44 Delikte zu verzeichnen (- 10,2 %). Die Aufklärungsquote konnte mit 81,8 % nahezu gehalten werden (Vorjahr 83,7 %). Der Anteil an der Gesamtkriminalität liegt bei 0,7%.

Diebstahlskriminalität

2011 wurden im Landkreis 1.541 Diebstähle von der Polizei bearbeitet. Das waren 120 Fälle oder 8,4 % mehr als im Vorjahr. Der Anteil an

der Gesamtkriminalität lag bei 23,4 %. Die Aufklärungsquote konnte mit 36,4 % im Vergleich zum Vorjahr (33,4 %) spürbar gesteigert werden.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Unter die Vermögens- und Fälschungsdelikte fallen Straftaten, wie z.B. Betrugsdelikte aller Art, Unterschlagungen, Urkundenfälschungen, Geld- und Wertzeichenfälschungen.

Im Berchtesgadener Land stieg die Zahl dieser Delikte im Jahr 2011 um 25 Fälle (+ 2,4 %) auf 1.067 und nahm an der Gesamtkriminalität einen Anteil von 16,2 % ein. Die Aufklärungsquote betrug 72,6 %. Jedes zehnte Betrugsdelikt hat zwischenzeitlich einen Bezug zum Internet.

Rauschgiftdelikte

Dazu zählen neben den Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz auch die direkte Beschaffungskriminalität, z. B. Rezeptfälschung. 2011 waren 427 Betäubungsmitteldelikte zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 54 Delikte oder 14,5 % an. Der Anteil an der Gesamtkriminalität lag bei 6,5 %, die Aufklärungsquote betrug 98,1 %. Eine 48-jährige Drogenkonsumentin verstarb 2011 an den Missbrauchsfolgen (2010: 1 Drogentote).

Kriminalprävention

Der kriminalpolizeiliche Fachberater der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein führte im Landkreis Berchtesgadener Land und Traunstein 607 individuelle Einzelberatungen zu technischen Sicherungsmöglichkeiten von Eigentum durch und erteilte zudem Rat mit 166 schriftlichen Sicherungsvorschlägen. Dazu konnte eine große Anzahl interessierter Bürger bei 38 öffentlichen Informationsveranstaltungen erreicht werden.

Für die Jugend- und Präventionsbeamten der Dienststellen lagen die Schwerpunkte im Rahmen der verhaltensorientierten Prävention auch im Jahr 2011 bei den Themen Gewalt, Sucht, Eigentum, sowie bei den Gefahren in Zusammenhang mit den modernen Medien. Neben 29 Vorträgen an Schulen und 21 Informationsveranstaltungen bei verschiedenen Zielgruppen nahmen sie an 11 Arbeitskreisen oder „Runden Tischen“ teil. In 49 Schulklassen wurden die Polizeikurse „Zammgrauft“ zur Gewaltprävention (45) oder „Sauba bleim“ zum Thema Sucht (4) durchgeführt. Viel investiert wurde auch in die Schulung zu den Jugendschutzbestimmungen für Veranstalter aller Art.

Zur Information und Unterstützung Betroffener bei Gewalttaten im sozialen Nahraum und bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd die Beauftragte für Frauen

und Kinder (BPFK) angegliedert. Sie war mit Unterstützung der festen Ansprechpartnerin der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein mit persönlichen Beratungsgesprächen und Vorträgen zu den Themen Sexueller Missbrauch von Kindern, Häusliche Gewalt, Gewalt gegen Frauen und Kindern sowie Stalking auch im Landkreis Berchtesgadener Land tätig.

Besondere Einsatzlagen im Berchtesgadener Land

Im Landkreis waren 2011 insgesamt 146 Veranstaltungen verschiedenster Art polizeilich zu betreuen. Für einen reibungslosen Ablauf waren 1275 Beamte eingesetzt.

Zwei Drittel des Dienstbereiches der Polizeiinspektion Berchtesgaden befinden sich im alpinen und hochalpinen Gelände. Auch im vergangenen Jahr waren unter Führung der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei im Zusammenwirken mit der Bergwacht 63 Einsätze (2010: 47) Vermissungen und Unglücksfälle im alpinen Bereich abzuarbeiten.

Notruf- und Einsatzaufkommen Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hatte im abgelaufenen Jahr ein umfangreiches Notruf- und Einsatzaufkommen zu bewältigen. Es wurden 129.891 Notrufe (Vorjahr 219.115) angenommen und 115.488 Einsätze (Vorjahr 113.967) bearbeitet. Der starke Rückgang bei den Notrufzahlen ist durch die Übernahme der Notrufnummer „112“ durch die drei Integrierten Leitstellen bedingt. In der Rangfolge der angelegten Einsätze liegt der Verkehrsunfall mit Sachschaden, 13.871, an erster Stelle, gefolgt von der Verdächtigen Wahrnehmung, 7.653, und der Verkehrsbehinderung, 6.713.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © dpa

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