Aufgeflogen! Rumäne gab sich als Polizist aus

Anger - Ein 24-Jähriger hat sich gegenüber Schleierfahndern bei einer Kontrolle als Polizist ausgegeben. Trotz zahlreicher Utensilien konnte er die Polizisten nicht täuschen.

Mit einer goldglänzenden Dienstplakette und den Worten „Kollege, was ist los?“ begrüßte am Mittwochvormittag ein 24-jähriger Rumäne einen Beamten der Schleierfahndung. Die routinierten Fahnder ließen sich jedoch nicht „blenden“ und erkannten sowohl die Blechmarke als auch den Dienstausweis einer rumänischen „Antidrogeneinheit“ als Fälschungen.

Da der Mann auf Nachfrage bestätigte, dass er Polizist sei, handelte er sich neben einer Anzeige wegen Urkundenfälschung auch ein Strafverfahren wegen des Missbrauchs von Titeln ein. Nach einem längeren Aufenthalt bei den Fahndern und anschließender Hinterlegung einer Sicherheitsleistung in vierstelliger Höhe durfte der Rumäne seine Urlaubsreise nach Innsbruck fortsetzen. Dies allerdings als „Zivilperson“, da all seine Dienstausweise und Marken für seine Tätigkeit als „Kommissar“ der Drogenbekämpfung sowie als Detektiv einer fiktiven deutschen Detektei eingezogen wurden.

Gegen 7.30 Uhr war der vermeintliche Polizist mit seinem hochwertigen BMW X5 M auf Höhe der Autobahnausfahrt Anger-Nord von einer Streife der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein aus dem Verkehr gezogen worden. Eigentliches Ziel der Kontrolle war dabei der rumänische SUV, der sich allerdings als fahndungstechnisch „sauber“ entpuppte. Da von Anfang an Zweifel an der „Echtheit“ des Kollegen bestanden, durfte der Rumäne mit seiner weiblichen Begleitung kurz darauf eine echte Polizeidienststelle besuchen.

Zwar lagen gegen den angeblichen Manager weder in Deutschland noch in seiner Heimat polizeiliche Erkenntnisse vor, jedoch entlarvten ihn die sofort eingeleiteten umfangreichen Auslandsrecherchen als falschen Polizisten. Die mitgeführten Dienstausweise wurden dementsprechend als Fälschungen bestätigt.

Was den Mann zu seinem Verhalten bewogen haben mag, konnte auch in seiner polizeilichen Vernehmung nicht geklärt werden, zumal alle anderen mitgeführten Dokumente in Ordnung waren. Nach Abschluss der Anzeigenaufnahme musste der Südosteuropäer, offensichtlich ein vielbeschäftigter Mann, da er zudem noch eine Firma in Rumänien besitzt und dort ein Lokal betreibt, tief in seine Urlaubskasse greifen.

Polizeiinspektion Fahndung Traunstein

Rubriklistenbild: © Picture Alliance

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