Zehn Personen in einem Kombi

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Anger/Freilassing – Die Bundespolizei nahm syrische Schleuser fest, die eine Familie nach Schweden bringen wollte. Kinder befanden sich unangeschnallt im Fußraum des Wagens.

Die Bundespolizei hat am Sonntag, den 5. Oktober, zwei in Schweden lebende Syrer auf der A8 festgenommen. Die beiden Männer hatten in ihrem Kombi acht Landsleute unerlaubt über die Grenze gebracht. Fünf Kinder befanden sich ungesichert im Fußraum des völlig überladenen Wagens. Einen Teil der Strecke hatten zwei von ihnen offenbar sogar auf dem Schoß ihres Onkels auf dem Beifahrersitz zurücklegen müssen.

Freilassinger Fahnder kontrollierten auf Höhe Anger die Insassen eines Pkw mit schwedischer Zulassung. Fahrer und Beifahrer syrischer Herkunft konnten sich mit schwedischen Aufenthaltstiteln ausweisen, die erforderlichen Pässe hatten sie allerdings nicht dabei. Im Fonds des Kombis befanden sich weitere acht Personen. Die fünf Kinder im Alter von wenigen Monaten bis acht Jahren saßen unangeschnallt zwischen ihren Eltern beziehungsweise zu deren Füßen. Wie sich herausstellte, handelt es sich bei den Aufgegriffenen um eine Familie. Der Beifahrer, ein 28-jähriger Syrer hatte seine Eltern sowie seine drei Geschwister und Neffen in Italien abgeholt. Diese waren zuvor auf dem Seeweg von Schleusern bis nach Italien gebracht worden. Der Vater gab an, dafür 1200 Dollar pro Person gezahlt zu haben. Für die letzte Etappe von Italien nach Schweden wäre dann nicht mehr genug Geld für die Inanspruchnahme weiterer Schleuserdienste übrig gewesen. Daher habe er seinen bereits in Schweden lebenden Sohn um Hilfe gebeten. Ziel sei ein gemeinsames Leben in Schweden.

Sowohl den 28-jährigen Sohn, als auch seinen Freund, der das Fahrzeug fuhr erwarten Strafanzeigen wegen Einschleusens von Ausländern unter lebensgefährlichen Bedingungen. Der für fünf Personen zugelassene Wagen, war mit zehn Insassen völlig überladen. Die syrische Familie wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an die Flüchtlingsstelle ein München weitergeleitet. Diese wird unter anderem prüfen, inwieweit eine Familienzusammenführung in Schweden möglich ist.

Pressemeldung der Bundespolizeiinspektion Rosenheim

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